ZWEITE CHRONIK DER SCHULE
ZU BENTERODE 1895 - 1917
VON LEHRER GUSTAV BOEDECKER
AUS DER DEUTSCHEN KURRENTSCHRIFT ÜBERTRAGEN VON WOLFGANG SPOHR
GEMEINDEHEIMATPFLEGE STAUFENBERG
ZWEITE CHRONIK DER SCHULE ZU BENTERODE 1895 — 1917 VON LEHRER GUSTAV BOEDECKER
ZWEITE CHRONIK DER SCHULE ZU BENTERODE 1895 - 1917
VON LEHRER GUSTAV BOEDECKER
AUS DER DEUTSCHEN KURRENTSCHRIFT ÜBERTRAGEN VON WOLFGANG SPOHR
GEMEINDEHEIMATPFLEGE STAUFENBERG
Das Original dieser Chronik wird unter Bestand Benterode, Best. Nr. 15/1 im Heimatarchiv der Gemeinde Staufenberg aufbewahrt.
Die Verweise [1] - [418] im Text beziehen sich auf die Seitenzahlen im Original. Ebenso die von Gustav Boedecker selbst eingefügten Verweise.
Die Übertragung folgt der damals üblichen Schreibweise und der Diktion von Gustav Boedecker.
Herausgeber, Druck und Verlag: Gemeindeheimatpflege Staufenberg - Hannoversche Straße 21 (Rathaus) + 34355 Staufenberg heimatpflege @ staufenberg-nds.de
Nachdruck oder sonstige Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers. Eine kommerzielle Nutzung ist nicht gestattet.
Register der Jahrgänge 1883 — 1895: Siehe die letzte Seite der ersten Chronik!
Register der Jahrgänge 1895 — 1909: Siehe Seite 80 dieser Chronik!
Register von 1909 an: Siehe Seite 416 etc.!
Inhaltsverzeichnis
Chronik der Schule zu Benterode in den Schuljahren
1, Apr11.1899 = 31, Marz. 1896 num anne nee 1 1,,ApP1111896 = 31: Marz 1897 ansieht 3 1, Apr 89 = 31, Ma 189 ae ar Nu 5 1, Aprıl 1898-31: Mar 189. naeh 8 1; April 1899 - 31, Mä2 190 „un. sn annknaknnal 12 1. Apr 21900=31:.MI 1 eine 15 1: Apııl 1901231, Ma 2 192 En Ru Re 19 1.:April 1902 = 31; März 1903 nannten teen 22 1, Apr 1903=312.M az 1902. un RER 25 1,.APN 190: = 31, Ma 0 a eeeigaite 28 1. Apal 1903-1 Apel 00 Eier 31 1. Apr 1906 31: Marz 1907 aa eu 33 1. Aprıl 1907-31; März 1908 ana angemessen 38 1: Apr 1908 = 3, Ma I a RIESEN 41 Inhaltsverzeichnis der Jahrgänge vom 1. April 1895 bis dahin 1909 .................. 45 I. Der Schulort und der Schulverband ...................2200rs04rs0nesnnennnnennnnnsnnennnennnen en 47 A: Der Schule 4.29.42. Sea ee ubee 49 B>.Der Schulverband iM air 50
11. Die äußere Einrichtung der Schule 32.22.8222 ran 5l A. Ältere Geschichte der Schule... 53
B. Die Schulgebäude: Gegenwärtiger Zustand, 1909 ..........uursuesnseensnernen nen 55
C. Die Schulgrundstücke: Gegenwärtiger Zustand, 1909... 57
D. Das Diensteinkommen der Lehrer und Lehrerinnen ................e: 58
E. Verbindung der Schulstelle mit kirchlichen Ämtern:
Gegenwartiser. Zustand, 1:10.1909 sen enesukanhunnn ee 59 F. Personalien der Lehrer und Lehrerinnen .............uu022000s2sssesssneesnnnensnnnenennn 60 IIH..Die innere Einrichtung der:Schüle...... 2.5 rue: 62 A Der Schulunterricht zul... 0 ae eissehlediee 64
1. Art der Schule, Zahl der Klassen, Stundenplan, Lehrplan, Pausenordnung etc. .............uue22uenser nern 64 2. Lehr- und Lernmittel, Schulzeugnisse, Schülerbibliothek etc. ............ 68
B. Schülerstatistik nach Konfessionen und Stufen ................20000nnneeeennneeennnn 70
&..Der' Schulbesuch ei... se l;Schulpflicht ars. 2, Ferien und Feiertage ......escoresennresennecnnnn 3. Schulversäumnisse .........erseesenensennnen D. Prüfungen und Revisionen ....................... E. Die Schulkinder v2... sungen
1. Sittliches Verhalten in und außer der Schule, Verwendung zu häuslichen, gewerblichen und landwirtschaftlichen Arbeiten, Gesundheitszustand ....................
2. Kirchliche Verpflichtungen ...................
3. Unterstützungen .........eeeesssseeesnseenennennnn
4. Berufswahl der aus der Schule entlassenen Knaben. ............................
F. Bemerkenswerte Ereignisse im Schulleben
G. Kirchliche, kommunale und andere Ereignisse
im Orte und in der nächsten Umgebung .... Der Wellknceh rn a
Inhaltsverzeichnis der Schulchronik von 1909 an
[1]
Schuljahr vom 1. April 1895 bis zum 31. März 1896.
1. Zahl der Schulkinder:
Zu Anfang des Schuljahres, am 25. April 1895, befanden sich in der Schule 72 Kinder, 32 Knaben und 40 Mädchen.
Aufgenommen wurden am 25. April 13 Kinder, 8 Knaben und 5 Mädchen.
Abgegangen sind: Am 31. März 1896 Marie Mühlhausen nach Blickershausen b. Hede- münden und am 1. April 1896 = 6 Knaben und 4 Mädchen, welche am 12. April 1896 konfirmiert wurden.
Am Ende des Schuljahres, am 1. April 1896, waren in der Schule: 74 Kinder, 34 Knaben und 40 Mädchen.
2. Bauliche Veränderungen, Weißen, Vermehrung des Inventars etc.
Geweißt wurden die Decken der beiden Wohnstuben, Vorplätze, des Schulsaales, der Kammer über der Küche und Küche, mit grüner Leimfarbe gestrichen die Wände der Vorplätze und Küche, mit Ölfarbe der neu gelegte Fußboden der Kammer über der Küche und der Fußboden in der hinteren Wohnstube. Statt des unebenen Fußbodens aus Bruch- steinen erhielt die Küche einen solchen von Beton. Tapeziert wurde die Kammer über der Küche.
Eine Schultafel mit Gestell lieferte der Tischler Johann Heinrich Vogelei von hier. [2]
3. Unterbrechungen der Schule durch Behinderung des Lehrers, Ferien, Schulfeste, Spaziergänge, Seuchen etc.
Die Schule fiel an folgenden Tagen aus:
13.— 24. April, 15. Mai: Amtl. Konferenz, 3.— 6. Juni: Pfingstferien, 11. Juni: Ausflug mit der ganzen Schule ins Fuldatal zur „grauen Katze“, 20.— 30. Juni: 1. Teil der Sommerferi- en, 14. Juni: Berufs- und Gewerbezählung, 18.-28. Juli: 2. Teil der Sommerferien, 2. September: Sedanfest, 22. September — 13. Oktober: Herbstferien, 14. Oktober: Prüfung der minorennen Konfirmanden, 6. Nvbr.: Amtl. Konferenz, 2. Dezbr: Volkszählung, 23. Dezember 1895 —5. Januar 1896: Weihnachtsferien, 18. Januar: 25. Wiederkehr des Tages der Wiederaufrichtung des deutschen Reiches, 27. Januar: Kaisers Geburtstag, 19. März: Konfirmandenprüfung.
Das Sedanfest, Kaisers Geburtstag und das 25jährige Jubiläum zum Andenken an die Wiederaufrichtung des deutschen Reiches wurden durch Ansprache, Deklamation und Lied gefeiert.
4. Inspektionen und Schulbesuche durch Schulräte etc., Lehrerkonferenzen und wichtige Verhandlungsgegenstände.
Am 19. September revidierte der Kreis-Schulinspektor, Herr Superintendent Schuhmann » Hedemünden, die hiesige Schule von 8 1/2 bis 12 1/2 Uhr vormittags.
Der Lokal-Schul-Inspektor, Herr Pastor Grußendorf = Landwehrhagen, besuchte an fol- genden Tagen die Schule: 14. Mai, 16. August, 22. Oktober und 13. März: Schulprüfung von 1-5 Uhr nachmittags.
Am 15. Mai fand die amtliche Frühjahrskonferenz statt. Zur Verhandlung stand das Aus- schreiben der Kgl. Regierung vom 28. Juli 1894. Herr Pastor Müller -» Speele referierte [3]
über „die Erziehung zur Wahrhaftigkeit“, Herr Pastor Lauenstein =» Wiershausen über „Rechtschreibung“ und Herr Lehrer Harms = Escherode über „Schulzimmerturnen“.
In der amtlichen Herbstkonferenz am 6. November hielt Herr Lehrer Sander = Hedemün- den einen Vortrag über „den Gebrauch der Orgel im öffentlichen Gottesdienste“. Im all- gemeinen wurde das Thema: Die Belebung des Nachmittagsgottesdienstes - besprochen.
. Einschneidende Verordnungen, wichtige Schulvorstandsbeschlüsse etc.
Durch Verfügung vom 25. Juni 1895 genehmigte die Kgl. Regierung den Beschluß des hiesigen Schulvorstandes vom 24. Februar 1895, das Einkommen der Schulstelle von 970 M auf 1250 M zu erhöhen. Gleichzeitig wurde der Schulgemeinde eine Staatsbeihülfe von 280 M jährlich bewilligt. Der neu aufgestellt Dienstanschlag fand die Genehmigung des Kgl. Landrates und Kreis-Schul-Inspektors am 2. März, der Kgl. Regierung am 19. Au- gust 1895. Vergl. Seite 266 der 1. Chronik!
. Merkwürdige Naturereignisse, Sehenswürdigkeiten im Orte und in der Schule:
Nichts.
. Bedeutsame politische Ereignisse und deren Auswirkung auf den Ort:
Nichts.
. Denkwürdige kirchliche, kommunale
und andere Ereignisse im Orte oder in der nächsten Umgebung.
Am 4. April 1895 wurde der Schulvorsteher Adolf Löwer mit 31 von 47 1/2 abgegebenen Stimmen auf 6 Jahre zum Gemeindevorsteher gewählt. Der Gewählte trat am 27. April 1895 sein Amt an.
Am 14. Juni 1895 fand die Berufs- und Gewerbezählung statt. Anwesend waren 177 männliche und 207 weibliche Personen. 73 Haushaltungen [4] betrieben vorwiegend Landwirtschaft, 7 das Gewerbe eines Schuhmachers.
Am Sonntag, den 1. September 1895, wurde das 25jährige Jubiläum der Schlacht bei Se- dan durch Festpredigt, Gemeindegesang, Gesang des Gesangvereins und Kinderchores kirchlich gefeiert. Der Krieger-, Gesangsverein und die Schulkinder zogen im Festzuge mit ihren Fahnen in die Kirche.
Am 2. Dezember 1895 fand die Volkszählung statt. Die hatte folgendes Resultat: 420 Einwohner, 203 männliche und 217 weibliche, in 75 Haushaltungen.
Geboren sind 1895 in Benterode 13 Kinder, 6 männliche und 7 weibliche, gestorben 5 Personen, 2 männlich und 3 weiblich.
In der Kirchen- und Schulvorstandswahl am 12. Januar 1896 wurde auf 6 Jahre zum Kir- chen- und Schulvorsteher gewählt der frühere Gemeindevorsteher Eduard Kulle.
Schluß des Unterrichts im Schuljahre: 1. April 1896.
[5]
Schuljahr vom 1. April 1896 bis zum 31. März 1897
1. Zahl der Schulkinder:
Am Anfang des Schuljahres, den 16. April 1896, befanden sich in der Schule: 74 Kinder, 34 Knaben und 40 Mädchen.
Aufgenommen sind am 16. April: 7 Knaben und 4 Mädchen. Die Kinderzahl betrug also: 85, 41 Knaben und 44 Mädchen.
Abgegangen sind am 10. April 1897 = 6 Knaben und 5 Mädchen, welche am 25. April 1897 konfirmiert sind.
Am Ende des Schuljahres, den 14. April 1897, verblieben somit in der Schule: 33 Knaben und 41 Mädchen.
2. Bauliche Veränderungen, Weißen, Vermehrung des Inventars etc.
Die beiden alten Thüren der vorderen Wohnstube wurden durch neue ersetzt. Die Stube bekam außerdem neue Tapeten und wurde geweißt. Neues Steinpflaster erhielten die We- ge von der Küche zum Garten und Hofe und der Hof.
3. Unterbrechungen der Schule durch Behinderung des Lehrers, Ferien, Schulfeste, Seuchen u. dergl.
Der Unterricht fiel aus:
1. - 15. April: Osterferien , 2. Mai: Heiserkeit des Lehrers, 6. Mai: Amtl. Konferenz, 24. — 28. Mai: Pfingstferien, 16. Juni: Ausflug mir der Mittel- und Oberstufe zum zoologischen [6] Garten in Cassel und von dort mit dem Dampfer „Lydia“ nach Spiekershausen, 17. Ju- ni: Heftige Gewitter, 24. Juni — 1. Juli: 1. Teil der Sommerferien, 28. — 31. Juli: Schnupfen und Heiserkeit des Lehrers, 1. — 14. August: 2. Teil der Sommerferien, 2. September: Se- danfest, 24. September — 14. Oktober: Herbstferien, 21. Oktober: Amtl. Konferenz, 30. Oktober, 6., 13., 20., 27. November und 4. November: Für Lehrer Helmers, der zum Mili- tärdienst eingezogen war, vikariert, 23. Dezember 1896 — 4. Jan. 1897: Weihnachtsferien, 27. Januar: Kaisers Geburtstag, 22. u. 23. März: 100jähr. Geburtstag Kaiser Wilhelms d. Großen, 1. April: Konfirmandenprüfung.
Aus Anlaß der Geburtstagsfeier des Kaisers Wilhelm des Großen fiel der Unterricht an 2 Tagen aus. Die Schulfeier fand am Morgen des 22. März durch Gebet, Ansprache, De- klamation und Gesang statt. Am Abend des 22. März nahmen die Kinder mit Lampions an einem Fackelzuge des Krieger- und Gesangvereis teil.
4. Inspektionen, Schulbesuche durch Schulräte etc., Lehrerkonferenzen und wichtige Verhandlungsgegenstände.
Der Kreis-Schul-Inspektor, Superintendent Schuhmann = Hedemünden, revidierte am 17. September, nachmittags von 2 1/2 -5 1/2 Uhr, die Schule.
Der Lokal-Schul-Inspektor, Pastor Grußendorf = Landwehrhagen, besuchte die Schule an folgenden Tagen: 15. Mai, 27. August, 23. Oktober, 15. Dezember, 6. April: Schulprüfung von 1-4 1/2 Uhr nachmittags.
In der amtl. Frühjahrskonferenz am 6. Mai, wurden 2 Vorträge gehalten. Herr Superinten- dent Schuhmann referierte über die Vorschläge der Kommission zur Beratung über „die Belebung des Nachmittagsgottesdienstes“, Lehrer Boedecker = Benterode im Anschlusse
an die Ministerial-Verfügung [7] vom 30. Oktober 1895 über „die ländliche Fortbildungs- schule“.
Beratungsgegenstand der amtlichen Herbstkonferenz am 21. Oktober 1896 bildete das Ausschreiben der Königlichen Regierung vom 17. Juni 1896 über Schülerbibliotheken, körperliche Züchtigungen, Kunstschätze und Altertümer, jährliche Schulprüfungen, Ver- wendung der staatl. Einrichtungen im Geschichtsunterrichte und die Ergänzungen zum Seminarlesebuche.
. Einschneidende Verordnungen, wichtige Schulvorstandsbeschlüsse etc.: Nichts.
. Merkwürdige Naturereignisse und deren Wirkung auf den Ort:
Nichts.
. Bedeutsame politische Ereignisse und deren Wirkung auf den Ort: Nichts.
. Denkwürdige kirchliche, kommunale
und andere Ereignisse im Orte oder in der nächsten Umgebung.
Am 2. März 1897 wurde in der Vogeleyschen Gastwirtschaft der Teilungs- und Verkop- pelungs-Receß von Benterode vollzogen. Am 13. März beschloß die Gemeinde, den Wellebach im Dorfe zu regulieren und zu bei-
den Seiten desselben chaussierte Wege anzulegen. Bislang mußte das Bett des Baches stellenweise als Fahrstraße dienen.
Kirchlich gefeiert wurde der 100jähr. Geburtstag Kaiser Wilhelms des Großen am 21. März, der 400jähr. Philipp Melanchtons am 14. Februar.
Geboren sind 1896 = 17 Personen, 12 männliche und 5 weibliche, gestorben 5 Personen, 1 männliche und 4 weibliche.
Schluß der Schule vor Ostern 1897: 14. April.
[8]
Schuljahr vom 1. April 1897 bis zum 31. März 1898
1. Zahl der Schulkinder.
Am Anfang des Schuljahres, 27. April 1897, befanden sich in der Schule 76 Kinder, 35 Knaben und 41 Mädchen.
Aufgenommen sind am 27. April = 7 Knaben und 10 Mädchen. Die Kinderzahl betrug al- so 93, 42 Knaben und 51 Mädchen.
Abgegangen sind am 6. April 1898 = 12 Kinder, 7 Knaben und 5 Mädchen, welche am 17. April 1898 konfirmiert sind.
Am Ende des Schuljahres, 6. April 1898, verbleiben somit in der Schule = 81 Kinder, 35 Knaben und 46 Mädchen.
2. Bauliche Veränderungen, Weißen, Vermehrung des Inventars etc.
Im Juli erhielt das Schulzimmer einen neuen Anstrich. Die Thüren der vorderen und hinte- ren Wohnstube, die Fußböden dieser Stuben, die Küchenthür, das Treppengehäuse und die Fenster der vorderen Schulstube wurden mit Olfarbe und Lack gestrichen.
Die Lehrmittel der Schule vermehrte der Schulvorstand durch eine Karte vom Kreise Münden gezeichnet vom Lehrer Tribian » Münden.
3. Unterbrechungen der Schule durch Behinderung des Lehrers, Ferien, Schulfeste, Seuchen u. dergl.
Der Unterricht fiel aus: 12. Mai - Amtliche Konferenz, 24. Mai - Ausflug mit der Schule nach Cassel zum evangel. Vereinshause (Lebende Bilder v. histor. Persönlichkeiten), 8. — 10. Juni - Pfingstferien, 20. — 26. [9] Juni - 1. Teil der Sommerferien, 25. Juli — 8. August - 2. Teil der Sommerferien, 2. September: Sedanfest, 26. Septbr. — 16. Oktober - Herbst- ferien, 19. Oktober - Prüfung der minorennen Konfirmanden, 3. November - Amtliche Konferenz, 1. Dezbr. - Viehzählung, 24. Dezember — 5. Januar - Weihnachtsferien, 27. Ja- nuar - Kaisers Geburtstag, 23. März - Konfirmandenprüfung in Münden, 7. — 21. April 1898 - Osterferien.
4. Inspektionen, Schulbesuche durch Schulräte, Kreis- und Lokal- Schul-Inspektoren, Lehrerkonferenzen, wichtige Verhandlungsgegenstände.
Der Kreis-Schul-Inspektor, Superintendent Schuhmann, revidierte am 14. März von 9 1/2 — 12 1/2 Uhr die hiesige Schule.
Der Lokal-Schul-Inspektor, Pastor Grußendorf, besuchte an folgenden Tagen die Schule: 30. April, 29. Juni, 19. August, 10. September, 12. November, 15. Dezember, 17. Februar und 7. März zur Schulprüfung von 1-3 1/2 Uhr nachmittags.
In der Frühjahrskonferenz am 12. Mai kamen die Berichte der mit der Bearbeitung der einzelnen Themata des Regierungs-Ausschreibens vom 17. Juni 1896 (Siehe Seite 7) be- trauten Kommissionen zum Vortrag.
Die Herbstkonferenz am 3. November stellte zunächst die zu memorierenden geistlichen Lieder fest. Sodann wurden 2 Vorträge gehalten über „Formale Bildung“ und „Wie kann der Lehrer den Charakter seiner Schüler auch außerhalb der Schule sittlich bilden?“
5. Einschneidende Verordnungen, wichtige Schulvorstandsbeschlüsse etc.
Durch Verfügung vom 26. April 1897 bewilligte die Kgl. Regierung zu den Kosten der in den Jahren 1896 und 1897 im Schulgarten angelegten Obstbaumpflanzung 60 M, lehnte es aber ab, die weiteren Kosten von mehr als 0,38 M für den Baum dem Amtsnachfolger des zeitigen Stelleninhabers zur Zahlung aufzugeben.
Am 6. Juni 1897 beschloß der Schulvorstand, [10] das Schulzimmer wöchentlich zweimal naß aufnehmen zu lassen. (Regier.-Verfg. v. 7. Februar 1896).
Um den Lehrern ein auskömmliches Gehalt zu gewähren, wurde am 3. März 1897 ein Lehrerbesoldungsgesetz erlassen, das die gesamte Lehrerschaft freudig begrüßte. Auf Grund dieses Gesetzes verfügte die Kgl. Regierung: Das Grundgehalt ist auf mindestens 1100 M, die Vergütung für den Kirchendienst auf 300 M und der Einheitssatz der Alters- zulagen auf 140 M festzusetzen. (Verfg. v. 15. Oktober 1897.) Der Nutzungswert des Hausgartens - hier im Anschlage mit 22 M berechnet - soll auf das Grundgehalt nicht an- gerechnet werden. Der hiesige Schulvorstand beschloß am 14. November demgemäß, in- dem er das Grundgehalt noch um 100 M erhöhte. Da aber die Gemeinde auf Staatsbeihil- fen nicht verzichten konnte, mußte das Grundgehalt wieder auf 1100 M ermäßigt werden. (Regier.-Verf. v. 22. Dzbr. u. Beschluß d. Schulvorst. v. 1. Januar). Die der Schulstelle bis Ende März 1898 bewilligt gewesene Staatsbeihülfe von jährlich 280 M wurde durch Ver- fügung d. Kgl. Regierung v. 17. März 1898 vom 1. April 1898 ab bis Ende März 1903 weiter bewilligt. Desgleichen erhielt die Schulgemeinde It. Verfg. v. 22. April 1898 pro 1. April 1897/98 aus dem Fonds zur Aufbesserung der Grundgehälter und Alterszulagen über die gesetzlichen Mindestsätze hinaus eine Staatsbeihülfe von 250 M.
6. Merkwürdige Naturereignisse, Sehenswürdigkeiten im Orte etc.
Der Winter 1897/98 war ein sehr milder Winter. Schon im Januar blühten die Schnee- glöckchen. Wegen Mangel an Eis wurde der Schnee gesammelt und an die Brauereien in Münden und Cassel verkauft.
7. Bedeutsame politische Ereignisse und deren Wirkung auf den Ort: Nichts. [11]
8. Denkwürdige kirchliche, kommunale und andere Ereignisse im Orte oder in der nächsten Umgebung.
Im April 1897 wurde die Westseite des Weges von Benterode nach dem Bruchhofe vom Graben der kleinen Heinrichswiese an mit folgenden Obststämmen bepflanzt: 4 Harberts- Reinetten, 5 Gravensteiner, 10 Winter-Goldparmainen, 30 Große Casseler Reinetten, 8 Gravensteiner und 15 Casseler Reinetten. Die Bäume lieferte Lehrer Sievers =» Räber, Kreis Ülzen.
Am 8. August beschloß die Gemeinde
1. von jedem Hektorliter Bier eine Steuer von 0,65 M zu erheben und 2. sämtliche Kommunikationswege mit Obstbäumen zu bepflanzen.
Nach der Viehzählung hatte Benterode am 1. Dezember 38 Pferde, 127 Stück Rindvieh, 277 Schafe, 197 Schweine, 97 Ziegen, 194 Gänse und 633 Hühner.
Der Parochial-Kirchenvorstand faßte am 19. Dezember den Beschluß, die alte baufällige Pfarre in Landwehrhagen niederzureißen und ein neues Pfarrhaus zu bauen.
Zufolge eines vom Lehrer Boedecker aufgestellten Gesuchs erteilte die Kgl. Regierung der hiesigen Forstgenossenschaft die Genehmigung, die Eichen des Forstortes „Stein- acker“ abtreiben zu dürfen. Im Winter 1897/98 wurde die Sichelnstein zugekehrte Hälfte desselben niedergelegt und der Erlös unter die 77 Reihehäuser incl. Schule mit 50 M auf die berechtigte Stelle verteilt.
Die hiesige kleine Kirchenglocke war im Juli gesprungen. Infolgedessen verlor sie ihren Klang immer mehr, sodaß man sie in der Nähe des Dorfes kaum noch hören konnte. Der Kirchenvorstand beauftragte daher die Glockengießerei von Radler u. Söhne in Hildes- heim, eine neue Glocke zu gießen. Die neue Glocke traf am 19. Januar hier ein und wurde neben der großen aufgehängt. Ihr Ton steht zu dem der alten Glocke im Verhältnis der Quinte. Die alte Glocke gibt den Ton „b“ an, die neue den Ton „f‘“. Als Inschrift trägt sie: „Die [12] Lebenden rufe ich, die Toten geleite ich“. Sie ist auf der einen Seite mit dem Bilde des segnenden Christus, auf der anderen mit einem Kreuze geziert. Außerdem sind die Namen der Mitglieder des Kirchenvorstandes: C. Grußendorf, Pastor, E. Kulle, H. Vogeley, H. Gerwig, H. Kürlemann, des Lehrers G. Boedecker und der Gießerei nebst der Jahreszahl 1897 eingegossen. Das Glockenmetall besteht aus einer Mischung von 77% reinem Kupfer und 23% ostindischem Banca-Zinn. Am 23. Januar erhielt die Glocke die Weihe. Vom schönsten Wetter begünstigt, konnte die Feier im Freien stattfinden. die Ge- meinde hatte sich vor Beginn des Gottesdienstes auf dem Kirchhofe überaus zahlreich versammelt. Herr Pastor Grußendorf hielt im Anschluß an die Inschrift eine zu Herzen gehende Rede, die mancher Auge mit Thränen füllte. Als am Schlusse der Rede der Se- genswunsch gesprochen wurde, ließ die neue Glocke ihren weithin vernehmbaren Klang zuerst allein, sodann im harmonischen Verein mit der großen Glocke erschallen. Die ge- sprungene Glocke von 1786, in der Nordwestecke des alten Kirchhofes von Chr. See ge- gossen, 424 Pfund schwer, und eine kleine Glocke aus dem Jahre 1380, eingesägt, 49 Pfund schwer, sind mit 60 M pro 100 Pfund = 283,80 M in Zahlung gegeben. Die neue Glocke wiegt 498 Pfund. Sie ist mit 100 M pro Ctr. berechnet und Kostet mit Helm, Ach- se, Schraubenbänder, Lager aus Bronce, Aufhängen etc. 614,30 M.
Geboren sind 1897 = 11 Kinder, 7 männliche und 4 weibliche, gestorben 8 Personen, 4 männliche und 4 weibliche.
Schluß des Schuljahres vor Ostern 1898: 6. April 1898.
[13]
Schuljahr vom 1. April 1898 — 31. März 1899.
1. Zahl der Schulkinder:
Am Anfang des Schuljahres, den 21. April 1898, befanden sich in der Schule = 81 Kinder, 35 Knaben und 46 Mädchen.
Aufgenommen wurden am 21. April = 12 Kinder, 6 Knaben und 6 Mädchen, sodaß die Kinderzahl 93 betrug, 41 Knaben und 52 Mädchen.
Abgegangen sind am 29. März 1899 = 9 Kinder, 1 Knabe und 8 Mädchen, welche am 9. April 1899 konfirmiert wurden.
Am Ende des Schuljahres, 29. März 1899, verblieben somit in der Schule 40 Knaben und 44 Mädchen = 84 Kinder.
2. Bauliche Veränderungen, Weißen, Vermehrung des Inventars etc.
Im Januar 1899 wurden von dem Lackierer Büttner = Münden die beiden Schultafeln la- ckiert und liniert.
3. Unterbrechungen der Schule durch Behinderung des Lehrers, Ferien, Schulfeste, Seuchen etc.
Der Unterricht fiel aus: 4. Mai - amtliche Konferenz in Münden, 31. Mai bis 2. Juni - Pfingstferien, 14. Juni - Ausflug mit den Kindern nach dem zoologischen Garten in Cas- sel, Rückfahrt von Cassel bis Spiekershausen mit dem Dampfer, 16. Juni — Reichs- tagswahl, 19. — 26. Juni - 1. Teil der Sommerferien, [14] 24. Juli — 13. August - 2. Teil der Sommerferien, 2. September - Sedanfest, 25. September — 9. Oktober - Herbstferien, 11. Oktober - Prüfung der minorennen Konfirmanden in Münden, 26. Oktober - amtliche Konferenz, 3. November - der Lehrer war als Wahlmann für die Wahl eines Landtagsab- geordneten nach Göttingen gereist, 16. November — Bußtag, 23. — 25. Nvbr. - der Lehrer litt an der Influenza, 24. Dezember — 3. Januar - Weihnachtsferien, 22. Dezember, 5., 12., 19., 26. Januar - der Lehrer hatte in Sichelnstein zu vikarieren, 27. Januar - Kaisers Ge- burtstag, 9. März - Konfirmandenprüfung, 29. März — 12. April - Osterferien.
4. Inspektionen, Schulbesuche durch Schulräte, Kreis- u. Lokal-Schulinspektoren, amtliche Konferenzen.
Der Kreis-Schul-Inspektor, Herr Superintendent Schuhmann, revidierte am 1. November, nachmittags von 3/4 3 — 5 Uhr, die hiesige Schule.
Der Lokal-Schulinspektor, Herr Pastor Grußendorf = Landwehrhagen, besuchte an folgen- den Tagen die Schule: 20. Mai, 17. Juni, 25. August, 14. November, 28. Februar zur Schulprüfung v. 1 — 3 Uhr nachmittags.
An der amtlichen Frühjahrs-Konferenz am 4. Mai nahmen zum erstenmal die Lehrer die Lehrer aus Münden teil, da Herrn Superintendenten [15] Schuhmann das Amt eines Kreis- Schulinspektors auch für die Inspektion Münden übertragen worden ist. Es wurden Vor- träge gehalten über: 1. Was kann zur Hebung der schriftlichen Arbeiten der Schüler ge- schehen? 2. Die Wichtigkeit der äußeren Schuleinrichtungen in erzieherischer Hinsicht.
Die Herbstkonferenz am 26. Oktober erledigte das Ausschreiben der Kgl. Regierung vom 12. April 1898. Demgemäß kamen folgende Referate zum Vortrag: 1. Welche Anforde- rungen sind in erzieherischer und unterrichtlicher Beziehung an den Lehrer der Unterstufe
zu stellen? 2. Welche Erfahrungen sind mit dem Handarbeitsunterrichte gemacht und welche Wünsche sind auszusprechen? 3. Welchen Wert schreibt man für die hiesigen Verhältnisse den Schulsparkassen zu? 4. Gesundheitsschädliche Neigungen der Kinder und ihre Bekämpfung durch die Schule. 5. Monatskonferenzen.
. Einschneidende Verordnungen, wichtige Schulvorstandsbeschlüsse etc.
Zufolge einer Verfügung des Kgl. Konsistor. vom 27. April 1898 hatte der Kirchen- und Schulvorstand das Stelleneinkommen in kirchliches Einkommen und Lehrerdienstein- kommen zu scheiden. Er setzte am 8. Mai das Einkommen aus kirchlichen Quellen auf 372,22 M fest. Als niedere Küsterdienste wurden nach dem Erlaß des Kultusministers vom 27. Februar 1894 bezeichnet:
[16] 1. Reinigen der Kirche, 2. Aufziehen und Stellen der Turmuhr und Fürsorge für die Glocken, 3. Schließen der Kirche, 4. Lauten der Betglocke u. 5. Besorgung des Tauf- wassers.
Das Kgl. Konsistorium hatte eine Vergütung von 300 M für Verrichtung der Küsterdienste für zu niedrig erachtet, dagegen eine Entschädigung von 372,22 M, d. i. die Einnahme der kirchlichen Stelle, für angemessen erklärt. Die Kgl. Regierung verfügte deshalb am 14. Juli, über den von der kirchlichen Behörde geforderten Mehrbetrag Beschluß zu fassen. Der Schulvorstand beschloß infolgedessen, die Entschädigung für den Kirchendienst auf 350 M zu erhöhen, wenn die Kgl. Regierung den erhöhten Betrag als Beihülfe gewähren würde. Die Genehmigung aller Beschlüsse des Schulvorstandes in der Gehaltsregulie- rungssache blieb aus.
Die Verfügung der Kgl. Regierung vom 27. September 1898 brachte dem Lehrer eine un- angenehme Überraschung. Darin wurde dem Schulvorstande anheimgegeben, die be- schlossenen Gehaltssätze beizubehalten oder auf 1000 M Grundgehalt, 300 M für den Küsterdienst und 120 M Einheitssatz der Alterszulage herabzusetzen. Die Schulvorsteher widerstanden der Verfügung, dem Lehrer das Gehalt zu kürzen, um ihrem Geldbeutel ei- nen Vorteil zu verschaffen. Das soll [17] ihnen zur Ehre nachgesagt werden. Es wurde am 2. Oktober 1898 der Beschluß „das Grundgehalt auf 1100 M, die Vergütung für den Küs- terdienst auf 300 M und den Einheitssatz der Alterszulage auf 140 M festzusetzen“, er- neuert. Dieser Beschluß fand am 8. Oktober die Genehmigung der Kgl. Regierung.
Durch Verfügung vom 12. Oktober gewährte die Kgl. Regierung dem Schulvorstande auf die Zeit vom 1. April 1898-1. April 1903 eine Staatsbeihilfe von jährlich 190 M.
Am 18. August bewilligte die Kgl. Regierung aus dem Schuldienstverbesserungsfonds zu den Kosten der Obstbaumpflanzung im hiesigen Schulgarten eine weitere Beihilfe - 1897 =60M (Siehe Seite 9 unter Nr. 5) - von 88 M.
Angepflanzt sind 1896, 1897 und 1898 = 70 Obststämme. Die Ausgaben für die Stämme einschließlich Fracht und Anfuhr von der Bahn belaufen sich auf = 109,55 M, die für Aus- heben der Baumgruben, Baumpfähle, künstlichen Dünger (Kalk, Kainit und Thomasmehl) auf 38,50 M, zusammen 148,05 M. Vom Lehrer persönlich besorgt ist das Pflanzen der Stämme, sowie das Anheften derselben an den Baumpfählen. Einem Nachfolger des ge- genwärtigen Stelleninhabers bleibt das billige Vergnügen, den Stamm mit 38 Pfennig pro Stück zu übernehmen, d. i. weniger, als das Pflanzen, Material zum Anbinden kostet. [18]
. Merkwürdige Naturereignisse, Sehenswürdigkeiten im Orte etc.
Der Winter 1898/99 ist wie sein Vorgänger ein sehr milder zu nennen. Der Sommer 1898 war ziemlich kühl und feucht, brachte aber eine vorzügliche Kornernte. In der Nacht vom 6. auf 7. Mai fiel ein gewaltiger Regen, sodaß ganz Uschlag und Cassels unterer Teil unter Wasser standen. Infolge des nassen Frühlings konnten die Kartoffeln größtenteils erst im
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Juni gepflanzt werden. Die Nacht vom 20. auf 21. Juli brachte uns starken Reif. . Bedeutsame politische Ereignisse und deren Wirkung auf den Ort.
Am 16 Juni fand die Reichstagswahl statt. Von 85 Wahlberechtigten gaben 52 ihre Stim- me ab. Es erhielten Heymann » Braunschweig, Sozialist, 30 St., Dr. Esser - Göttingen, na- tional-liberal, 11 St., Götz von Olenhusen, Welf, 8 St., Dr. Ruprecht, national-sozial, 3 St. In der Stichwahl am 24. Juni stimmten 29 Wahlberechtigte für Esser und 8 für Olenhusen. Olenhusen wurde gewählt.
Zum Landtagsabgeordneten für den hiesigen Wahlkreis wählte man am 3. November den national-liberalen Landgerichtsrat Dr. Stackmann » Göttingen. [19]
. Denkwürdige kirchliche, kommunale und andere Ereignisse im Orte oder in der nächsten Umgebung.
Im Frühjahre 1898 legte Lehrer Boedecker am Uschlager Wege „beim Steine“ eine Baum- schule an.
Die 1897 begonnene Bepflanzung der Gemeindewege mit Obststämmen (1897 = 62 St. Seite 11 Nr. 8-I) wurde im April 1899 fortgesetzt. Es erhielten Stämme die Wege nach Uschlag - der sogen. Hinterweg und der Weg durch „die Liebau“ — , nach Nienhagen, Si- chelnstein und Cassel, sowie der Weg am „Wellebach über dem Dorfe‘“ und zwar 560 Stück in folgenden Sorten: Goldparmäne, Gravensteiner, Eiserapfel, Prinzenapfel, Harberts-Reinette, Apfel v. Ülzen und „gute Graue“. Die Kgl. Regierung bewilligte zu den Beschaffungskosten der 622 Stämme eine Beihilfe von 620 M. Die Gesamtkosten der Pflanzung einschl. Pfahl belaufen sich pro Stamm auf = 1,74 M. Die Stämme lieferten Lehrer Sievers » Räber b. Suderburg, die Landesbaumschule in Moringen (Stämme ge- sund) und Gärtner Köwing - Göttingen (Stämme durchweg krank).
Am 4. Juni 1898 übertrug der Parochial-Kirchenvorstand dem Zimmermeister Wolter = Bettenhausen b. Kassel den Neubau des Pfarrhauses in Landwehrhagen für 20.000 M. Das alte Pfarrhaus wurde abgerissen und in Uschlag unter Nr. 126 wieder aufgebaut. Die neue Pfarre konnte noch im Herbste gerichtet werden und Dach und Gefach erhalten. [20] Am 7. August fand die feierliche Grundsteinlegung statt unter zahlreicher Beteiligung der Gemeindeglieder. Der Grundstein schließt einen Metallkasten mit Münzen, Zeitungen und einem Schriftstück ein.
Am 26. August wurde unter Leitung des Specialkommissars Storck = Münden die am 30. November 1897 in stürmischer Sitzung der Gemeindeversammlung mit 25 1/2 gegen 18 1/2 Stimmen — dagegen stimmten die größeren Bauern, weil sie die hohen Kosten fürch- teten — beschlossene Regulierung des Wellebachs und die Herstellung der beiden Ufer- straßen an den Unternehmer Mees = Cassel für 12.000 M vergeben. Im Spätherbst fing Mees mit seinen Arbeiten an. Bis Haus Nr. 24, bzw. 45 wurden die Bachmauern gezogen und die Wege erhöht, auch ließ Mees vor dem Hause Nr. 27 die Brücke bauen. Da er aber den Arbeiten nicht gewachsen war, wurden ihm diese abgenommen und am 26 Januar 1899 dem Unternehmer Henze = Oberode übertragen für 10.000 M.
Auf Grund des Pfarrbesoldungsgesetzes regelte der Parochial-Kirchenvorstand das Stel- leneinkommen der Pfarre zu Landwehrhagen am 30. Oktober 1898. Grundgehalt = 1800 M, Einheitssatz der Alterszulagen (5) = 600 M. Die Verwaltung des Pfarrvermögens geht am 1. April 1899 auf den Kirchenvorstand über.
[21] Am 21. November ist im Grundbuche von Benterode, Band 9, Art. 311, unter Nr. 1-7 folgende Eintragung gemacht: „Auf Nr. 1 bis mit Nr. 7. Sowohl der Schulstelle als der Küsterstelle zu Benterode ist im Falle einer etwaigen Auseinandersetzung das Recht vor- behalten, ihr ausschließliches Anrecht an diesen Grundstücken oder einen Teil derselben
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nachzuweisen, mit Ausschluß jedoch jeglichen Anspruchs, den nach erfolgter Trennung, eine etwaige spätere Küsterstelle in Sichelnstein sollte erheben wollen“. gez. Becker. gez. Günther. Sichelnstein hat seinen Anteil am Schul- und Küstereigentume zu Benterode bei Trennung des Schulverbandes Benterode-Sichelnstein erhalten (Siehe Schulchronik, Seite 194).
Am 27. November 1898: Wiederwahl der beiden ausscheidenden Kirchen- und Schulvor- steher Körlemann und Gerwig I und Wahl von Ersatzmännern: Gastwirt Heinrich Bischoff I und Ackermann Karl Bischoff.
Im Dezember 1898 wurden die letzten Eichen im „Steinacker“ gefällt. Die Schule bekam wie jede andere Reihestelle im Frühjahre 1899 = 50 M. Im ganzen sind pro 1897 und 1898 gehauen = 481,43 fm, a 22 M (Holzhändler Wüstenfeld - Münden), verteilt pro Reihehaus =100M.
Geboren 1898 in Benterode = 13 Kinder, 11 männl. und 2 weiblich, gestorben 1 Kind, männlich.
Am 29. Januar 1899 wurde Lehrer Köhler = Sichelnstein an Stelle des am 10. Dezember 1898 nach Landolfshausen b. Göttingen, [22] Kr. Göttingen, versetzten Lehrers Ippensen in der hiesigen Kirche in sein Amt eingeführt.
Schluß des Schuljahres vor Ostern 1899: 29. März 1899.
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[23]
Schuljahr vom 1. April 1899 bis 31. März 1900.
1. Zahl der Schulkinder.
Am Anfang des Schuljahres, 13. April 1899, befanden sich in der Schule = 84 Kinder, 40 Knaben und 44 Mädchen.
Aufgenommen wurden beim Anfange 16 Kinder, 7 Knaben und 9 Mädchen, sodaß die Kinderzahl 100 betrug, 47 Knaben und 53 Mädchen.
Abgegangen sind: Am 20. Nvbr. 1899 ein Knabe nach Landwehrhagen, am 1. März 1900 ein Mädchen nach Cassel und am 7. April 1900 = 8 Kinder, 3 Knaben und 5 Mädchen, welche am Sonntag nach Ostern, den 22. April 1900, Konfirmiert wurden.
Am Ende des Schuljahres, den 11. April 1900, verblieben somit in der Schule 90 Kinder, 43 Knaben und 47 Mädchen.
2. Bauliche Veränderungen, Weißen, Vermehrung des Inventars etc.
Die Decken des Schulsaales nebst Vorplatzes, der beiden Wohnstuben, der Küche und des oberen und unteren Vorplatzes wurden geweißt, die Wände mit Ausnahme der der Wohn- stuben mit grüner Leimfarbe und die Fußböden der beiden Wohnräume mit Ölfarbe ge- strichen. Die Südwand des Wohnhauses erhielt neuen Putz und Kalkanstrich. Die Haus- thür wurde neu gemasert und lackiert.
Folgende neue Lehrmittel schaffte der Schulvorstand [24] an: Wandkarte von den deut- schen Kolonien von Kiepert, Wandkarte der Provinz Hannover von Asche, die Schubert- schen Bilder der Reptilien, Amphibien, Fische etc. und Alphabete für den ersten Leseun- terricht.
3. Unterbrechungen der Schule durch Behinderung des Lehrers, Ferien, Schulfeste, Seuchen etc.
Der Unterricht fiel aus: 3. Mai = amtliche Konferenz in Münden, 18. Mai — 21. Juni = sämtliche Kinder hatten die Masern, 11. Juli = Ausflug mit den Kindern nach dem Stein- berge, der Glashütte, Hedemünden, mit der Bahn nach Kragenhof zurück, 3. — 16. August = Ernteferien, 2. Septbr. = Sedanfest, 24. Septbr. — 14. Oktober = Michaelisferien, 16. OK- tober = Prüfung der minorennen Konfirmanden, 15. November = amtliche Konferenz, 23. Dezember bis 3. Januar = Weihnachtsferien, 27. Januar = Kaisers Geburtstag, 22. März = Prüfung der Konfirmanden in Münden, 7. April = Beginn der Osterferien.
4. Inspektionen, Schulbesuche durch Schulräte, Kreis- und Lokal-Schulinspektoren, amtl. Konferenzen.
Der Kreis-Schulinspektor, Herr Superintendent Schuhmann, revidierte am 14. Februar v. 9 1/2 bis 12 Uhr vormittags die hiesige Schule.
Der Ortsschulinspektor, Herr Pastor Grußendorf, besuchte an folgenden Tagen die Schule: 29. Juni, 1. September, 27. Oktober, 14. Dezember, 19. März von 1 — 4 Uhr nachmittags zur Schulprüfung.
Auf der amtlichen Konferenz am 3. Mai 1899 hielt Lehrer Grabbe - Münden einen Vor- trag über das Consieren, Stoffregen = Hedemünden über den Volksschriftsteller Sohnrey. Die zweite [25] Konferenz am 15. November hatte sich mit den Züchtigungserlassen des Kultusministers Bosse vom 1. Mai u. 27. Juli 1899 zu beschäftigen. Referate lieferten
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noch der Kreis-Schulinspektor, Herr Superintendent Schuhmann, über „das Gesangbuch“ und Rektor Müller = Hedemünden über „das Flüggische Lesebuch“.
. Einschneidende Verordnungen, wichtige Schulvorstandsbeschlüsse etc.
Durch die Ministerial-Erlasse vom 1. Mai und 27. Juli 1899 wurde das Züchtigungsrecht der Lehrer bedeutend eingeschränkt. Danach konnte der Lehrer körperliche Züchtigungen nur bei besonders schweren Vergehungen, wenn andere Disciplinarmittel nichts gefruch- tet, und zwar nur unter Zustimmung des Leiters der Schule anwenden.
Zur Freude der Lehrer setzte Kultusminister Studt am 19. Januar 1900 diese Erlasse außer Kraft, indem er zugleich die Anlegung eines Strafverzeichnisses verfügte, in welches jede vollzogene Züchtigung sofort nach der Unterrichtsstunde einzutragen ist.
Im Frühjahre 1899 pflanzte Lehrer Boedecker im Schulgarten und auf dem Kirchhofe weitere 17 Obststämme 1. Qualität an. Zufolge Mitteilung des Herrn Kreis-Schulinspek- tors vom 16. September 1899 bewilligte die Kgl. Regierung die Kosten der Anpflanzung mit Ausnahme der Kosten für Ausheben der Baumgruben, Pflanzen der Stämme, Baum- pfähle, Kalk etc., Befestigung der Stämme mit 48 M. Der Nachfolger des gegenwärtigen Stelleninhabers übernimmt den Stamm mit 38 Pfg. Siehe Seite 17! [26]
. Merkwürdige Naturereignisse, Sehenswürdigkeiten im Orte etc.
Sommer und Herbst brachten eine gute Korn- u. ausgezeichnete Strohernte. Wie nie zuvor konnte man um Benterode herum einen Kranz von Strohdiemen wahrnehmen. Der Winter war sehr mild. Vom 24. Februar an hatten wir eine Reihe schöner, warmer Frühlingstage, sodaß die Bienen eifrig flogen und die Schneeglöckchen hervorkamen.
7. Bedeutsame politische Ereignisse und deren Wirkung auf den Ort. Nichts.
8. Denkwürdige kirchliche, kommunale
und andere Ereignisse im Orte und der nächsten Umgebung.
23. April: Schiedsmannswahl: An Stelle des früheren Gemeindevorstehers Ed. Kulle wur- de der jetzige Gemeindevorsteher Löwer gewählt.
Am 8. Juni beerten Se. Excellenz der Herr Oberpräsident der Provinz Hannover, Graf Stolberg, der Präsident der General-Kommission zu Hannover, v. Fastenau, der Landrat, Herr Geheimrat v. Düring, und verschieden[e] Regierungsräte unser Dorf durch ihren Be- such, um die Wellebachs-Regulierungsarbeiten im Dorfe zu besichtigen. Die erst zum größten Teil vollendete Regulierung gewährte ein anschauliches Bild von dem früheren u. dem jetzigen Stande der Wasser- und Wegeverhältnisse und ließ erkennen, daß sie gerade- zu eine Lebensfrage für das Dorf geworden war. Von einer mit schwerem Fuhrwerk zu befahrenden Straße konnte früher [27] keine Rede sein; die Bachsohle diente als solche. Zwar führte im Ober- und Unterdorfe ein Weg dicht an dem Bache entlang, aber der lag kaum fußhoch über demselben. Bei Regengüssen — Tauwetter, Gewitter — trat das Wasser über den Weg, drang in die Ställe und Keller und hob jeglichen Verkehr auf. Die einzige Brücke vor der Mündung des „Viehweges“ wurde bei Hochwasser unpassierbar. Durch die Regulierung ist das Flußbett vertieft und stellenweise erweitert und verlegt. Zu beiden Seiten sind chaussierte Straßen angelegt. Drei neue Betonbrücken verbinden die Uferstra- Ben.
Den hohen Herren wurde ein festlicher Empfang bereitet. Bei einer am Dorfeingange er- richteten Ehrenpforte hatten die Gemeindevertreter, die Vereine und der Lehrer - die Schulkinder waren masernkrank - Aufstellung genommen. Gemeindevorsteher Löwer be- grüßte Sa. Excellenz in einer kurzen Ansprache. Die Häuser waren prächtig geschmückt, besonders die Schule, die sich Se. Excellenz vom Lehrer zeigen ließ. Se. Excellenz erkun-
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digte sich eingehend nach den Verhältnissen der Schule und des Dorfes, sprach seine Freude darüber aus, daß die Regulierung endlich zu stande gekommen sei und stellte der Gemeinde eine namhafte Staatsbeihülfe zu den Kosten der Wellebachregulierung in Aus- sicht, indem er zugleich für den großartigen Empfang dankte.
Am 20. August waren die Wellebachregulierungs-Arbeiten beendet, und am 29. August nahm sie Herr Specialkommissar Storck ab. Die Kosten der Regulierung, welche die Bau- unternehmer Henze = Oberode und Hellwig = Ziegenhagen [28] größtenteils ausgeführt haben, — siehe Seite 20 — belaufen sich insgesamt auf 12.234 M. Davon zahlten Staat = 6600 M, Provinz 920 M und der Kreis = 1000 M, in Summa = 8520 M, die Gemeinde also 3714 M. Durch diese für die Gemeinde so überaus günstige Lösung der Kostenfrage sind auch die schärfsten Gegner der namentlich durch den Lehrer energisch befürworteten (Seite 20) Wellebachsregulierung ausgesöhnt. bei Aufhebung der Verkoppelungskasse am l. Januar 1900 war der Gemeindebeitrag von 3714 M bereits auf 2762,75 M noch aufge- braucht. Der Rest wurde von der Gemeindekasse übernommen.
Mit der Regulierung des Wellebachs ist auch die am 22. Dezember 1888 beschlossene Verkoppelung — die neuen Koppeln sind 1892 überwiesen — beendet. Der gesamte Grund- besitz der Gemarkung Benterode betrug vor der Verkoppelung 363 Hektar, ist aber durch Hinzutreten der Waldabtriebsfläche — Haidstrauch, Sandbreite etc. — auf 391 ha ange- wachsen. Der Rentwert dieser Fläche (19.223,85 M) ist nach der Bonitierung berechnet. Der Hektar 1. Klasse wurde mit 120 M, die 2. Kl. mit 100 M, die 3. Kl. mit 90 M, die 10. Kl. mit 20 M,d. 11.Kl.=15M, die 12. Kl. = 10 M und die 13.=5 M u. 14. = 2,50 M an- gesetzt. (Siehe 1. Chronik: Seite 198.) Im Herbste 1899 sind die letzten Kosten bezahlt. Bar erhoben wurden in den 10 Jahren für die Staatskasse 10 M pro Hektar = 3910 M we- niger 134,72 M für Pfarre und Schule = 3775,28 M, für die Verkoppelungskasse [29] 36.469,21 M, zusammen 40.244,49 M. Außer dem Betrage von 3775,28 M für die Staats- kasse sind an Neben- und Folgeeinrichtungskosten bezahlt = 41.667,15 M, zusammen 45.442,43 M. Das Mehr an Ausgaben von 5197,94 ist gedeckt durch 3800 M Folgeein- richtungskosten-Beihülfe seitens des Staates, durch den Verkauf von Reservationen, Kapi- talzahlungen für zu viel erhaltenen Rentwert und Weideabfindung, durch Pacht für Wege und Reserve-Koppeln etc. Die Kosten ausschließlich der für die Regulierung des Welle- bachs betragen für den Hektar 116,22 M, für den hann. Morgen — 26,21 a— 30, 46 M oder 236,39 % des Rentenwertes. Die bar erhobenen Kosten belaufen sich für den Hektar auf 102,93 Mark, für den Morgen auf 26,98 M oder 209,35 % des Rentenwertes.
Rechnungsführer der Verkoppelungskasse war Lehrer Boedecker.
Am 10. September wurde das neue Pfarrgebäude in Landwehrhagen von dem Kirchenvor- stande abgenommen, und am 21. September bezog Herr Pastor Grußendorf dasselbe.
Geboren sind 1899 = 14 Kinder, 8 Knaben und 6 Mädchen, gestorben 12 Personen, 4 männliche und 8 weibliche.
27. März 1900: Wahl neuer Forstvertreter: Ackermann Heinrich Bischoff III, August Fin- dorf u. Heinrich Reimann.
Schluß des Schuljahres am Mittwoch vor Ostern, den 11. April 1900.
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[30]
Schuljahr vom 1. April 1900 bis zum 31. März 1901.
. Zahl der Schulkinder.
Am Anfang des Schuljahres, 26. April 1900, befanden sich in der Schule 90 Kinder, 43 Knaben und 47 Mädchen.
Aufgenommen wurden beim Anfange 15 Kinder, 7 Knaben und 8 Mädchen, sodaß die Kinderzahl 105, 50 Knaben und 55 Mädchen, betrug.
Abgang: 30. März 1901 = 12 Kinder, 3. Knaben und 9 Mädchen, welche am 14. April, Quasimodogeniti, konfirmiert wurden.
Am Ende des Schuljahres, 3. April 1901, verblieben somit in der Schule = 93 Kinder, 47 Knaben und 46 Mädchen.
. Bauliche Veränderungen, Weißen, Vermehrung des Inventars etc.
Die beiden Schlafstuben im 2. Stock über den Wohnstuben erhielten neue Tapeten, und die Küche wurde geweißt, bezw. mit grüner Lehmfarbe gestrichen.
Der alte, durchgebrannte Ofen der hinteren Wohnstube mußte durch einen neuen ersetzt werden.
. Unterbrechungen der Schule
durch Behinderung des Lehrers, Ferien, Schulfeste, Seuchen etc.
Der Unterricht fiel aus: 16. Mai - amtl. Konferenz, 3.—7. Juni - Pfingstferien, 25. + 26. [31] Juni - der Lehrer hatte starken Schnupfen, Husten und Lungenkatarrh, 5. — 18. Juli - Heuferien, 6. bis 11. August - Ernteferien, Schulausfall am 5., 19. und 26. Juli, 2., 23. u. 30. August und 6., 13. und 20. September wegen Vertretung des erkrankten Lehrers Dre- bing in Landwehrhagen durch den hiesigen Lehrer, 1. September - Sedanfest, 22. Septem- ber bis 13. Oktober - Michaelisferien, 15. Oktober - Prüfung der minorennen Konfirmaden in Münden, 15. November - der Lehrer war vom Amtsgericht Münden als Privatkläger vorgeladen, 1. Dezember - Volkszählung, 24. Dezember — 3. Januar - Weihnachtsferien, 18. Januar - 200jährige Jubiläum des Königreichs Preußen, 19. März - Konfirmandenprü- fung in Hedemünden, 22. u. 23. März - der Lehrer hatte Influenza, 4. April - Beginn der Osterferien.
. Inspektionen, Schulbesuche durch Schulräte,
Kreis- und Lokal- Schulinspektoren, amtl. Konferenzen.
Der Kgl. Kreis-Schul-Inspektor, Superintendent Schumann = Hedemünden, revidierte am 7. Februar, der Lokal-Schul-Inspektor, Herr Pastor Grußendorf » Landwehrhagen, am 3. Juli, 14. Septbr., 10. Dezbr. 1890 [1900?] und am 14. März 1901 - Schulprüfung - die hie- sige Schule.
Auf der amtlichen Lehrerkonferenz am 16. Mai 1890 [1900?] referierten Lehrer Rausch = Münden und Lehrer Helmers = Landwehrhagen über die blisch. Geschichten von Bode- mann u. vom Hannoverschen Lehrerverein. Allgemein empfohlen wurde die bl. Geschich- te vom Hann. Lehrerverein.
. Einschneidende Verordnungen, wichtige Schulvorstandsbeschlüsse etc.
[32] Am 17. Mai wurde zufolge der Verfügung der Kgl. Regierung v. 17. Februar 1900 durch den Kreis-Schul-Inspektor betr. der Ferien für das Schuljahr 1900/1901 folgendes
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festgesetzt:
1. Heuferien = 7 Tage, 2. Ernteferien = 14 Tage, 3. Michaelisferien = 21 Tage, 4. Weih- nachtsferien vom 24. Dezember — 3. Januar, 5. Osterferien vom 4. — 13. April. Zu diesen 63 Ferientagen traten noch 3 unterrichtsfreie Tage von Pfingsten bis einschließlich Don- nerstag nach Pfingsten hinzu.
Von dem Beginn der Sommer- und Herbstferien ist der Kreis-Schul-Inspektor in Kenntnis zu setzen.
Mit der Schulaufnahme soll es nach Verfügung der Kgl. Regierung folgendermaßen ge- halten werden (Verf. v. 21. Aprl. 1900):
1. Die Aufnahme soll nur einmal im Jahre und zwar zu Ostern erfolgen.
2. Es dürfen nur solche Kinder aufgenommen werden, die bis zum 31. Juli incl. das 6. Lebensjahr vollendet haben und nach ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung als schulfähig zu erachten sind.
3. Die Aufnahme jüngerer Kinder kann in Ausnahmefällen vom Kreis-Schul-Inspektor durch schriftliche, bei den Schulakten aufzubewahrende Verfügung genehmigt wer- den. Doch sind Kinder, die erst nach dem 30. September das 6. Lebensjahr vollenden, überhaupt nicht als schulfähig anzusehen.
Diese Bestimmungen treten mit dem Schuljahre 1901/1902 in Kraft.
[33] Die Kgl. Regierung verfügte am 8. August 1900: Von Ostern 1901 ab ist statt des bisher gebrauchten Rechenbuches von Heuer-Magnus das von Backhaus-Wiese, Heft 1-4, beim Unterricht zu verwenden. Heft 5 darf nicht ohne Genehmigung der Kgl. Regierung eingeführt werden. Die Genehmigung wird nur dann erteilt, wenn der Soff der ersten vier Hefte festsitzt.
Auf Nachsuchen des Kgl. Kreis-Schul-Inspektors genehmigte die Kgl. Regierung die Ein- führung der „Biblische Geschichte“ vom Hann. Lehrerverein.
Durch Schreiben vom 21. August 1900 forderte die Kgl. Regierung, da die Kinderzahl der hiesigen Schule auf 105 gestiegen war, eine Erklärung darüber, ob der Schulvorstand ge- neigt sei, eine zweite Schulstelle zu errichten und für die Beschaffung eines zweiten Schulsaales zu sorgen.
Zugleich mußte die Zahl der Schulkinder vom 1. Januar 1891 bis dahin 1900, die Zahl der Geburten und die Zahl der Sterbefälle unter den Kindern unter 14 Jahren der letzten 20 Jahre angegeben werden.
Die Zahl der Schulkinder betrug: l. Januar 1891 = 85, 1. Januar 1892 = 83,
1. " 1893=83, l. " 1894=85, 1. " 1895=83, 1. " 1896=85, 1. " 1897=85, 1. " 1898=93, 1. " .1899=93, 1. " 1900=105,
zusammen 880, mithin jährlich im Durchschnitt = 88. Geboren sind 1880 = 14, gestorben 5 Kindler.
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Geboren sind 1886 = 16, gestorben 2 Kindler.
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Im Durchschnitt waren also in den achtziger Jahren jährlich ev. 140 -28=112:10=11,2 (8 Schuljahre = 90 Kinder) in den neunziger Jahren 151-30=212:10= 12,1 (8 Schuljahre 97 Kinder) Kinder schulpflichtig.
Der Schulvorstand lehnte die Errichtung einer zweiten Schulstelle etc. ab.
Zur Erzielung größerer Planmäßigkeit im Unterrichte ordnete die Kgl. Regierung am 20. Dezember 1900 folgendes an:
Von Ostern 1901 ab ist die Stoffverteilung unter Benutzung der von der Regierung festge- stellten Musters nach Wochenabschnitten auf ein halbes Jahr im voraus auszuarbeiten [35] und der Lehrbericht auf der rechts gegenüberstehenden Seite des Buches entsprechend wöchentlich unter Benutzung des gleichen Musters zu erstatten.
Das bis dahin gebrauchte Monatsbuch wurde somit abgeschafft.
Am 31. Dezember 1901 bestimmte die Kgl. Regierung, daß im Hinblick auf das 200jähri- ge Jubiläum des Königreichs Preußen am 18. Januar 1901 in der Schule eine entsprechen- de Feier veranstaltet werde und daß der Unterricht an diesem Tage ausfalle.
Die Feier wurde am 18. Januar abgehalten. Die Schule war festlich geschmückt.
Die Kgl. Regierung schenkte der Schule u. einem fleißigen Schüler je ein Bild mit dem gegenwärtigen und dem ersten preußischen Könige, der Krone, dem Scepter, dem Schwerte und Reichsapfel, sowie der Justitia u. Fortitudo.
Nach den Grundsätzen bezüglich der Bestimmung der Zahl und der Verteilung der wö- chentlichen Unterrichtsstunden auf die einzelnen Fächer, welche die Kgl. Regierung am 25. Februar 1901 erließ, verteilen sich die wöchentlichen Unterrichtsstunden in der Halb- tagsschule auf die einzelnen Fächer folgendermaßen:
Ober- u. Mittelstufe. Unterstufe. Religion U Blasien 6/2 =3 Stunden Deutsch en 6 " Realien EI iesssiisfianstirtene, _ Rechnen u. Rauml. =4 ....ennn 2 r Zeichnen u URRFEEFRE TEN ENT ERNRE _
Singen = 2/2= R
Turnen (Handarbeit) =1(2) ........nee. >= 20 (21) 12 Stdn.
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[36] Die Religionsstunden wurden infolgedessen um 2 vermindert und die Stunden im Deutschen und Rechnen (Raumlehre) je um eine vermehrt.
. Merkwürdige Naturereignisse, Sehenswürdigkeiten im Orte etc.
Die Nacht vom 15. auf den 16. Mai 1900 brachte uns starke Kälte. Die Blätter der Rotbu- che und des Weinstocks, die Blüten der Obstbäume u. der Heidelbeere und die Früchte der Stachel- und Johannisbeere sind an ungeschützten Stellen gänzlich erfroren.
Infolge heftiger Gewitter am 2./3. Juli trat der Wellebach im Dorfe über die Ufer. Die Wassermassen kamen mit solcher Wucht angeschossen, daß die neuen Seitenmauern des Baches zum Teil einstürzten.
Vom 13. Juni bis 10. Juli hat es hier jeden Tag geregnet. Die Heuernte fiel deshalb in die Zeit vom 11. — 15. Juli, d. i. 14 Tage später als gewöhnlich.
Die Ernte muß als eine mäßige Mittelernte bezeichnet werden. Die Obsternte war äußerst gering.
Von Neujahr bis zum Frühlinge hielt der strenge Winter an, der uns abwechselnd eine Menge Schnee und Eis bescherte.
. Denkwürdige kirchliche, kommunale und andere Ereignisse im Orte und der nächsten Umgebung.
Am 6. Mai fand in Landwehrhagen die Kirchenvisitation der Parochie Landwehrhagen durch Herrn Superintendenten Schumann [37] und Herrn Landrat v. Stockhausen, der seit dem 1. August 1899 das Kgl. Landratsamt verwaltet, statt.
Am 17. August wurde die hiesige Wald- und Feldjagd auf 6 Jahre verpachtet. Die Ge- meinde erzielte dabei die enorm hohen Sätze von 650 M für die Wald- und 280 M für die Feldjagd. Die Waldjagd (207 ha) pachtete der Badehalter Gerhardt = Cassel und die Feld- jagd (ca. 400 ha) der Seifensieder Heller - Cassel.
Nach amtlicher Schätzung sind von den Einwohnern hiesiger Gemeinde im Jahre 1900 in der Gemarkung Benterode bestellt 55 ha mit Roggen, 65 ha mit Hafer, 10 ha mit Weizen, 1 ha mit Feldbohnen, 5 ha mit Wickfutter, 33 ha mit Kartoffeln, 6 ha mit Runkelrüben, 25 ha mit Klee und 3 ha mit Lein.
Volkszählung am 1. Dezember 1900:
In Benterode waren 72 bewohnte und 3 unbewohnte Wohnhäuser, 75 gewöhnliche Haus- haltungen von 2 und mehr Personen und 5 einzeln lebende Personen, ortsanwesend 201 männliche und 220 weibliche Personen, zusammen 421, vorübergehend abwesend 20 Per- sonen, 19 männliche und 1 weibliche. Die Wohnbevölkerung betrug also 220 männliche u. 221 weibliche Personen, zusammen 441.
Vieh- und Obstbaumzählung:
33 Pferde, 155 Stück Rindvieh, 212 Schafe, 201 Schweine, 88 Ziegen, 848 Stück Feder- vieh, 27 Bienenstöcke und 2689 Obstbäume. Von den 155 Stück Rindvieh sind 103 Kühe über 2 Jahr alt. Im Jahre werden etwa 62 Kälber geboren. 848 St. Federvieh = 203 Gänse und [38] 645 Hühner. 2689 Obstbäume = 1321 Apfel-, 192 Birn-, 1088 Zwetschen- und 88 Kirschenbäume..
Geboren sind 1900 = 13 Kinder, 6 männliche und 7 weibliche, gestorben 6 Personen, männliche, davon 4 Kinder unter 14 Jahren.
Schluß des Schuljahres am Mittwoch vor Ostern, den 3. April 1901.
19
[39]
Schuljahr vom 1. April 1901 bis zum 31. März 1902.
1. Zahl der Schulkinder.
Am Anfang des Schuljahres, 16. April 1901, befanden sich in der Schule 93 Kinder, 47 Knaben und 46 Mädchen.
Aufgenommen wurden am Anfange 7 Kinder, 4 Knaben und 3 Mädchen, sodaß die Kin- derzahl 100 betrug, 51 Knaben und 49 Mädchen.
Abgang: 26. März 1902 = 10 Kinder, 6 Knaben und 4 Mädchen, welche am 6. April, Qua- simodogeniti, konfirmiert worden sind.
Am Ende des Schuljahres, 26. März 1902, verblieben somit 90 Kinder, 45 Knaben und 45 Mädchen.
2. Bauliche Veränderungen, Weißen, Vermehrung des Inventars etc.
Im Schulsaale wurden die Wände mit grüner Leimfarbe gestrichen, die Decke geweißt, der Ofen repariert und neu gesetzt, die Tafeln mit Schiefermasse lackiert und roter Linia- tur versehen.
Die Schulutensilien sind vermehrt durch einen Tisch mit verschließbarer Schublade und einen Kasten zur Aufbewahrung von Karten etc.
Durch Verfügung vom 9. Novbr. 1901 bewilligte die Kgl. Regierung der hiesigen Schul- gemeinde [40] 100 M zur Beschaffung von Turngeräten, sowie zur Herstellung eines Turnplatzes und durch Verfügung vom 6. Dezember 1901 = 50 M zur Anschaffung von Lehrmitteln etc. Infolgedessen wurde ein neuer Turnplatz, ca. 30 qm gr., am Sichelnstei- ner Wege, 626 m vom Schulhause entfernt, angelegt, mit Kies bedeckt und eingefriedigt.
An Turngeräten, Lehrmitteln etc. beschaffte der Schulvorstand:
1) 2 feststehende Recke und Barren,
2) 4 Trommeln nebst Zubehör u. 12 Pfeifen.
3) Lehmann, kulturgeschl. Bilder,
4) Göring-Schmidt, ausländ. Kulturpflanzen,
5) Eschner, anatom. Wandtafeln,
6) Winkelmann, Anschauungsunterricht, 2 Bilder,
7) Anschauungsbilder für den bl. Geschichtsunterricht von Helmert u. Bensch, 8) einen eisernen Hebel, zweiarmig, mit Gewichtsstücken.
3. Unterbrechungen der Schule durch Behinderung des Lehrers, Ferien, Schulfeste, Seuchen etc.
Der Unterricht fiel aus: 15. April - Heiserkeit des Lehrers, 21. Mai - Ausflug mit 52 der größeren Kinder nach Wilhelmshöhe b. Cassel, 26. — 30. Mai - Pfingstferien, 23. — 29. Ju- ni - Heuferien, 28. Juli — 10. Aug. - Ernteferien, 11. Aug. — 8. Septbr. wöchentlich dreimal - Lehrer Boedecker nahm vom 5. Aug. — 7. September an einem Kursus für Lehrer an ländlichen Fortbildungsschulen an der Landwirtschaftsschule zu Hildesheim teil. Die [41] Lehrer Köhler = Sichelnstein, Eicke = Uschlag und Schmidt =» Landwehrhagen hatten wö- chentlich je einmal in Benterode den Schuldienst zu versehen, 22. September — 12. Okto- ber - Herbstferien, 14. Oktober - Prüfung der minorennen Konfirmanden, 23. Oktober - amtliche Lehrerkonferenz in Blume bei Münden, 30. Oktober - Herr Landrat v. Stockhau- sen hielt einen Vortrag über das Fürsorgeerziehungsgesetz v. 2. Juli 1900 und hatte die
20
Lehrer dazu eingeladen, 1.— 10. Dezember - Lehrer Boedecker hatte einen starken Anfall von Influenza, 25. Dezember — 5. Januar - Weihnachtsferien, 10. März - Konfirmanden- prüfung in Münden, 26. März - Anfang der Osterferien.
. Inspektionen, Schulbesuche durch Schulräte,
Kreis- und Lokal-Schul-Inspektoren, amtliche Konferenzen.
Der Kreis-Schul-Inspektor, Herr Pastor Müller = Speele, revidierte am 17. Oktober 1901, der Lokal-Schul-Inspektor, Herr Pastor Fahlbusch » Landwehrhagen, am 12. März - Oster- prüfung - die hiesige Schule.
Die amtliche Konferenz fand am 23. Oktober im Kielschen Saale in Blume bei Münden statt. Anwesend waren außer dem Herrn Kreis-Schul-Inspektor Herr Regierungs- und Schulrat Dr. Sachse - Hildesheim, Herr Superintendent Schumann und zeitweilig auch Herr Landrat v. Stockhausen, 4 Lokal-Schulinspektoren u. 19 Lehrer.
Tagesordnung: 3 Referate über Themen, welche die Kgl. Regierung durch Ausschreiben vom 10. April 1901 zur Behandlung vorgeschrieben hatte.
l. Aufstellung des Stoffverteilungsplanes nach den neuen Mustern, insbesondere die Konzentration der Stoffe im Religionsunterricht. Ref. Rektor [42] Müller - Hedemün- den. Herr Regierungsrat Dr. Sachse billigte die Anordnung der religiösen Stoffe ent- weder nach dem Gange des Katechismusunterrichts und des Kirchenjahres oder nach des Katechismus, der bibl. Geschichte u. des Kirchenjahres (Perikopen, Kirchenlied, Choral). Die meisten Anwesenden sind für die letzte Gruppierung.
2. Die Behandlung der zum Katechismusstoff aus dem Lesebuche ausgewählten An- schlußstoffe im deutschen Unterrichte. Ref. Lehrer Köhne - Wiershausen. Die Stoffe werden vom Referenten gegliedert in solche, die geeignet sind, den Katechismusstoff zu veranschaulichen und solche, die demselben zur Belebung dienen, sind dement- sprechend vor oder nach der Behandlung des Katechismusstückes in der Lesestunde zu besprechen und in der Stoffverteilung sowohl unter „Religion“ als auch „Lesen“ einzutragen.
3. Die Gliederung des Rechenwerks von Backhaus u. Wiese nach Stufen u. Klassen. Ref. Lehrer Birnbaum » Escherode. Der Rechenstoff kann folgendermaßen verteilt werden: 1. Heft = Unterstufe, 2. Heft u. 3. Heft, Absch. 1 und v. Abschn. 2 d. $$ 1-4 = Mittel- stufe, 3. Heft, Abschn. 2, $ 5-8 u. 4. Heft = Oberstufe. Für die vereinigte Ober- und Mittelstufe genügen 3 Abteilungen.
Auf der Parochialkonferenz am 18. März hielt Lehrer Boedecker einen Vortrag über „die Mitwirkung der Lehrer bei der Ausführung des Gesetzes über die Fürsorgeerziehung Min- derjähriger“ [43] (Verf. d. Kgl. Regierung v. 10. April 1901).
5. Einschneidende Verordnungen, wichtige Schulvorstandsbeschlüsse ete. —
6. Merkwürdige Naturereignisse, Sehenswürdigkeiten im Orte etc. —
7. Denkwürdige kirchliche, kommunale
und andere Ereignisse im Orte und der nächsten Umgebung.
Am 1. April 1901 legte Herr Superintendent Schuhmann = Hedemünden das Amt als Kreis-Schul-Inspektor der Inspektion Hedemünden nieder. An seine Stelle trat Herr Pastor Müller = Speele.
Wie sehr unsere Gemeinde ihren Vorsteher Löwer zu schätzen weiß, geht daraus hervor, daß sie ihm am 21. April mit 59 1/2 von 60 1/2 abgegebenen Stimmen für die nächsten 6 Jahre wiederwählte und sein Gehalt um 100 M, jetzt 250 M, erhöhte.
Am Mittwoch, den 8. Mai, starb unser Seelsorger, Herr Pastor Grußendorf = Landwehrha-
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gen, nach achtwöchiger Krankheit an der Schwindsucht. Den Lehrern der Parochie war der Verstorbene ein gerechter und milder Vorgesetzter, den Gemeinden ein liebevoller und treuer Pastor. Die Beerdigung fand am Sonnabend, den 11. Mai, unter großer Beteili- gung von Geistlichen und Lehrern der Inspektion, sowie der Gemeinden der Parochie statt.
Für die Zeit der Pfarrstellen-Vakanz wurde It. Verfg. d. Kgl. Regierung v. 25. Mai Herr Pastor Jung = Uschlag zum Ortsschulinspektor für die Schulen der Parochie Landwehrha- gen ernannt.
Sonntag, den 13. Oktober 1901: Feierliche Einführung [44] des vom Kgl. Konsistorium zu Hannover zum Pastor der Parochie Landwehrhagen ernannten Herrn Pastor Fahlbusch aus Gr. Goltern bei Hannover durch die Herren Kirchen-Kommissarien, Herrn Superintenden- ten Schuhmann und Herrn Landrat v. Stockhausen, in der Kirche zu Landwehrhagen. An die Feier schloß sich ein Essen im Haaseschen Gasthause in Landwehrhagen, an welchem auch die Kirchen- und Schulvorsteher und Lehrer der Parochie teilnahmen.
Herr Pastor Fahlbusch hatte auf Anordnung des Kgl. Konsistoriums bereits am 29. Sep- tember und 6. Oktober 1901 in Landwehrhagen und Benterode gepredigt.
Geboren sind im Jahre 1901 = 10 Kinder, 3 Knaben und 7 Mädchen, gestorben 8 Perso- nen.
Am 28. Januar 1902 bildete Lehrer Boedecker eine Schülerkapelle von 16 Schülern (4 Trommler und 12 Pfeifer), die er in Trommeln und Pfeifen unterrichtete. Die Gemeinde bewilligte die Mittel zur Beschaffung der Instrumente.
Schluß des Schuljahres: Mittwoch vor Ostern, den 26. März 1902.
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[45]
Schuljahr vom 1. April 1902 bis zum 31. März 1903
1. Zahl der Schulkinder.
Am Anfang des Schuljahres, 7. April 1902, waren in der Schule 90 Kinder, 45 Knaben u. 45 Mädchen.
Aufgenommen wurden am Anfange 11. Kinder, 9 Knaben und 2 Mädchen, sodaß die Kinderzahl 101 betrug, 54 Knaben u. 47 Mädchen.
Zugang: Am 20.10.02 Marie Mühlhausen v. Münden.
Abgang: Dieselbe am 24.12.02 wieder nach Münden. Am 19.7.02 Karl Weiß nach Bli- ckershausen, Kreis Witzenhausen, in Pflege.
Am 13.2.03 Hilde Reimann am Herzfehler gestorben.
Am 17.4.03 = 13 Kinder, 8 Knaben und 5 Mädchen, welche am Sonntag nach Ostern, den 19. April 1903, konfirmiert worden sind.
Am Ende des Schuljahres, den 7. April 1903, verblieben somit 86 Kinder, 45 Knaben und 41 Mädchen.
2. Bauliche Veränderungen, Weißen, Vermehrung des Inventars etc.
Am 8. Juli 1902 wurde das Schulhausdach mit schwarzen Falzziegeln gedeckt. Das alte Dach war dermaßen undicht geworden, daß es den Schnee durchließ, der häufig fußhoch den oberen Boden bedeckte. Kosten 613,90 M.
Im übrigen wurden die beiden Vorplätze, die Küche und die hintere Kammer im zweiten Stockwerke gestrichen, bezw. geweißt u. tapeziert.
Das Inventar erhielt einen Zuwachs durch [46] 4 Anschauungsbilder: Die vier Jahreszei- ten, 1 Saugpumpe von Glas, I Hufeisenmagneten und 1 Winkelmesser von Holz.
3. Unterbrechungen der Schule durch Behinderung des Lehrers, Ferien, Schulfeste, Seuchen etc.
Der Unterricht fiel an folgenden Tagen aus:
16. April: Amtl. Lehrerkonferenz in Münden,
20.— 22. Mai: Pfingstferien,
19. Juni—9. August: Sommerferien
4. August - 6. September: Wöchentlich zweimal Schulausfall - Lehrer Boedecker nahm an einem landwirtschaftlichen Kursus in Hildesheim teil. Die Lehrer Köhler - Sichelnstein, Thile » Landwehrhagen, Graumann - Landwehrhagen und Bigge - Uschlag hatten zu vika- rieren.
28. Septbr. — 18. Oktober: Herbstferien.
25. Dezember 1902 — 4. Jan. 1903: Weihnachtsferien.
16. März: Konfirmandenprüfung in Münden.
9. - 18. Aprl. 1903: Osterferien.
4. Inspektionen, Schulbesuche durch Schulräte, Kreis- und Lokal-Schulinspektoren, amtliche Konferenzen.
Am 26. Juni von 9 1/2 - 11 1/2 Uhr inspizierte Herr Kreis-Schulinspektor Müller = Speele die hiesige Schule.
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Die amtliche Konferenz fand am 16. April unter dem Vorsitze des Herrn Kreis- Schulinspektors Müller » Speele statt. Anwesend waren auch die Herren Superintendent Schumann und Landrat v. Stockhausen.
Referate: Herzog Ernst der Fromme und der Gothaer Schul-Methodus. Ref. Söhlmann = Hedemünden.
[47] 2. Referat: Übergang vom 1. zum 2. Hauptstück ohne Schädigung des Gesetzes. Ref. Lehrer Rigge - Uschlag.
5. Einschneidende Verordnungen, wichtige Schulvorstandsbeschlüsse etc.
Am 1. April beschloß die Gemeinde einstimmig, in der Zeit vom 1. November — 1. April eine ländliche Fortbildungsschule einzurichten. Der Unterricht soll wöchentlich an 2 Abenden, je 2 Stunden, von dem Lehrer erteilt werden. Die Kosten für Licht, Heizung und Anschaffung von Lehrmitteln übernimmt die Gemeinde.
Vom 1. April ab versicherte die Gemeinde den Lehrer Boedecker bei der Frankfurter Transport-etc. Versicherungs-Gesellschaft gegen Haftpflicht als Lehrer und Kirchenbeam- ter, sowie gegen haftpflichtgemäße Sachschäden bis 5000 M. Die Prämie beträgt auf 6 Jahre im voraus 18 M.
6. Merkwürdige Naturereignisse, Sehenswürdigkeiten etc.
Am 15. Mai war die Erde vollständig mit Schnee bedeckt. Der Schnee lag so hoch, daß sich unter der Last desselben die Zweige senkten. Die Baumblüte ist größtenteils erfroren.
7. Denkwürdige kirchliche, kommunale und andere Ereignisse.
In der Zeit vom 5. November 1902 — 2. April 1903 erteilte Lehrer Boedecker 11 Schülern im Alter von 15-19 Jahren wöchentlich zweimal Fortbildungsschul-Unterricht. Unter- richtsgegenstände: Landwirtschaftliche Chemie, landwirtschaftl. Rechnen, Ackerbau- und Tierzuchtlehre.
Am 26. März, abends von 7 — 8 1/2 Uhr, wohnten die Herren Regierungsräte Dr. Sachse u. Dr. Wilke » Hildesheim [48] dem Unterricht bei. Staatsbeihilfe: 92 M. 72 Stdn.
Die Viehzählung am 1. Dezember hatte folgendes Ergebnis: 31 Pferde, 121 Stück Rind- vieh, 21 Schafe und 261 Schweine.
1902 sind in Benterode geboren 7 Kinder, 5 Knaben und 2 Mädchen, gestorben 5 Perso- nen, 3 männliche und 2 weibliche.
Über die sonstigen Verhältnisse in Benterode habe ich folgendes zu berichten:
Die Einwohner sind pro 1902/03 folgendermaßen zur Steuer veranlagt:
Einkommensteuer 343 M, fingierte Sätze 163,20 M, Ergänzungssteuer 173,60 M, Grund- steuer einschl. Forensen = 1137,53 M, Gebäudesteuer = 169,60 M, Gewerbe- u. Betriebsstr. = 33 M, Gemeindeabgaben 1786 M, Kreis- u. Provinzialabgaben = 532 M, Kirchen- und Pfarr- abgaben = 598,26 M.
Grundbesitz 607 ha, Grundsteuer-Reinertrag 12.262 M, Gebäudesteuer-Nutzungswert 4419 M, Kaufwert der Gebäude = 220.000 M, des Grundbesitzes 297.000 M. Hypothekenschulden 200.000 M. Das auf der Hann. Landeskredit-Anstalt angeliehene Ablösungskapital beträgt = 63.000 M. Verzinsung u. Amortisat. desselben jährl. 2992,50 M.
In Benterode sind 94 Haushaltungen, davon 10 Bauern, die 2-5 Pferde halten, 12 Bauern, die mit Kühen ackern, 1 Kaufmann, 18 kleine Handwerker (größtenteils Schuhmacher), 1 Lehrer, 32 Lohnarbeiter, 20 Witwen etc.
Von den 94 Haushaltungen sind 5 frei von Steuern, 14 zahlen bis 1,20 M (440 M Einkom-
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men), 28 = 2,40 M (440 — 660 M Eink.), 20 =4 M (660 - 900 M), 12 =6 M (900 - 1050 M), 5 =9M (1050 - 1200 M), 3 je 12 M (1200 - 1350 M), 1 = 16 M (1350 - 1500 M),2=21 M (1500 - 1650 M), [49] 1 = 26 M (1650 - 1800 M), 1 = 31 M (1800 -2100 M), 1=44M (2400 - 2700 M).
Benterode hatte nach dem Personenverzeichnis der Steuerliste 1902/03 = 425 Einwohner. Davon sind 170 Kinder unter 14 Jahren.
Nach Angabe des Gemeindevorstehers Löwer sind 1899 von 7 Paaren 2, 1900 von 9 Paaren 1 und 1901 von 1 Paare 1 mit kirchlichen Ehren getraut.
Der Grundbesitz ist nach Schätzung des Gemeindevorstehers fast 2/3 seines Wertes verschul- det.
Die Grundsteuer ist im Verhältnis zur Ertragsfähigkeit des Bodens hoch. Die nach der Grund- steuer berechneten Abgaben wirken deshalb besonders drückend und sind von den Zahlpflich- tigen kaum aufzubringen.
Einem Teil der Einwohner fehlt es nicht selten an Arbeitsgelegenheit, anderen, namentlich den Trinkern an Arbeitslust. Die Bauern sind durchweg nicht im stande, von den Erträgen ihres Grundbesitzes allein ihre Bedürfnisse bestreiten zu können, und Nebenverdienste haben sie selten. Drei der größeren Bauern stehen nahe vor dem Bankerott. Einem vierten ist bereits am 19. September sein Hof, Hs. Nr. 17 u. 18, unter den Hammer gekommen.
Die beiden Gastwirte machen gute Geschäfte. 1902/03 (1. April) sind in Benterode 150 Hek- toliter Bier getrunken; außerdem ist eine Menge Fusel, der aus den Wirtschaften geholt oder durch Destillateure den Leuten ins Haus gebracht wird, vertilgt.
Die Arbeiter haben ihre Arbeitsstellen auf dem Bruchhofe, in Kassel, auf dem Fasanenhofe b. K. etc. Die Kasseler Arbeiter können im Winter nur am Sonntage nach Hause kommen. Dadurch geht ihnen ein großer Teil ihres Verdienstes verloren.
Schluß des Schuljahres: Mittwoch vor Ostern, den 8. April 1903.
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[50]
Schuljahr vom 1. April 1903 bis zum 31. März 1904.
1. Zahl der Schulkinder.
Aufgenommen wurden am Anfange des Schuljahres, den 20. April 1903, 10 Kinder, 7 Knaben und 3 Mädchen, sodaß die Kinderzahl 96, 52 Knaben und 44 Mädchen, betrug.
Weiterer Zugang: 4. Mai Karl Weiß von Blickershausen (V. Seite 45!) nach Benterode zu- rück.
Abgang: 23. Oktober 1903 Karl Wetzel mit seinen Eltern nach Nedliz, Herzogtum Alten- burg. 30. März 1904 = 10 Konfirmanden, 6 Jungen u. 4 Mädchen, welche am Sonntg. nach Ostern, den 10. April 1904, Konfirmiert worden sind.
Am Ende des Schuljahres, den 30. März 1904, betrug also die Kinderzahl = 86, 46 Kna- ben und 40 Mädchen.
2. Baulicher Veränderungen, Weißen, Vermehrung des Inventars.
Der Schulsaal wurde geweißt, bezw. mit grüner Leimfarbe gestrichen.
Auf Anordnung des Kgl. Landratsamtes mußte das alte, baufällige Backhaus zum Teil er- neuert werden.
Aus der vorderen Wohnstube wurde der von Ameisen ausgehöhlte eichene Querbalken entfernt [51] und ein neuer eingebracht.
Die beiden Wohnstuben erhielten neue Tapeten.
An Lehrmitteln sind angeschafft: l. ein Gestell mit festen und beweglichen Rollen, 2. eine Wandtafel mit Abbildungen von Obstbaumschädlingen.
3. Unterbrechungen der Schule durch Behinderung des Lehrers, Ferien, Schulfeste, Seuchen etc.
Der Unterricht fiel an folgenden Tagen aus:
13. Mai 1903: Amtliche Lehrerkonferenz in Blume b. Münden.
12. Juni: Ausflug mit 51 Kindern über den Steinberg zur
Glashütte Ziegenhagen und nach Hedemünden. Zurück per Bahn nach Kragenhof. 16. Juni: Reichstagswahl: Lehrer B. Protokollführer.
5. — 25. Juli: Sommerferien.
2., 10., 17. u. 24. Septbr.: Lehrer B. hatte für den zum Militärdienst eingezogenen Lehrer Graumann in Landwehrhagen Schule zu halten.
24. September — 14. Oktober: Herbstferien
20. Nvbr.: Lehrer B. als Wahlmann zur Wahl eines Landtags-Abgeordneten nach Göttingen.
25. Dezbr. 1903 — 3. Jan. 1904: Weihnachtsferien.
6. - 13. Febr.: Über 40 Kinder waren an Mumps, Husten etc. erkrankt.
14. März: Konfirmandenprüfung in Münden.
31. März — 9. April 1904: Osterferien.
4. Inspektionen, Schulbesuche durch Schulräte etc., Lehrerkonferenzen.
[52] Am 28. April 1903 und 18. März 1904, vormitt. von 8 — 11 Uhr, hielt der Lokal- Schulinspektor, Herr Pastor Fahlbusch = Landwehrhagen, die Osterprüfung für die Jahre 1902/03 und 1903/04 ab.
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Die amtl. Lehrerkonferenz fand am 13. Mai 1903 in Blume b. Münden unter dem Vorsitze des Herrn Kreis-Schulinspektor Müller = Speele statt. Anwesend waren auch die Herren Landrat v. Stockhausen, Super. Schumann und Medizinalrat Dr. Schulte, sowie der zeitige Vorsitzende des Zweigvereins Münden gegen den Mißbrauch geistiger Getränke, Pastor Begemann = Münden.
Tagesordnung:
l. Referat: Die regelmäßige Vorbereitung des Lehrers auf den Unterricht. Ref. Lehrer Knoke » Volkmarshausen.
2. Referat: Was kann seitens der Schule zur Bekämpfung der Trunksucht geschehen? Ref. der hiesige Lehrer Boedecker.
An der Debatte über diesen Vortrag beteiligten sich in hervorragender Weise die oben ge- nannten Gäste der Konferenz.
. Einschneidende Verordnungen, wichtige Schulvorstandsbeschlüsse etc.
Laut Verfügung vom 22. Juni 1903 bewilligte die Kgl. Regierung, Abtlg. für Kirchen- u. Schulwesen dem hiesigen Schulverbande zur Besoldung des Stelleninhabers für die Zeit vom 1. April 1903 bis dahin 1904 eine jederzeit widerrufliche Staatsbeihilfe von jährlich 50M.
Wegen eines schweren Nervenleidens legte der [53] von seinen Lehrern hochverehrte Kreis-Schulinspektor, Herr Pastor Müller » Speele, die Kreis-Schulaufsicht der Inspektion nieder.
An seine Stelle trat am 1. November - zur Freude der Lehrer - der Lehrersohn Herr Pastor Bösenberg - Gimte.
Vom 1. April 1904 ab wird von der Kgl. Regierung ein „Amtliches Schulblatt für den Re- gierungsbezirk Hildesheim“ herausgegeben, das der Schulvorstand zufolge Verfügung der Kgl. Regierung v. 9. Febr. 1904 bei der Post bestellt hat.
Am 19. Febr. 1904 beschloß die Gemeinde einstimmig, die Schulkassenbeiträge mit den Kommunalabgaben durch den Gemeinderechnungsführer vierteljährlich erheben und in einer Summe an die Schulkasse abführen zu lassen. Bis zum 1. April 1904 hatte der Schulkassen-Rechnungsführer die Erhebung der Beiträge besorgt.
. Merkwürdige Naturereignisse,
Sehenswürdigkeiten im Orte und der nächsten Umgebung etc. Nichts.
. Denkwürdige kirchliche, kommunale und andere Ereignisse.
Bei der Reichstagswahl am 16. Juni wurden von 88 wahlberechtigten Stimmen abgegeben 58. Davon entfielen auf:
1. Bund der Landwirte (Creydt) ............ 17 Stimmen, 2. den nat.-liber. Kandidat. (Levin) ....... 16 " ; 3. den Sozialdemokraten (Heymann) .... 18 er 4. den Welfen (Götz v. Olenhusen) ....... ö; ö
Die Stichwahl zwischen dem Sozialdemokraten [54] und dem Welfen am 25. Juni hatte folgendes Resultat:
1. der Welf = 30 St., 2. der Sozialdemokrat = 12 St.
Geboren sind in Benterode 1903: 11 Kinder, 6 Knaben und 5 Mädchen, gest.: 9 Personen, 3 männliche und 6 weibliche.
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Im Frühjahr 1904 wurde der landstraßenmäßige Ausbau des Weges Uschlag — Liebau — Benterode vollendet.
Die Schülerzahl der Fortbildungsschule (v. Seite 47!) im Winter 1903/04 betrug = 13, die Zahl der Unterrichtsstunden = 74, der Monatszuschuß = 99,77 M. Die Gemeinde bezahlte die nicht unerheblichen Kosten für die Lehrmittel. Von privater Seite wurde sie unterstützt mit=54M (v. Seite 13 + 23 der Gemeinderechnung de 1902/03!). Die Prüfung der Schü- ler fand am 24. März 1904 vor dem Kuratorium der Schule (Gemeindevorsteher Löwer, Gemeindevorsteher a. D. Kulle, Ackermann Heinrich Kulle, Karl Bischoff u. Heinr. Bi- schoff II) statt.
Am 26. März 1904: Wahl des Gastwirts Vogeley zum Gemeinderechnungsführer auf die Zeit vom 1. April 1904 bis dahin 1907.
Schluß des Schuljahres: 30. März 1904.
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[55]
Schuljahr vom 1. April 1904 bis zum 31. März 1905
1. Zahl der Schulkinder.
Am Anfang des Schuljahres, den 11. April 1904, wurden aufgenommen 10 Kinder, 8 Kna- ben und 2 Mädchen, sodaß die Kinderzahl 96, 54 Knaben und 42 Mädchen, betrug.
Weiterer Zugang: Nichts.
Abgang: 18. April 1905 = 17 Konfirmanden, 7 Knaben und 10 Mädchen, welche am Sonntag nach Ostern, den 30. April 1905, Konfirmiert worden sind.
Am Ende des Schuljahres: 19. April 1905 - betrug also die Kinderzahl = 79, 47 Knaben und 32 Mädchen.
2. Bauliche Veränderungen, Weißen, Vermehrung des Inventars etc.
Der untere Teil des Schulhofes wurde gepflastert, die Düngergrube auf demselben neu ausgemauert und nach außen mit einem Staket versehen. Der Schulsaal ist mit grüner Leimfarbe gestrichen; Schweineställe und Holzraum sind verputzt und geweißt.
Neue Schulutensilien und Lehrmittel:
1 Holzkasten, 1 Behälter für die Lesetafeln, 1 Behälter für Schwamm u. Staubtuch, 1 Handbesen, 1 Thermometer mit 3facher Skala, 1 Harms, vaterl. [56] Erdkunde, 6. Aufl., und 1 Hille, Choralmelodieenbuch, 3. Aufl.
3. Unterbrechungen der Schule durch Behinderung des Lehrers, Ferien, Schulfeste, Seuchen etc.
22. — 26. Mai: Pfingstferien,
7. Juni: Ausflug mit 69 Kindern durchs Niestetal
nach Kassel und sodann mit dem Dampfer nach Spiekershausen, 3.— 24. Juli: Sommerferien,
26. September — 15. Oktober: Herbstferien,
17. Oktober: Prüfung der minorenn. Konfirmanden in Münden, 16., 17. u. 19. Dezember: Der Lehrer war
stark erkältet und hatte ein angeschwollenes Gesicht,
23. Dezbr. 1904 — 2. Januar 1905: Weihnachtsferien,
27. März 1905: Konfirmandenprüfung in Münden,
20. April — 1. Mai: Osterferien.
4. Inspektionen, Schulbesuche durch Schulräte etc., Lehrerkonferenzen.
Mittwoch, den 2. November 1904, vormittags von 10 1/2 — 12 1/2 Uhr, revidierten Herr Regierungs- und Schulrat Dr. Sachse =» Hildesheim und der Kgl. Kreisschulinspektor, Herr Pastor Bösenberg - Gimte, die hiesige Schule. Anwesend war die Unter- und Mittelstufe, während die Oberstufe Pfarrunterr. hatte. Der Bericht über die Revision hat folgenden Wortlaut:
„Kgl. Regierung, Abtlg. f. Kirchen- u. Schulwesen. J. Nr. II"! 1765 S.
Bericht über die am 2. November 1904 gehaltene Besichtigung der luther. Schule zu Benterode, Kreis Münden.
I. Gliederung der Schule etc. [57]
29
I. e/2. 96 Kinder. Lehrer Boedecker.
Anwesend waren II u. III mit 59 Kindern. Kinder aus I waren zum Konfirmandenunterr. abwesend.
Der Stundenplan ist in Unordnung. (Bemerkg. des Lehrers: Die Stunden für den Konfirmandenunterr. waren noch nicht bestimmt festgelegt.) Die Zusammenlegung des Unterrichts auf den Vormittag ist in dieser Jahreszeit ungehörig.
Sie ist nur statthaft im 2. Sommervierteljahr. Im Übrigen
ist sie in Benterode abzustellen. Es muß mindestens 1 Stunde Mittagspause gemacht werden. Wegen des Konfirman- denunterrichts darf in der Halbtagsschule keine Stunde
ausfallen.
II. Schulgebäude u. innere Ausstattung. Lehrmittel. In Ordnung.
III. Listenführung. Schulchronik. Schülerbibliothek. In Ordnung.
IV. Gesamteindruck. Die Schule steht befriedigend, namentlich in Rücksicht auf die große Schülerzahl. Der Lehrer ist tüchtig und fleißig.
Hildesheim, den 8. November 1904.
gez. Dr. Sachse, Reg.- u. Schulrat.“
Mittwoch, den 9. Novbr. 1904, fand in Blume bei Münden die amtl. Lehrerkonferenz statt. Verhandlungsgegenstände:
1. Mithülfe des Lehrers bei Ausführung des Kinderschutzgesetzes. Ref. Lehrer Meyer = Speele.
2. Lehrplan im Geographieunterr. Ref. Lehrer Köhne = Wiershausen.
3. Die neue Zeichenmethode. Ref. Lehrer Kühne - Bursfelde.
Mittwoch, den 22. März 1905, vorm. v. 8 — 12 Uhr: Osterprüfung durch Herrn Pastor Fahlbusch = Landwehrhagen. Anwesend waren die Schulvorsteher Kulle, Gerwig u. Vo- geley.
[58] Dienstag, den 14. März 1905: Revision der Schule durch Herrn Pastor Bösenberg - Gimte, Kreis-Schulinspektor, v. 8 — 12 Uhr vormittags.
. Einschneidende Verordnungen, wichtige Schulvorstandsbeschlüsse etc.
Verfg. d. Kgl. Regierung zu Hildesheim betr. des Turnunterrichts v. 18. Febr. 1904:
Der Turnplatz soll die Form eines Rechtecks haben. Die Größe muß für 40 Schüler min- destens 400 qm betragen. Bei geringer Leistungsfähigkeit der Schulgemeinde kann die Turnausrüstung sich auf Holzstäbe, Schwingseil, Springvorrichtung und Reck beschrän- ken. Der Turnunterricht braucht da, wo ein bedeckter Raum steht, nicht während des ganzen Winterhalbjahres ausgesetzt zu werden, sondern ist nach dem Ermessen des Schul- leiters, bezw. Lehrers an schönen Tagen auch in dieser Zeit unter Fortfall der sonst vor- geschriebenen Ersatzstunden zu erteilen.
In der 19. Bezirks-Synode der Inspektion Hedemünden v. 7. Juli 1904 wurden 2 für die Lehrer, bzw. Schüler wichtige Anträge angenommen:
30
l. Antrag betr. Befreiung der Lehrer von den niederen Küsterdiensten u. 2. Antrag betr. Einführung der obl. Fortbildungsschule.
6. Merkwürdige Naturereignisse, Sehenswürdigkeiten im Ort und in der nächsten Umgebung.
Der Frühling 1904 hatte warmes und trockenes Wetter. Am 20. April fingen bereits die Obstbäume an zu blühen.
Am 25. August waren infolge der Sommerdürre [59] sämtliche Halmfrüchte eingeerntet.
In den Nächten v. 13./14. u. 14./15. Oktober erfroren Kapuzinerkresse, Gurken etc. Dage- gen hatten wir in der 1. Hälfte des Dezember wunderschönes Herbstwetter, das die Veil- chen und Marienblümchen im Niestetale hervorzauberte.
Am 30. März 1905 quakten die Frösche. 7. Denkwürdige kirchliche, kommunale und andere Ereignisse.
Am 15. Oktober 1904 wurde die neue Landstraße Benterode-Uschlag durch den Kreisaus- schuß abgenommen.
Nach dem Personenverzeichnis der Gemeindesteuerliste de 1905/06 waren bei der Per- sonenstandsaufnahme am 12. November 1904 in Benterode
417 Personen und zwar
129 männliche über 14 J.,
125 weibliche " 14J.,
163 Kinder unter 14 J., also 39 %.
Die Viehzählung am 1. Dezbr. 1904 hatte folgendes Resultat:
75 Gehöfte, 73 mit Vieh, 28 Pferde, 128 Stück Rindvieh, 0 Schafe, 227 Schweine, 79 Zie- gen.
Geschlachtet und im Haushalte verzehrt sind pro 30. November 1903/04 = 2 Schafe, 162 Schweine und 59 Ziegen.
Die Schülerzahl der ländl. Fortbildungsschule (S. 54) pro Winter 1904/05 betrug 9, die Zahl der Unterrichtsstunden 82, der Monatszuschuß 104 M, der Zuschuß von privater Sei-
te=8M (V. Gemeinder. de 1903/04, Seite 13, Tit. 10, Nr.6!), die Vergütung für die Un- terrichtsstunde 1,50 M. Der Lehrer berechnete sich nur 70 Stunden mit 104 M.
Im Herbste 1904 mußte einer der größeren Bauern, der Ackermann Heinrich Gerdum, Hs.-Nr. 27, [60] seinen Hof und seine Länderei verkaufen. Die Ursache ist in erster Linie der übermäßige Brandweingenuß (V. Seite 491).
1904 sind in Benterode geboren 17 Kinder, 13 Knaben und 4 Mädchen, gestorben 7 Per- sonen.
Schluß des Schuljahres: 19. April 1905.
31
[61]
Schuljahr vom 1. April 1905 bis zum 1. April 1906
1. Zahl der Schulkinder.
Am Anfang des Schuljahres, 2. Mai 1905, wurden 16 Kinder, 9 Jungen und 7 Mädchen, aufgenommen, sodaß die Kinderzahl 95, 56 Knaben und 39 Mädchen, betrug.
Weiterer Zugang: 15. Januar 1906: Karl Wetzel, mit seinen Eltern von Nedlitz, Herzog- tum Anhalt, nach Benterode verzogen.
Abgang: 10. April 1906: 11 Konfirmanden, 6 Knaben u. 5 Mädchen, welche am Sonntag nach Ostern konfirmiert sind, 22. April 1906.
Am Ende des Schuljahres betrug also die Kinderzahl 85, 51 Knaben und 34 Mädchen. 2. Bauliche Veränderungen, Vermehrung des Inventars etc.
Die Fenster am Schulhause, die Küche und der Fußboden der hinteren Wohnstube sind neu gestrichen; eine zweite Küchentür ist angeschafft.
Das Inventar wurde vermehrt durch einen Kohlenkasten, 1 Kohlenschaufel, 2 Fußkratzei- sen, 1 Kasten zur Aufbewahrung von Handarbeitssachen, 1 Bild „die Kaiserl. Familie“, 20 Turnstäbe, 1 Springseil, 1 Elektromagneten, 1 Bild „Reis“, eine Wandtafel mit „vor- und frühgeschichtlichen Altertümern aus der Provinz Hannover“, eine Wandtafel v. Weichsel- baum-Henning „Schädigung lebenswichtiger Organe durch den Alkoholgenuß“, eine Schulwandkarte von Deutschland, physikal.-pol., v. Cüppers, 2 Schulwandkarten [62] von Bamberg, die östl. u. westl. Halbkugel, physikal.-politisch.
3. Unterbrechungen der Schule durch Behinderung des Lehrers, Ferien, Schulfeste, Seuchen etc.
Der Unterricht fiel an folgenden Tagen aus:
11. - 15. Juni: Pfingstferien.
9. Mai 1905: Schillerfeier, die 100. Wiederkehr des Todestages Fr. v. Schillers. Die Schul- feier fand statt von 7 1/2 — 8 1/2 Uhr vormittags. Das Kgl. Landratsamt überwies der hie- sigen Schule 12 Exemplare der Schrift: „Festgabe aus Schillers Werken zum 9. Mai 1905“ zur Verteilung an würdige Schüler.
6. Juni 1905: Ausflug mit 55 Kindern nach Cassel zur Besichtigung einer Menagerie. Rückfahrt auf einem Fuldadampfer nach Spiekershausen.
2. — 22. Juli: Sommerferien.
2. September: Sedanfeier: Schulfeier, Umzug im Dorfe mit der Schülerkapelle.
21. September — 11. Oktober: Herbstferien.
16. Oktober: Prüfung der minorennen Konfirmanden.
15. November 1905: Amtl. Lehrerkonferenz in Blume b. Hann. Münden.
1. Dezember 1905: Volkszählung; der Lehrer war Zähler.
24. Dezember 1905 — 2. Januar 1906: Weihnachtsferien.
27. Jan. 1906: Schulfeier u. Umzug im Dorfe.
27. Februar 1906: Schulfeier zur Silbernen Hochzeit des Kaiserpaares u. Umzug im Dorfe. Die Kgl. Regierung schenkte 8 Exemplare des Büchleins „Festgabe zur Silbernen Hoch- zeit des Kaiserpaares“, v. Hermann Petrich - zur Verteilung an würdige Schüler und Schü- lerinnen. Am Abend der Feier fand ein halbstündiges Geläut mit beiden Glocken statt.
19. März 1906: Prüfung von 11 Konfirmanden, 6 Jungen und 5 Mädchen, in Münden.
11. - 23 April: Osterferien.
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4. Inspektionen, Schulbesuche durch Schulräte etc., Lehrerkonferenzen.
13. März 1906: Revision der Schule durch Herrn Kreis-Schulinspektor [63] Pastor Bösen- berg -» Gimte von 8 1/2 — 12 Uhr. Prüfung in bl. Geschichte, Aufsagen von Gedichten, Rechnen, Realien, Singen.
21. März 1906: Osterprüfung durch den Lokal-Schulinspektor Herrn Pastor Fahlbusch = Landwehrhagen: Ober-, Mittel- u. Unterstufe - von 8 1/2 — 12 3/4 Uhr. Die Schulvorsteher waren anwesend.
Auf der amtlichen Lehrerkonferenz am 15. November 1905 kam folgendes zur Verhand- lung:
l. Lehrplan und Stoffverteilung im Geographieunterricht. Ref. Lehrer Möhring = Hede- münden.
2. Der Aufsatzunterr. in der Volksschule. Ref. Lehrer Bigge = Uschlag.
3. „Was kann seitens der Schule zur Hebung des kirchlichen Gemeindegesanges gesche- hen?“ Ref. Superintendent Schumann = Hedemünden.
5. Einschneidende Verordnungen, wichtige Schulvorstandsbeschlüsse etc.
Nach Verfg. d. Kgl. Regierung v. 19. Aug. 1904 haben sämtl. Schüler von Ostern 1905 an halbjährlich ein Zeugnis über Betragen, Aufmerksamkeit, Fleiß, Schulbesuch, sowie über die Leistungen in den einzelnen Fächern zu erhalten.
Durch Verfügung der Kgl. Regierung v. 8. April 1905 ist dem hiesigen Schulverbande zur Beschaffung von Wandkarten eine einmalige Beihilfe von 50 M bewilligt. Es hat die Schule erhalten 3 Karten: Deutschland von Cüppers u. die Planigloben v. Bamberg.
Zufolge Mitteil. v. Kgl. Landratsamte vom 27. Nvbr. 1905 sind von der Kgl. Regierung der hiesigen Gemeinde zur Beschaffung v. Obstbäumen für den Schulgarten 9 M zur Ver- fügung gestellt. Dafür konnten 9 Stämme angepflanzt werden.
Wie die Kgl. Regierung unter dem 18. November 1905 dem Schulvorstande schreibt, ist die dem Schulverbande Benterode bis Ende März 1906 bewilligt gewesene Staatsbeihülfe zur Besoldung des Lehrers von jährlich 520 M vom 1. April 1906 ab bis Ende März 1911, jederzeit widerruflich, weiter bewilligt.
[64] Am 28. Januar 1906 beschloß der hiesige Schulvorstand, das Grundgehalt der Schul- stelle von 1100 M, bezw. 1400 M auf 1200 M, bezw. 1500 M zu erhöhen und die Kgl. Regierung um eine weitere Staatsbeihilfe von 100 - 150 zu bitten. Die Kgl. Regierung er- klärte durch Schreiben vom 22. Febr. 1906, daß sie nicht in der Lage sei, zu der beabsich- tigten Erhöhung eine neue Staatsbeihülfe zu gewähren.
6. Merkwürdige Naturereignisse, Sehenswürdigkeiten im Ort und in der nächsten Umgebung.
Am Freitag, den 16. Juni 1905, zog ein heftiges Gewitter über Benterode hin. Der Blitz schlug in das Nachbarhaus der Schule, Hs.-Nr. 51, zündete aber nichts.
Infolge des anfallenden Regens im September konnte der letzte Hafer erst am 18. Septem- ber eingebracht werden; viel davon ist ausgewachsen und schwarz geworden. Auch im Oktober hat es häufig geregnet, sodaß die Bauern nicht imstande waren, ihre Kartoffeln auszuroden und Roggen zu säen; 1/3 weniger als in den Vorjahren ist mit Roggen und Weizen bestellt.
In der Nacht vom 15./16. Oktober: Starker Schneefall, vom 20. auf den 21. Oktober - 4°R: Vietsbohnen, Kapuz. Kresse etc. waren erfroren, vom 23./24. März 1906 Schneefall: Im Dorfe und auf den Wegen nach Landwehrhagen, Uschlag etc. mußte der Schneepflug Bahn machen.
33
7. Denkwürdige kirchliche, kommunale und andere Ereignisse.
Im September wurde die Kuppel des Turmes durch den Dachdecker Quentin = Lutterberg mit Schiefer neu gedeckt.
Die Volkszählung hatte folgendes Resultat:
417 Personen, 217 männl. u. 200 weibliche, bewohnte Häuser 71, unbewohnte 5, 1 be- wohnter Wagen, ev.-luther. = 403, ev.- reform. = 5, kathol. 9. In Benterode sind 77 Haus- haltungen, davon 3 Personen einzeln lebend mit eigener Hauswirtschaft. Von den 9 ka- thol. Personen gehören 8 einer durchziehenden [65] Künstlertruppe an; 1 ist ein fremder Tischlergesell.
1905 sind in Benterode geboren 8 Kinder, 4 Knaben und 4 Mädchen, gestorben 5 Perso- nen, 2 männliche u. 3 weibliche.
Die Schülerzahl der ländlichen Fortbildungsschule (V. S. 59!) pro Winter 1905/06 betrug 11, die Zahl der Unterrichtsstunden 84, der Staatszuschuß 104 M, die Vergütung für die Unterrichtsstunden 1,50 M. Der Lehrer berechnete sich nur 70 Stunden mit 104 M. Bei der Prüfung am 23. März 1896 /[1906?] v. 8-10 Uhr abends waren zugegen der Gemein- devorsteher, die Schulvorsteher und verschiedene Gemeindemitglieder.
In der Einkommensteuerliste pro 1. April 1905/06 sind aufgeführt 96 Personen, davon 66 mit fingierten Steuersätzen und steuerfrei. Es hatten zu zahlen: 1 Person 52 M, 1 Pers. 31 M,1P.26M, 1P.16M, 3 Pers. je 12M,9 P.je9 M, 14 Pers. je 6 M, 17 P.je4M (Eink. 660 - 900 M), 28 P. je 2,40 M (Eink. 440 - 660 M), 14 P. je 1,20 M (Eink. bis 440 M), 4 Pers. je 0,80 M u. 3 P. steuerfrei, im ganzen 155,20 M fingierte Einkommensteuersätze u. 326 M Einkommensteuer.
Schluß des Schuljahres: 10. April 1906.
34
(1905) (1900) Dransfeld 1360 1373 Hedemünden 883 879 Barlissen 217 223 Benterode 417 421 Blume 509 528 Bördel 93 98 Bonafort 456 414 Bühren 499 528 Dahlheim 129 131 Dankelshausen 236 227 Ellershausen 284 277 Escherode 353 313 Gimte 288 375 Hemeln 609 594 Imbsen 212 211 Jühnde 591 628 Landwehrhagen 827 813 Laubach 218 207 Lippoldshausen 551 556 Löwenhagen 220 207 Lutterberg 589 5 562 5 Meensen 373 4 371 4 Mielenhausen 07 Ei 298 58 Niederscheden 333 g 338 = Nienhagen Ba 299 99 Oberode 508 41 8 Oberscheden 338 a > Ossenfeld 157 141 Sichelnstein 218 195 Speele 634 472 Spiekershausen 149 142 Uschlag 842 789 Varlosen 336 337 Varmissen 112 116 Volkmarshausen 398 399 Wiershausen 616 625 Bramwald 6 4 Bursfelde 97 100 Cattenbühl 41 47 Ellerode 10 26 Escherode (Gut) 8 9 Hilwartshausen 88 132 v. Stockhausensche Gutsforsten u — Wellersen 32 23 Wißmannshof 36 27 Zusammen 15775 Stadt Münden 10735 } IR
[Zeitungsausschnitt aus den Mündenschen Nachrichten. ]
35
[66]
Schuljahr vom 1. April 1906 bis zum 31. März 1907.
1. Zahl der Schulkinder.
Die Zahl der Schulkinder betrug am Anfange des Schuljahres, den 24. April 1906, 85, 51 Knaben und 34 Mädchen.
Aufgenommen sind 7 Kinder, 4 Knaben und 3 Mädchen, sodaß sich die Kinderzahl auf 92 belief.
Weiterer Zugang: Am 16. Oktober 1906 Otto Haase aus Hannover, der bis dahin die Hülfsschule II für Schwachbefähigte in Hannover besucht hatte zum Ackermann Heinrich Vogeley I, Hs.-Nr. 57, in Pflege.
Abgang: 26. März 1907: 14 Konfirmanden, 6 Knaben u. 8 Mädchen, welche am Sonntag nach Ostern, d. 7. April 1907, nebst den Konfirmanden Heinrich Becker u. Elise Petzing (letztere haben wegen jugendl. Alters noch bis Michaelis 1907 die Schule zu besuchen) konfirmiert sind.
Am Ende des Schuljahres betrug also die Kinderzahl 79, 50 Knaben und 29 Mädchen. 2. Bauliche Veränderungen, Vermehrung des Inventars etc.
In der Woche nach Ostern wurden Decke und Wände des Schulsaales durch den Weißbin- der Kater, Heinrich, aus Uschlag neu gestrichen, in den Sommerferien sämtliche Bänke mit Pulten, der Lambris, die Fenster, Türen, Schränke und Kästen.
Neu angeschafft ist für die Küche ein eiserner [67] Kochherd von Vorthmann = Kassel für 66,50 M, an Lehrmitteln: Ein Buch von Ernst Kochs über Paul Gerhardt und 2 Hefte mit Schulgesängen von Baumert.
3. Unterbrechung der Schule durch Behinderung des Lehrers, Ferien, Schulfeste, Seuchen etc.
3. — 7. Juni: Pfingstferien.
1.— 21. Juli: Sommerferien.
27. Juli: Schulausflug über Lutterberg nach Münden zum Weserstein
und zur Tillyschanze. Rückweg über Kragenhof, Spiekershausen u. Landwehrhagen. l. September (Sonnabend): Schulfeier und
Umzug der Schülerkapelle im Dorfe am Sedanfeste.
23. September — 13. Oktober: Herbstferien.
15. Oktober: Prüfung der minorennen Konfirmanden in Münden.
14. November: Amtliche Konferenz in Münden.
l. Dezember: Viehzählung, bei der der Lehrer als Zähler mitwirkte.
24. Dezember 1906 — 2. Januar 1907: Weihnachtsferien.
25. Januar: Reichstagswahl. Der Lehrer ist Protokollführer.
26. Januar (Sonnabend): Schulfeier u.
Umzug der Schülerkapelle im Dorfe am Geburtstage S. M. des Kaisers.
5. Februar: Reichstags-Stichwahl
zwischen dem nationalen Kandidaten und dem Welfen. Der Lehrer ist Protokollführer. 11. März: Konfirmandenprüfung in Münden.
29. März — 8. April 1907: Osterferien.
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4. Inspektionen, Schulbesuche durch Schulräte etc., Lehrerkonferenzen etc.
Am Mittwoch, den 6. März, hielt Herr Pastor Fahlbusch - Landwehrhagen von 8 - 12 1/2 Uhr vormittags die Osterprüfung ab. Die Schulvorsteher etc. waren nicht anwesend.
Der Kgl. Kreis-Schulinspektor hat in diesem Jahre die Schule nicht besucht.
Regierungs-Thema für die amtl. Konferenz am 14. November in Münden: „Wie kann die Schule bei der Fürsorge um die schulentlassene männliche Jugend mitwirken?“ Referat: Der hiesige Lehrer Boedecker. Als Gast anwesend: Herr Landrat v. Stockhausen. [68]
5. Einschneidende Verordnungen, wichtige Schulvorstandsbeschlüsse etc.
Nach den Ausführungsbestimmungen v. 15. August 1905 zum Gesetze v. 2. Januar 1905 betr. Ende der Schulpflicht und der Verfügung der Kgl. Regierung vom 23. Januar 1906 dürfen diejenigen Kinder, welche im August und September ihr 14. Lebensjahr vollenden, nicht vor Ablauf des Sommerhalbjahres entlassen werden, wenn sie die Schule 8 Jahre lang besucht haben. Anderenfalls sind diese Kinder verpflichtet, den Schulbesuch bis zum Schluß des nächsten Winterhalbjahres fortzusetzen. Diese Bestimmung gilt nur bis zum Ablauf des Jahres 1908. Im übrigen siehe „Amtl. Schulblatt‘“‘ von 1906, Seite 13 - 15!
Am 9. Oktober 1906 genehmigte die Kgl. Regierung (J. N. II! 2108 Kb.) den Beschluß des Schulvorstandes vom 2. Septbr. 1906, wonach der Grundgehaltsmehrbetrag für Kir- chendienst vom 1. April 1906 ab von 300 auf 400 M und damit d. gesamte Grundgehalt der Stelle von 1400 auf 1500 M erhöht werden soll.
6. Merkwürdige Naturereignisse, Sehenswürdigkeiten im Orte und der nächsten Umgebung.
Der Winter 1906/07 ist weniger durch andauernde starke Kälte, als vielmehr dadurch merkwürdig, daß die Erde in der Zeit vom 9. Dezember 1906 bis zum 17. März 1907 mit Ausnahme einiger Wochen mit Schnee bedeckt war, sodaß der Schlitten viel gebraucht werden konnte.
7. Denkwürdige kirchliche, kommunale und andere Ereignisse.
Am 2. Sonntag nach Ostern, den 29. April 1906, fand in Landwehrhagen die Kirchen- visitation der Parochie Landwehrhagen durch Herrn Superintendenten Schumann und Herrn Landrat von Stockhausen statt. Nach dem Berichte der Kirchenvorsteher lobte Herr Superintendent den fleißigen Kirchenbesuch der Benteroder, tadelte dagegen die hohe Zahl der Eheschließungen ohne Kranz und Schleier und [69] den übermäßigen Genuß des Brandweins, dessen verderbliche Folgen in den vielen unfreiwilligen Landverkäufen der letzten Jahre sich zeigten.
Am 5. Mai 1906 beschloß die Gemeinde auf Anraten des Lehrers, Benterode durch Tele- fondraht mit der Leitung Landwehrhagen — Uschlag verbinden zu lassen. Die Anlagekos- ten sind mit 514 M veranschlagt, wozu die Gemeinde 210 M beizusteuern hat. Die Lei- tung wird 1907 hergestellt.
Donnerstag, den 30. August 1906, wurde die Jagd der hiesigen Genossenschaftsforst und Feldmark auf 6 Jahre verpachtet. Kaufmann Pipmeyer - Kassel zahlte für die Waldjagd den hohen Preis von 2140 M pro Jahr.
Nach der Viehzählung am 1. Dezember 1906 sind in Benterode: 1) an viehbesitzenden Haushaltungen 69, 2) an Pferden = 18, 3) an Rindvieh = 147, 4) an Schafen 2 u. 5) an Schweinen = 245.
Geboren 1906: 12 Kinder, 10 Knaben und 2 Mädchen, gestorben: 7 Personen, 5 männli- che u. 2 weibliche.
37
Von den kirchlich Getrauten konnten nur 20 % mit Kranz und Schleier vor den Altar tre- ten.
Die Schülerzahl der ländlichen Fortbildungsschule betrug im Winter 1906/07 = 11, die Zahl der Unterrichtsstunden 84, der Staatszuschuß = 108 M. S. Seite 65! Die Schlußprü- fung fand am 15. März von 8 — 10 Uhr abends in Gegenwart der Schulvorsteher, der Ge- meindevorsteher etc. statt.
Von den 84 Unterrichtsstunden hat sich der Lehrer 72 vergüten lassen. Schluß des Schuljahres: 26. März 1907.
38
[70]
Schuljahr vom 1. April 1907 bis zum 31. März 1908.
1. Zahl der Schulkinder:
Die Zahl der Schulkinder betrug am Anfange des Schuljahres, 9. April 1907 = 79, 50 Kna- ben u. 29 Mädchen.
Aufgenommen sind: 10 Kinder, 3 Knaben und 7 Mädchen, sodaß sich die Kinderzahl auf 89, 53 Knaben und 36 Mädchen belief.
Zugang: Nichts.
Abgang: Am 21. September 1907 die beiden bereits am 7. April 1907 konfirmierten mi- nor. Konfirmanden Heinrich Becker und Elise Petzing. (S. Seite 66 u. 68!) und am 16. Ja- nuar 1908 der Fürsorgezögling Otto Haase, der hier beim Kirchenvorsteher Heinrich Vo- geley in Pflege war, in die Erziehungsanstalt in Schladen.
Am 14. April 1908 wurden entlassen 12 Konfirmanden, 5 Knaben und 7 Mädchen, welche am Sonntage nach Ostern, den 26. April 1908, nebst den minor. Konfirmanden Eduard Mühlhausen, August Bischoff und Luise Krug (letztere haben noch bis Michaelis 1908 die Schule zu besuchen) konfirmiert sind.
Am Ende des Schuljahres, den 14. April 1908, betrug also die Kinderzahl 74, 46 Knaben und 28 Mädchen, sämtlich ev.-luther. [71]
In der Schule waren am 1. Mai 1900 = 105 Kinder, am 1. November 1900 = 105 Kdr.,
1. " 1901=100 " „"]1. 5 1901=100 " , 1." 902=12 " ,„"]1. - 1902= 101 " „ 1. 7 1905:=.96:- 9 5. i 1903= 96 " , 1. ” 1904= 96. " „ "1. h 1904= 96 " , 1. 1903559 " 1905= 95 " , 1:2" 1906 =:92°. U „TE z 1906= 93 " , 1..." 1907= 89 " „." 1 : 1907 = 87 " ,
sämtlich ev.-lutherisch. 2. Bauliche Veränderungen, Vermehrung des Inventars.
Vorplatz und Küche wurden im September 1907 tapeziert, bezw. gestrichen, und die Au- ßenwände des Schulsaales erhielten neuen Verputz, bezw. Anstrich mit Olfarbe.
Im November und Dezember ließ der Schulvorstand das Staket des Schulgartens an der sogen. Hintergasse und dem südlichen Teile der Westgrenze erneuern.
An Lehrmitteln ist neu angeschafft: 1 Stereoskop und ein Kompaß.
3. Unterbrechungen der Schule durch Behinderung des Lehrers, Ferien, Schulfeste, Seuchen etc.
21. —- 23. Mai: Pfingstferien,
29. Mai: Ausflug mit 42 Kindern durch's Niestetal nach Cassel und Wilhelmshöhe, 12. Juni: Berufs- und Betriebszählung (der Lehrer war als Zähler tätig),
30. Juni bis 20. Juli: Sommerferien,
2. Septbr.: Sedanfest, Umzug der Schüler mit der Schülerkapelle im Dorfe,
22. Septbr. — 12. Oktober: Herbstferien,
2. Dezbr.: Viehzählung (der Lehrer Zähler),
39
24. Dezbr. 07 bis 2. Januar 1908: Weihnachtsferien, 27. Jan.: Geburtstag S. Majestät d. Kaisers, Umzug im Dorfe, 15. —- 27 April 1908: Osterferien. [72]
. Inspektionen, Schulbesuche durch Schulräte etc., Lehrerkonferenzen.
Am Montag, den 2. März 1908, vorm. von 8 — 12 Uhr, hielt Herr Pastor Fahlbusch = Land- wehrhagen die Osterprüfung ab. Anwesend waren auch die Schulvorsteher Ed. Kulle, Heinrich Gerwig u. Heinrich Vogeley.
Die Revision der Schule durch Herrn Kreis-Schulinspektor Pastor Bösenberg = Gimte fand am Donnerstag, den 26. März 1908, vorm. v. 9 1/2 - 12 1/2 Uhr, statt.
D. Kreis-Lehrerkonferenz ist in diesem Jahre ausgefallen.
. Einschneidende Verordnungen, wichtige Schulvorstandsbeschlüsse etc.
Vom 1. Oktober 1894 an bildet Benterode einen eigenen Schulverband. Nur in Benterode wohnende Kinder besuchen seitdem die hiesige Schule. Durch das am 1. April 1908 in Kraft tretende Volksschulunterhaltungsgesetz vom 28. Juli 1906 hat der Umfang des Schulverbandes eine Veränderung nicht erlitten.
Am 1. Februar 1908 fand die Wahl zweier Schulvorsteher nach dem neuen Volksschul- unterhaltungsgesetze statt. Gewählt wurden auf die Zeit 1. April 1908/14 = Ackermann Heinrich Kulle IH u. Schmied Heinrich Schmidt.
Die Kgl. Regierg. ernannte Herrn Pastor Fahlbusch = Landwehrhagen zum Vorsitzenden u. Lehrer Boedecker = Benterode zum Mitgliede des Schulvorstandes.
Mit dem 1. April 1908 geht die Schulkasse in die Gemeindekasse über, die sämtliche Schul -Einnahmen u. -Ausgaben zu vermitteln hat, die Schullast wird Kommunallast. [73]
. Merkwürdige Naturereignisse,
Sehenswürdigkeiten im Orte und in der nächsten Umgebung.
Der Sommer brachte uns nur wenige warme und regenfreie Tage. Infolgedessen konnte die Roggenernte nicht vor Mitte August beginnen, und erst in der Zeit vom 7. — 14. Sep- tember wurde der meiste Hafer gemäht und eingefahren. Im herbste hatten wir Tage, die den Sommer an Wärme und Schönheit bei weitem übertrafen.
Der Winter war im allgemeinen milde. Am ersten Weihnachtstage zogen Schwärme von Staren von Acker zu Acker, um dort ihre Nahrung zu suchen.
Im Frühlinge 1908 regnete es fast jeden Tag, sodaß der Hafer erst Ende April und in der ersten Hälfte des Mais gesät werden konnte.
. Denkwürdige kirchliche, kommunale und andere Ereignisse.
Sonntag nach Ostern, den 7. April 1907, wurde Herr Lehrer Brackhan aus Reher, Kreis Hameln, als Lehrer von Sichelnstein in der hiesigen Kirche eingeführt.
Resultat der Berufs- und Betriebszählung am 12. Juni 1907: In Benterode waren 79 Haus- haltungen, 411 ortsanwesende Personen, 214 männliche u. 197 weibliche, 46 Familien, die im Haupt- und Nebenbetriebe Landwirtschaft betrieben, und 24 Gewerbebetriebe, da- von 12 Schuhmachereien. Von den selbständigen Landwirten bestellten ihren Acker mit Pferden 6, mit Rindvieh 27, mit einem Pferde und Rindvieh 1.
Am 2. und 3. September 1907 ließ die Post die Telefonleitung anlegen. V. Seite 69!
Resultat der Viehzählung am 2. Dezember 1907: In Benterode befanden sich 72 Gehöfte mit [74] mit Viehstand, 77 Haushaltungen, 18 Pferde, 142 Stück Rindvieh, 3 Schafe, 288 Schweine, 85 Ziegen, 950 Stück Federvieh und 24 Bienenstöcke. In 72 Haushaltungen
40
sind pro 1. Dezbr. 1906/07 geschlachtet = 153 Schweine und 43 Ziegen.
1907 wurden in Benterode geboren: 13 Kinder, 8 Knaben und 13 Mädchen; gestorben sind: 6 Personen, 3 männliche und 3 weibliche.
4. März 1908: Wahl des Ackermanns Heinrich Kulle 3 und des Weißbinders Heinrich Reimann zu Beigeordneten pro 14. März 1908/14.
Laut Mittlg. des Kgl. Amtsgerichts in Münden vom 30. September 1907 ist der Platz vor dem Schulhause, 89 qm groß, im Grundbuche von Benterode der Schule zugeschrieben.
Im Februar und März 1908 waren in Benterode viele Erwachsene und Schulkinder er- krankt an Scharlach, Masern, Husten etc. An manchen Tagen fehlten 25 — 30 Kinder in der Schule.
Die Schülerzahl der ländlichen Fortbildungsschule betrug im Winter 1907/08 = 10, die Zahl der Unterrichtsstunden 90, der Staatszuschuß = 107 M. V. S. 69! Die Schlußprüfung fand am 13.3.08, abends von 8 — 10 Uhr, in Gegenwart der Schulvorsteher, des Gemeinde- vorstands und der Eltern der Schüler statt. Von den 90 Unterrichtsstunden hat sich der Lehrer 71, a 1,50 M, vergüten lassen.
Schluß des Schuljahres: 14. April 1908
41
[75]
Schuljahr vom 1. April 1908 bis zum 31. März 1909.
1. Zahl der Schulkinder.
Die Zahl der Schulkinder betrug am Anfange des Schuljahres, 28 April 1908, = 74, 46 Knaben u. 28 Mädchen.
Aufgenommen sind: 5 Knaben u. 5 Mädchen, sodaß sich die Kinderzahl auf 84, 51 Kna- ben und 33 Mädchen, sämtlich lutherisch u. aus Benterode, belief.
Kinderzahl am 1. Mai 1908: Siehe Schulanfang!
Oberstufe: 23 (16 Knaben u. 7 Mädchen), Mittelstufe: 35 (24 Kn. u. 11 M.), Unterstufe: 26 (11 Kn. u. 15. Md.).
Abgang: 19. Septbr. 1908: Die bereits am 26 April 1908 konfirmierten Kinder Eduard Mühlhausen, August Bischoff und Luise Krug. Siehe Seite 70 Nr. 1!
Kinderzahl am 1. Nvbr. 1908: 81, 49 Knaben, 32 Md. Oberstufe: 20 (14 Kn. und 6 Md.), sonst wie am 1. Mai 1908.
Abgang am Schluß des Schuljahres: 6. April 1909: 7 Konfirmanden, 4 Knaben u. 3 Mäd- chen, welche am Sonntag nach Ostern, den 18. April 1909, konfirmiert sind.
Am Ende des Schuljahres betrug also die Kinderzahl 74, 45 Knaben und 29 Mädchen. 2. Bauliche Veränderungen, Vermehrung d. Inventars. In den Osterferien wurde der Schulsaal neu gestrichen. [76]
3. Unterbrechungen der Schule durch Behinderung des Lehrers, Ferien, Schulfeste, Seuchen etc.
2. Juni 1908: Schulausflug: Fußtour nach Münden zur Tanzwerderspitze, Dampferfahrt nach Bursfelde, Fußtour nach Löwenhagen, Dransfeld, Eisenbahnfahrt nach Kragenhof, Fußtour n. Benterode zurück.
7.—- 11. Juni: Pfingstferien, 5. — 25 Juli: Sommerferien, 20. September — 10. Oktober 1908: Herbstferien, 24. Dezember 1908 — 2. Januar 1909: Weihnachtsferien, 7. — 19. April 1909: Osterferien.
2. Septbr. 1908: Sedanfest, 12. Oktbr.: Prüfung der minor. Konfirmanden in Münden, 1. Dezbr.: Viehzählung, 21. März 1909: Prüfung der Konfirmanden in Münden, 27. Januar 1909: Kaisers Geburtstag. Über die Feier des 2. Septbr. u. 27. Jan. siehe Seite 71 Nr.3!
4. Inspektionen, Schulbesuche durch Schulräte etc., Lehrerkonferenzen.
4. Nvbr. 1908: Amtl. Lehrerkonferenz in Münden. Vorträge über Heimatgeschichte in der Volksschule u. Schulchronik.
22. Februar: Schulprüfung durch den Ortsschulinspektor, Herrn P. Fahlbusch = Landwehr- hagen.
30. März 1909: Revision der Schule durch die Herrn Ober-Regierungsrat Schulz und Ge- heimen Regierungs- und Schulrat Dr. Sachse - Hildesheim. Der Bericht lautet:
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Kgl. Regierung Hildesheim, Abteilung für Kirchen- und Schulwesen J. N. 11.782.
Bericht über die am 30.11I. 1909 gehaltene Besichtigung der luther. Schule zu Benterode, Kreis Münden. Mitanwesend: Ober-Regierungsrat Dr. Schulz.
I. Gliederung der Schule, Klassenfrequenz, Lehrpersonen. I. c/2. 81 Kinder. Lehrer Boedecker. II. Schulgebäude und innere Ausstattung, Lehrmittel.
Schulzimmer: 8,60 : 6,20 : 3,75 m.
Quatratfläche für 80 Kinder vorhanden, auch Sitzplätze.
In den nächsten Jahren werden voraussichtlich [77]
80 — 90 Kinder die Schule besuchen; es muß daher vorläufig bei der Halbtagsschuleinrichtung verbleiben.
III. Listenführung. Schulchronik. Schülerbibliothek.
In Ordnung bis auf die Schulchronik, in der die vorgeschriebene Rubrikeneinteilung noch fehlt.
IV. Gesamteindruck der Schule.
Lehrer Boedecker ist ein tüchtiger und treuer Lehrer. Die 24 Kinder zählende anwesende Unterstufe war normal gefördert.
Hildesheim, den 20. April 1909
gez. Sachse Geheimer Regierungs- u. Schulrat.
5. Einschneidende Verordnungen, wichtige Schulvorstandsbeschlüsse etc.
Durch Verfügung der Kgl. Regierung vom 31. März 1908 soll mit Anfang des Schuljahres 1908/09 statt der alten Flüggeschen Lesebücher die neue Bearbeitung desselben von Da- geförde, 1. u. 2. Lesebuch, im deutschen Unterricht gebraucht werden. Die Lesebücher sind eingeführt,
Am 28. März 1909 beschloß der hiesige Schulvorstand, die Vergütung für den Handar- beitsunterricht von 30 M auf 60 M zu erhöhen. V. 1. Chronik, Seite 140!
6. Merkwürdige Naturereignisse, Sehenswürdigkeiten im Orte und in der nächsten Umgebung.
Infolge des nassen Frühlings 1908 konnten die meisten Kartoffeln erst in der zweiten Hälfte des Mai und im Juni gepflanzt werden. Die Heuernte war außerordentlich reich. Der Herbst brachte uns schöne, sonnige Tage. In der Zeit vom 13. September bis zum 17. November regnete es fast garnicht.
7. Denkwürdige kirchliche, kommunale und andere Ereignisse.
Am 15. April 1908 hatte Lehrer Boedecker in Benterode [78] 25 Jahre als Lehrer gewirkt. Schulkinder, Gemeinde und Gesangverein erwiesen ihm an diesem Tage allerlei Aufmerk- samkeiten, die Lehrer Meyer = Speele in den „Mündenschen Nachrichten“ folgenderma- Ben beschreibt:
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* Benterode. Jubiläum . Am letzten Mittwoch
war's, am ersten Ferientag, wo doch sonst die Schul- kinder sich freuen, daß sie einmal gründlich aus- schlafen können, da huschten in früher Morgenstun- de mit wichtigen Mienen unsere Kleinen durch die Straßen, um dann in festlichem Zuge zur Schule zu ziehen, voran der Pfeifenchor. Jetzt kracht es los! und wie Donnerrollen hallt's wider am stillen Mor- gen. — Was mögen die Racker nur haben? Worüber leuchten die Augen so hell? Sie wollen überraschen, und herrlich ist es gelungen! War es auch keine Mi- litärkapelle und keine Kammermusik, ja war das ganze Können auch nur ein Kinderspiel: auf Befehl wurde nicht gepfiffen, getrommelt wurde nicht um Geld, und was Herrn Bödecker an Kunstgenuß nicht geboten, es wurde ihm als Lehrer tausendfach wett gemacht in den dankbar strahlenden Blicken der Kinder. Wie sie ihrem Lehrer zu seinem 25jährigen Jubiläum danken, was sie ihm wünschen und ferner von ihm erhoffen, das brachte der 1. Schulknabe Heirich Finndorf in einer Festdeklamation zum Aus- druck. Ein prachtvolles Blumenarrangement leben- der Pflanzen, gruppiert um die Jubelzahl überreich- ten die sinnigen Mädchen, ein schönes Schreibzeug mit Gravierung sämtlicher Schüler. Am Nachmittag überraschten einige besonders gut befreundete Kol- legen den Jubilar mit ihren Glückwünschen. Sie hat- ten trotz der Heimlichtuerei den Ehrentag ihres Freundes auskundschaftet und waren nun eben noch Zeuge, wie die Herrn oben erwähnter Kapelle sich gütlich taten an Kaffee und Kuchen. Zur Feier des Tages erfreute der Chor noch mit weiteren Stücken, und die korrekte Ausführung war uns Beweis, wie auch hier treu gearbeitet war. Gegen Abend erschie- nen Gemeinde-, Schul- und Kirchenvorstand, um unter Überreichung eines künstlerisch ausgeführten und geschmackvoll gerahmten Diploms sowohl als Korporationen wie auch im Namen der ganzen Ge- meinde dem Jubilar Glückwünsche darzubringen. Herr Gemeindevorsteher Löwer hob in seiner An- sprache neben der Berufstreue des Jubilars ganz be- sonders das gute Einvernehmen zwischen Herrn Bö- decker und Gemeinde hervor und wünschte dem Jubilar auch zum neuen Vierteljahrhundert frische Kraft und alte Liebe. Bald darauf erschien auch der Gesangverein und brachte der Gaben beste: Das deutsche Lied. Bei dem nachfolgenden gemein- schaftlichen Kommerse wurde auch des „Hellen Edelsteins“ gedacht, der nicht zum mindesten den Jubilar am Platz gehalten. Es wurde auf die Einigkeit von Haus und Schule getrunken und Hand in Hand so soll's in Benterode weiter gehen. Wir aber, als Fremde und Gäste, nehmen die Überzeugung mit nach Haus: Die Leute, sie sind nicht übel, sie schei- nen bieder und treu. Es mögen sich daher die Wün- sche erfüllen, wie wir sie für Gemeinde und Lehrer gehegt. M., Sp
[Zeitungsausschnitt aus den Mündenschen Nachrichten. ]
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In dem Berichte über die 21. Bezirksynode der Inspektion Hedemünden vom 21. Mai 1908 wird [auf] Seite 49 von Benterode gesagt: „Von Benterode wird über das Unwesen der Spinnstuben geklagt und gewünscht, daß wie früher eine polizeiliche Überwachung derselben eintrete. Zugleich wird aufs tiefste bedauert, daß das Laster der Trunksucht hier noch immer seine Opfer fordere, indem die Gesundheit zerrüttet und die wirtschaftliche Existenz vernichtet.“
Am 1. Dezember 1908: Viehzählung: 75 Gehöfte, 72 mit Viehbestand, 74 Haushaltungen mit Vieh, 17 Pferde, 154 Stück Rindvieh, 7 Schafe, 297 Schweine.
Weihnachten 1908 fangen die jungen Mädchen an, Hüte während des Gottesdienstes zu tragen.
1908 sind in Benterode [79] geboren: 18 Kinder, 12 männliche und 6 weibliche, gestorben 4 Personen, 3 männliche und 1 weibliche Person.
Am 14. Februar 1909 wurde Lehrer Boedecker statt des verstorbenen Kirchenvorstehers Heinrich Vogelei einstimmig zum Kirchenvorsteher gewählt. Die Einführung fand am 14. März 1909 statt.
Im Winter 1908/09 besuchten die ländliche Fortbildungsschule 10 Schüler. Zahl der Un- terrichtsstunden: 90, Staatszuschuß: 112M.
Schluß des Schuljahres: 6. April 1909.
45
[80]
Inhaltsverzeichnis der Jahrgänge vom 1. April 1895 bis dahin 1909
. Zahl der Schulkinder:
Nr. 1 auf Seite 1, 5, 8, 13, 23, 30, 39, 45, 50, 55, 61, 66, 70, 75.
. Bauliche Veränderungen, Vermehrung des Inventars:
Nr. 2 auf Seite 1, 5, 8, 13, 23, 30, 39, 45, 50, 55, 61, 66, 71, 75.
. Unterbrechungen der Schule
durch Behinderung des Lehrers, Ferien, Schulfeste, Seuchen: Nr. 3 auf Seite 2, 5, 8, 13, 24, 30, 40, 46, 51, 56, 62, 67, 71, 76.
. Inspektionen, Prüfungen,
Schulbesuche durch Schulräte, Kreisschulinspektoren etc, Lehrerkonferenzen: Nr. 4 auf Seite 2, 6, 9, 14, 24, 31, 41, 46, 52, 56, 62, 67, 72, 76.
. Einschneidende Verordnungen, wichtige Schulvorstandsbeschlüsse:
Nr. 5 auf Seite 3, 9, 15, 25, 32, 47, 52, 58, 63, 68, 72, 77.
. Merkwürdige Naturereignisse, Sehenswürdigkeiten:
Nr. 6 auf Seite 10, 18, 26, 36, 47, 58, 64, 68, 73, 77.
. Denkwürdige politische, kirchliche, kommunale u. anderer Ereignisse:
Nr. 7 u. 8 auf Seite 3, 7, 11, 18, 26, 36, 43, 47, 53, 59, 64, 68, 73, 77.
46
47
[81]
I. Der Schulort und der Schulverband.
48
49
[82]
A. Der Schulort. Siehe Seite 80, Nr. 7 dieser Chronik und die erste Schulchronik!
[Die Seiten 83 - 105 sind im Original leer.]
50
[106]
B. Der Schulverband. Siehe Seite 80, Nr. 7 dieser Chronik und die 1. Schulchronik!
[Die Seiten 107 - 128 sind im Original leer.]
51
[129]
u.
Die äußere Einrichtung der Schule.
52
53
[130]
A. Ältere Geschichte der Schule. Siehe darüber die erste Schulchronik, Seite 43 — 56!
[Die Seiten 131 - 141 sind im Original leer.]
54
55
[142]
B. Die Schulgebäude: Gegenw. Zustand, 1909
Siehe darüber die erste Schulchronik, Seite 77 etc.!
Das Schulhaus, 1791 von der Gemeinde in Eichenfachwerk erbaut, zweistöckig, enthält die Lehrerwohnung, Scheune, Keller und Kuhstall. Die Lehrerwohnung, im ersten und zweiten Stockwerke, besteht aus vier heizbaren Stuben und 2 nicht heizbaren Kammern, einer Küche und einer Vorratskammer. Die Räume sind 2,40 m bezw. 2,25 m hoch. Das Dach ist 1902 mit Falzziegeln gedeckt und mit Dachrinnen versehen. Das Dachgeschoß dient als Lagerraum für Heu und Stroh. Der Kuhstall liegt neben dem Keller im Kellergeschoß.
Nebengebäude sind: Der Holzschuppen, 1894 als Anbau des Schulhauses errichtet, die Schweineställe mit den Aborten für die Schulkinder und das 1909 erneuerte Backhaus.
Der Schulsaal mit Vorflur, 1888 dem Schulhause angebaut, in Eichenfachwerk aufgeführt, hat eine Länge von 8,60 m, Breite von 6,20 m und Höhe von 3,75 m, einen Flächenraum von 53,32 qm, einen Kubikraum von 199,95 cbm. Der Flächenraum reicht für (a Kind 0,7 qm) 76, der Kubikraum für (a Kind 2,25 cbm) 89 Kinder. Das Pissoir am Eingange zum Schulsaale ist seit 1895 in Benutzung.
Sämtliche Gebäude und Räume befinden sich gegenwärtig, 1. Oktober 1909, in gutem Zu- stande.
Wie bei der Trennung des Schulverbandes Benterode-Sichelnstein festgesetzt und vom Kir- chen- und Schulvorstande von [143] Benterode und den Mitgliedern der Gemeindevorstände von Benterode und Sichelnstein am 1. September 1908, sowie von der Gemeindeversamm- lung von Benterode am 17. November 1908 beschlossen ist, gehören die Schulgebäude (Grundstücke und Kapitalien desgleichen) ausschließlich der politischen Gemeinde Bentero- de. V. 1. Chronik, Seite 194, 257!
Das Schulhaus, Haus-Nr. 50, besitzt als Reihestelle den Anteil jeder anderen Reihestelle in Benterode an sämtlichen Gemeinheiten und an der Genossenschaftsforst.
Der Stelleninhaber ist Nutznießer und übt das Stimmrecht für das Schulhaus aus, hat aber, mit Ausnahme des Hauerlohnes für das sogen. Hausholz, weder Abgaben noch Dienste für das Schulhaus zu leisten.
Sommerhalbjahr 1909:
Es ist die hintere Wohnstube tapeziert. Die Küche und die Fußböden beider Wohnstuben im ersten Stocke sind mit Olfarbe gestrichen. Die Decke der vorderen Wohnstube wurde ge- weißt, und für die Stube über der Küche hat die Gemeinde einen neuen Ofen angeschafft.
Winterhalbjahr 1909/10: — Schuljahr 1910/11:
Im Mai 1910 wurden im Schulsaale Decke, Wände und Lambrien, im Schulhause die Zimmer des 2. Stocks über den Wohnstuben und [144] der Küche gestrichen. Das Zimmer über der Küche hat neue Tapeten erhalten. Sämtliche Zimmer im 2. Stockwerke sind neu geölt.
Schuljahr 1911/12:
Im November 1911 wird der Vorplatz im 2. Stockwerke neu gedielt und mit Ölfarbe gestri- chen. Beide Vorplätze werden tapeziert, die Decken der Küche, hinteren Wohnstube und Vorplätze geweißt.
56
In den Osterferien 1912 ist der Schulsaal und Vorplatz mit Leimfarbe bezw. Kalk gestrichen, das Staket an der Westgrenze des Schulgartens in einer Länge von 29,8 Metern erneuert.
Schuljahr 1812/13:
Vom 1. August an wird regelmäßig vierteljährlich der Fußboden des Schulsaales mit Stauböl gestrichen. Im Dezember 1913 erhält die Decke der hinteren Wohnstube im Schulhause einen neuen Kalkanstrich.
Schuljahr 1913/14:
Im Mai und Juli 1913 wurden Tapeten und Fußbodenanstrich der hinteren Wohnstube erneu- ert, anfangs Oktober 1913 im Schulsaale Wände und Decke, im Schulhause Vorplatz, Küche, Treppe mit Ol- bezw. Leimfarbe neu gestrichen.
Schuljahr 1914/15:
Der Schulsaal wurde öfters mit Stauböl gestrichen. Schuljahr 1915/16: —
[145] Schuljahr 1916/17:
Im Schulsaale und Vorplatze wurden Decke und Wände geweißt bezw. mit Leimfarbe gestri- chen, an Stelle des alten, abständigen Regulierofens zwei Blechmantelöfen gesetzt, am Südende ein neuer Schornstein aufgeführt, in den beiden Wohnstuben die Öfen umgesetzt, in der hinteren Wohnstube Decke und Fußboden, in der Küche die Decke gestrichen und für die Waschküche ein emaillierter Eisenkessel angeschafft. Den kupfernen Kessel der Waschküche hatte die Heeresverwaltung beschlagnahmt und eingezogen.
Schuljahr 1917/18: [Ab hier keine Einträge mehr. ]
[Die Seiten 146 - 155 sind im Original leer.]
57
[156] C. Die Schulgrundstücke: Gegenw. Zustand, 1909.
Der Hofraum, vor, neben und hinter dem Hause, Kartenblatt 5, Parzelle 265/127 etc., Artikel 254 der Mutterrolle, Band 9, Artikel 311 des Grundbuches, ist 10,19 Ar groß.
Der Hausgarten, Kartenblatt 4, Parzelle 104-106, und Kartenblatt 5, Parzelle 112, Band 9, Artikel 311 des Grundbuches, 27,01 Ar groß, Reinertrag 15 Mark, liegt frei nach Süden, grenzt im Norden an die Schulgebäude und besteht aus dem Gemüse- Baum- und Grasgarten. Sämtliche Obstbäume sind von dem Lehrer Boedecker angepflanzt. Die ganze Gartenfläche senkt sich nach Süden hin, während der nördliche Teil des Gartens, das Grabeland, etwas nach Osten hängt. Der Boden besteht aus schwerem Lehm mit tiefer, erstklassiger Ackerkru- me und ist wenig durchlässig. Der südliche und nordöstliche Teil des Gartens mußte deshalb im Frühlinge 1909 mit einer Röhrendrainage versehen werden. Da das alte Staket an der Westseite lückenhaft und morsch war, wurde es im April 1909 erneuert. Die Kgl. Regierung zahlte der Gemeinde zu der Drainage und dem Staket eine Beihilfe von 300 Mark.
Der Schule gehören außerdem noch 74,74 Ar Ackerland, Reinertrag 29,28 M, über den Neuen Höfen belegen, Kartenblatt 4, Parzelle 5, Band 9, Artikel 311 des Grundbuches. Das Land liegt etwa 300 m westlich vom Dorfe, am Kasseler Berge, und hat fruchtbaren Lehmboden, mit etwas Sand vermischt.
[157] Die Grundstücke sind ausschließlich Eigentum der politischen Gemeinde. Siehe darüber Seite 142 und 143!
Der öffentliche Platz vor dem Schulhause wird von den Schulkindern als Spielplatz benutzt. Der Turnplatz liegt am Wege nach Sichelnstein, dem sogen. Viehwege, 600 m von der Schule entfernt. Er ist 5 cm hoch mit Kies belegt, durch einen Lattenzaun eingefriedigt und hat 2 fes- te Recke und Barren. Eine Turnhalle fehlt.
Im übrigen siehe über die Grundstücke die erste Schulchronik, Seite 81 etc. und Seite 242 etc., 257, und die zweite Chronik!
[Die Seiten 158 - 165 sind im Original leer.]
58
[166]
D. Das Diensteinkommen der Lehrer und Lehrerinnen.
Diensteinkommen des Lehrers am 31. März 1908.
Dienstanschlag vom 24. Februar 1895:
1; YHaüsgarlen zuerst 22,00M. 2. Grasnutzung der beiden Totenhöfe ...............uu nee 3,00 " 3:. Ackerland Ssastiasesehtlakeineienssmesusnnenets 24,00 " 4.. 104 Matzen Rossen ana 91,00 " 3 3 = Safer we 34,65 " 6. SR BIO ee ee 90,50 " 7. Martini-, Neujahrs- und Fastnachtsgefälle, Ostereier ..... 15,00 " 8.: Das. Hausholza...2.::.&u22 aka 7,50 " I BRIDCHEINO 7 est 24,00 " 10. Gemeindeanteil .........................0useeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeenennn 3,00 " 1-1; "Tautgebühren 2.2.22: 202 ee 10,50 " 12. Gebühren bei Begräbnissen .....................uusennenen 10,65 " 13. = " Hauskommunionen ...........eennnnenn 0,80 " 14; "Schulkapitälzinsen ..2:...0:.uu.224 22a eine 31,99" 15. Für Halten der Katechismuslehren ...................eee: 4,29 " 16, Trauungssebühren u.a 14,58 " 17. Bar aus der Gemeinde .......uuuuaaseeeseeeeeesennnneneneeeeeenennnnnnnn 842,54 "
Summa au... 1250,00 M.
Diensteinkommen nach dem Lehrerbesoldungsgesetz vom 3. März 1897.
Nach den durch Verfügung der Kgl. Regierung vom 8. Oktober 1898 genehmigten Beschlüs- sen des Schulvorstandes vom 14. Oktober 1897, 1. Januar und 2. Oktober 1898 soll das Grundgehalt = 1400 M betragen. Das Einkommen steht nach dem obigen Dienstanschlage auf 1250 M. Der Nutzungswert des Hausgartens, [167] im Dienstanschlage mit 22 M angesetzt, darf auf das Grundgehalt nicht angerechnet werden, wie die Kgl. Regierung verfügt (Verfg. v. 15.10.1897). Das Einkommen des Dienstanschlages bleibt somit 1250 M - 22 M = 1228 M. Die an dem Grundgehalte von 1400 M fehlenden 172 M zahlt die Gemeindekasse.
Am 9. Oktober 1906 hat die Kgl. Regierung im Einverständnis mit dem Kgl. Konsistorium in Hannover den Beschluß des hiesigen Kirchenvorstandes vom 2. Septbr. 1906, wonach der Grundgehaltsmehrbetrag für Kirchendienst vom 1. April 1906 ab von 300 M auf 400 M und damit das gesamte Grundgehalt von 1400 M auf 1500 M erhöht werden soll, genehmigt. Der Fehlbetrag von 100 M wird aus der Gemeindekasse entrichtet.
Die Kgl. Regierung leistet der Gemeinde zur Lehrerbesoldung einen Staatsbeitrag von 500 M und eine Staatsbeihülfe von 520 M.
Im übrigen siehe über die Lehrerbesoldung die erste Chronik, Seite 86, und die vorstehende Chronik, Seite 10, 16, 17, 68!
An Vergütung für Erteilung des Handarbeitsunterrichts zahl die Gemeinde der Ehefrau Lehrer Boedecker seit dem 1. April 1908 jährlich = 60 Mark. Seite 77 dieser Chronik!
[Die Seiten 168 - 177 sind im Original leer.]
59
[178]
E. Verbindung der Schulstelle mit kirchlichen Ämtern: Gegenw. Zustand, 1.X.1909.
Siehe darüber erste Schulchronik, Seite 106! Mit der Schulstelle sind die folgenden kirchlichen Dienste verbunden:
Der Organisten- und Küsterdienst, das Halten der Katechismuslehren an allen Sonn- und Fest- tagen, der Lesegottesdienste am Bußtage, Gründonnerstage, Karfreitage, am ersten Sonntage nach jedem Hauptfeste und an jedem siebten Sonntage.
Am 1. September und 17. November 1908 beschlossen Kirchen- und Schulvorstand von Ben- terode, die Mitglieder der Gemeindevorstände von Benterode und Sichelnstein, sowie die Gemeindeversammlung von Benterode einstimmig, den Lehrer und Küster von den sogenann- ten niederen Küsterdiensten zu befreien, so daß ihm an kirchlichen Diensten nur der Orga- nistendienst, das Halten der sonntäglichen Katechismuslehren und Lesegottesdienste in dem bisherigen Umfange und die Aufsicht über die kirchlichen Gebäude und Kirchhöfe verbleibe.
Diese Beschlüsse erhielten am 12. bezw. 28. August 1909 die Genehmigung des Kgl. Konsis- toriums zu Hannover und der Kgl. Regierung zu Hildesheim.
[Die Seiten 179 - 187 sind im Original leer.]
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[188] F. Personalien der Lehrer und Lehrerinnen.
Über die früheren Lehrer der Schulstelle Benterode siehe die erste Schulchronik, Seite 47, 51, 55, 109, 110!
Der Lehrer Heinrich August Gustav Boedecker, geboren am 14. Juli 1863 in Sehnde, Kreis Burgdorf, Regierungsbezirk Lüneburg, stammte vom Bauernhofe, war Schüler der Volks- schule seines Heimatdorfes und bekam vom Pastor Nolte in Sehnde den ersten fremdsprachi- gen Unterricht. Er wurde von seinem Onkel, dem Lehrer August Boedecker in Hannover, von Ostern 1878 — Michaelis 1880 privatim für das Seminar vorbereitet, besuchte von Michaelis 1880 bis Ostern 1883 das Kgl. Lehrerseminar in Hannover, bestand die Abgangsprüfung vom 8. — 10. März 1883 und erhielt am 15. April 1883 in Benterode seine erste Anstellung als Leh- rer, Küster und Organist.
28. April 1883: Datum der ersten Anstellungsurkunde.
25. Mai 1883: Tag der Vereidigung durch den Kreis-Schulinspektor, Superintendenten Meiß- ner » Hedemünden.
27. Mai 1883: Tag der kirchlichen Einführung durch den Ortsschulinspektor, Pastor Grußen- dorf » Landwehrhagen.
1.-3. Juni 1885: Zweite Lehrerprüfung am Kgl. Seminar zu Hannover. 19. September 1885: Datum der definitiven Anstellung.
[189] Am 20. November 1885 verheiratete sich Lehrer Boedecker mit der einzigen Tochter des Ackermanns Justus Kraft, Haus-Nr. 68 in Benterode, und am 7. Februar 1887 wurde ihm eine Tochter, Elsbeth, geboren.
Militärverhältnis: Ersatzreserve, Krankenwäfrter, im Falle einer Mobilmachung unabkömmlich. Lehrer Boedecker nahm an folgenden Fortbildungskursen teil:
l. Im April, Juli und Oktober 1890 in Moringen u. Göttingen an einem vom Landesbauin- spektor Parisius = Göttingen geleiteten Obstbaukursus (V. erste Chronik, Seite 206!).
2. Im August und September 1894 an einem Zeichenkursus am Seminar zu Alfeld (V. 1. Chronik, S. 262)).
3. Im August und September 1901 und 1902 an einem 10wöchigen Kursus für Lehrer an ländlichen Fortbildungsschulen an der Landwirtschaftsschule in Hildesheim (V. Seite 40 + 46 dieser Chronik!).
Den Handarbeitsunterricht erteilt seit dem 1. März 1886 die Ehefrau des Lehrers Boedecker, geb. Kraft. Siehe 1. Chronik, Seite 140, 210, u. 2. Chronik, Seite 77, Nr. 5!
61
[190]
* Benterode, 27. Nov. Am letzten Sonntag feierte unser Lehrer Boedecker seine silberne Hochzeit, wozu ihm Gemeinde und Schulkinder gratulierten. Die Gemeindevorsteher überreichten als Geschenk eine kostbare silberne Bowle mit der Gravierung "Ihrem verehrten Herrn Lehrer G. Boedecker zur Silberhochzeit gewidmet von der Gemeinde Bente- rode 1910", die Schulkinder verschiedene prächtige Tischgeräte ce. Ein frohes Mahl, an dem Verwandte und Freunde des Silberpaares, sowie Vertreter der Gemeinde teilnahmen, schloß die Feier.
[Zeitungsausschnitt aus den Mündenschen Nachrichten. ]
[Die Seiten 191 - 198 sind im Original leer.]
62
Die innere Einrichtung der Schule.
64
[200] A. Der Schulunterricht.
1. Art der Schule, Zahl der Klassen, Stundenplan, Lehrplan, Pausenordnung etc.
Die Schule war bis zum 1. Oktober 1885 eine einklassige Volksschule mit einem Lehrer. Am l. Oktober 1885 wurde sie wegen der großen Schulkinderzahl in eine geteilte einklassige, eine sogen. Halbtagsschule, umgewandelt. Da die Kinderzahl sich stets über 80 gehalten hat, ist sie heute noch Halbtagsschule.
Unsere Halbtagsschule gliedert sich in drei Abteilungen, Ober-, Mittel-, und Unterstufe. Die Unterstufe umfaßt den 1. u. 2., bezw. den 1.-3., die Mittelstufe den 3. -5., bezw. 4.-6. und die Oberstufe den 6. — 8., bezw. 7. +8. Jahrgang.
Es sind wöchentlich 32 Unterrichtsstunden zu geben. Davon erhält die Unterstufe 12, die Mit- telstufe 24 und die Oberstufe 20. Die Unterstufe wird mit der Mittelstufe 4 Stunden, die bei- den letzten Stunden je am Mittwoch und Sonnabendmorgen, gleichzeitig unterrichtet. Die Mittelstufe hat mit der Oberstufe 20 Stunden gemeinsam, sodaß zwei durchweg voneinander getrennte Klassen, eine Unter- und eine Oberklasse, entstehen.
Wie sich die 32 wöchentlichen Unterrichtsstunden auf die einzelnen Unterrichtsgegenstände und Stufen verteilen, zeigt die Übersicht auf Seite 35 und 36 dieser Chronik.
Für das zweite Sommervierteljahr ist der Unterricht fast ganz auf den Vormittag gelegt. Nur die Oberklasse erhält an zwei Nachmittagen je eine Stunde Unterricht im Zeichnen [201] und Turnen. Im übrigen wird der Unterricht in der Zeit von 8-3, bezw. 7-2 Uhr erteilt.
65
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67
[203]
Pausenordnung.
Die Pause nach der zweiten Unterrichtsstunde am Vormittage beträgt 20 Minuten, die Pause nach der dritten Vormittagsstunde 5 Minuten, die Pause zwischen den beiden Nachmittags- stunden 10 Minuten und die Pause nach der 4. Vormittagsstunde im zweiten Sommerviertel- jahr 10 Minuten. Siehe Amtl. Schulblatt 1905, Seite 129!
Lehrplan.
Der Lehrplan, vom Lehrer Boedecker in den Jahren 1899 und 1900 ausgearbeitet, ist vom Kgl. Kreisschulinspektor, Herrn Superintendenten Schuhmann = Hedemünden, am 18. Juli 1900 genehmigt.
Auf Antrag des Kreisschulinspektors, Herrn Superintendenten Steinmetz » Münden, wurde am l. Oktober 1913 die Halbtagsschule in eine einklassige Schule umgewandelt.
Da im Schulsaale 91 Kinder gleichzeitig nicht unterrichtet werden können, mußte zu Anfang des Schuljahres 1917/18 die einklassige Schule wieder in eine Halbtagsschule zurückverwan- delt werden.
[Die Seiten 204 - 207 sind im Original leer.]
68
[208]
A. Der Schulunterricht.
2. Lehr- und Lernmittel, Schulzeugnisse, Schülerbibliothek etc.
Schulzeugnisse.
Seit Ostern 1905 erhalten alle Schulkinder am Schluß des Sommer- und Winterhalbjahres ein Zeugnis. Die Zeugnisse werden in ein Zeugnisbuch eingetragen, das der Schulregistratur an- gehört. Siehe Amtliches Schulblatt 1904, Seite 93!
Eine Schülerbibliothek ist nicht vorhanden.
Jede vollzogene Züchtigung wird nach Beendigung der Unterrichtsstunde in das Strafver- zeichnis eingetragen. Siehe Seite 25, Nr. 5!
Lehr- und Lernmittel. A. Religion.
Zwanzig Anschauungsbilder für den ersten Unterricht in der biblischen Geschichte, von Hel- mert, Rentsch, Wangemann, koloriert.
Bibel, Ergs Spruchbuch zu den fünf Hauptstücken, Gesangbuch der Hannoverschen Landes- kirche und die Biblischen Geschichten vom Lehrerverein der Stadt Hannover.
B. Deutsch.
Winkelmann, zwei Bilder für den Anschauungsunterricht: Der Winter, der Bauernhof. Wachsmuth - Leipzig, vier Bilder für den Anschauungsunterricht: Die 4 Jahreszeiten. [209] Dageförde, Lesetafeln zur Fibel von Flügge - Dageförde.
Fiebel, Erstes und Zweites Lesebuch von Flügge-Dageförde.
C. Rechnen.
Russische Rechenmaschine, 10 Wandtafeln: Tägliche Rechenübungen, von Magnus. Backhaus- Wiese, Rechenbuch für Landschulen, Heft 1-4.
D. Raumlehre.
Zirkel, Lineal, Winkelmesser.
Modell zur Kreisberechnung.
Kohlstock, Sammlung von sieben Zinkblech - Hohlkörbern zur Einführung in die Körperberechnung.
Ein abgestumpfter Kegel mit Ergänzungskegel aus Holz.
E. Geschichte.
Lehmann, sieben kulturgeschichtliche Bilder: Germanisches Gehöft vor der Völkerwande- rung, Klosterhof im 10. Jahrhunderte, Ritterburg im 13. Jahrhunderte, Rittersaal, Belagerung im 14. Jahrhunderte, Stadt im 15. Jahrhunderte, Bauern und Landsknecht im 16. Jahrhunderte. Verlag von Wachsmuth = Leipzig.
Wandtafel: Vor- und frühgeschichtliche Altertümer aus der Provinz Hannover.
v. Schmidt: Das Friedenswerk der Preuß. Könige. [210]
F. Geographie.
Ein Globus. Bamberg, östliche und westliche Halbkugel, physikalisch -politisch. Handtke, Wandkarte von Palästina.
69
Kiebert, Wandkarte der deutschen Kononien.
Kiebert, politische Schulwandkarte von Europa.
Cuppers, Deutschland, physikalisch -politisch.
Asche, Wandkarte der Provinz Hannover.
Tribian, Wandkarte vom Kreise Münden.
Ein Stereoskop mit 36 Bildern aus verschiedenen Ländern. Ein Buch: Harms, vaterländische Erdkunde.
G. Naturbeschreibung. 1. Menschenkunde.
Eschner, 4 anatomische Wandtafeln für den Schulunterricht.
Wachsmuth - Leipzig, 2 Wandtafeln: Erste Hilfe bei Unglücksfällen.
Weichselbaum und Henning, Wandtafel: Schädigung lebenswichtiger Organe durch den Al- koholgenuß.
2. Tierkunde.
Schubert, 3 Bücher mit Abbildungen: Säugetiere, Vögel, Reptilien, Fische etc. Verlag von Schreiber - Eßlingen.
3. Pflanzenkunde.
Goering-Schmidt, 6 Bilder mit ausländischen [211] Kulturpflanzen: Kaffee, Kakao, Reis, Tabak Baumwolle, Gummi. Verlag Wachsmuth - Leipzig. 1 Wandtafel: Obstbaumschädlinge und Obstbaumkrankheiten.
H. Naturlehre.
1 Hebel, 1 Gestell mit Rollen, 1 Magnet, 1 Elektromagnet, 1 Schulthermometer mit 3facher Skala, I Knallbüchse, 1 Kompaß mit Metallgehäuse.
J. Turnen.
2 feststehende Barren von Lärchenholz.
2 Recke mit eisernen Querstangen.
40 Turnstäbe von Buchenholz.
Ein Schwingseil, ein Ball von festem Gummi.
1 Leitfaden für den Turnunterricht in preußischen Volksschulen. Esken, 10 Wandtafeln für Trommel und Pfeife.
16 Holz- und 10 Metallpfeifen.
1 Tambourstab, Schwalbennester.
K. Singen
Hille, Choral- Melodien, 3. Auflage. Bindseil, Liederbuch für die Volksschulen des Regierungsbezirks Hildesheim, eingeführt Os- tern 1909 zufolge Verfügung der Kgl. Regierung vom 16. Januar 1909.
[Die Seiten 212 - 229 sind im Original leer.]
70
[230] B. Schülerstatistik nach Konfessionen und Stufen.
Über die Zahl der Schulkinder am 1. Mai u. 1. November in jedem Jahre seit 1900 siehe die Seiten 71 und 75 dieser Chronik!
Die Schulkinderzahl betrug am Anfange des Schuljahres 1909/10: 20. April 1909: 74, 45 Knaben und 29 Mädchen.
Am 20. April 1909 sind an schulpflichtigen Kindern neu aufgenommen: 2 Knaben und 4 Mädchen, sodaß sich die Kinderzahl auf 80, 47 Knaben und 33 Mädchen, sämtlich aus Ben- terode und lutherisch, belief.
Schulkinderzahl am 1. Mai 1909: Siehe oben!
Oberstufe: 24 Kinder (18 Knaben + 6 Mädchen ) Mittelstufe: 35 Kinder 22 " +13 & ) Unterstufe: 21 Kinder ( 7" +14 " )
Zugang: 18. Oktober 1909: Aus dem benachbarten Landwehrhagen die Knaben: Heinrich, Wilhelm und Friedrich Schön, deren Vater das Reihehaus Nr. 35 angekauft hat, das er seit dem 1. Oktober 1909 bewohnt.
Schulkinderzahl am 1. Nvbr. 1909: 83 (50 Knaben u. 33 Mädchen), sämtlich lutherisch und aus Benterode, Oberstufe: 24 (18 Kn. + 6 M.), Mittelstufe: 37 (24 Kn. + 13 M.), Unterstufe: 22(8Kn.+14M.).
Abgang am Schlusse des Schuljahres 1909/10: 22. März 1910 = 10 Konfirmanden, 9 Jungen [231] und 1 Mädchen, konfirmiert am 3. April 1910, Quasimodogeniti.
Aufnahme von neu eintretenden schulpflichtigen Kindern am Anfange des Schuljahres 1910/11: 5. April 1910 = 15 Kinder, 8 Knaben und 7 Mädchen.
Schulkinderzahl am Anfange 1910/11: 88 Kinder, 49 Knaben und 39 Mädchen. Abgang am 11.4.1910: 1 Knabe nach Kassel.
Schulkinderzahl am 1. Mai. 1910 = 87, 48 Jungen und 39 Mädchen, sämtlich lutherisch. Oberstufe: 25 Kinder (19 Knaben und 6 Mädchen ) Mittelstufe: 37 Kinder (17 " "20 “ ) Unterstufe: 25 Kinder (12 " = 42 2 )
Schulkinderzahl am 1. November 1910: Wie am 1. Mai.
Abgang am 1. April 1911 = 11 Konfirmanden, 7 Jungen und 4 Mädchen, die am Sonntag Ju- dica, den 2. April 1911, konfirmiert wurden. Konfirmiert ist außerdem ein schwachsinniger Junge, Uhe, der die Pflegeanstalt in Langenhagen besucht hat.
Aufnahme von schulpflichtigen Kindern am Anfange des Schuljahres 1911/12: 25. April = 8 Kinder, 4 Jungen und 4 Mädchen.
Schulkinderzahl am Schulanfange 1911/12: 84, 45 Jungen und 39 Mädchen, lutherisch.
[232] Schulkinderzahl am 1. Mai 1911: 84 Kinder, 45 Jungen und 39 Mädchen. Oberstufe: 30 Kinder (17 Knaben u. 6 Mädchen ) Mittelstufe: 30 Kinder (16 = "20 = ) Unterstufe: 24 Kinder (12 " "13 2 )
Schulkinderzahl am 1. November 1911: V. 1.5.1911!
71
Abgang am 2. April 1912: 10 Konfirmanden, 8 Knaben und 2 Mädchen. Davon sind 7 Kna- ben und 2 Mädchen am Sonntage nach Ostern hier in der Kirche konfirmiert. Der Konfirmand August Petzing ist zur Neuapostolischen Gemeinde übergetreten und am 7. April in Kassel konfirmiert.
Aufnahme von schulpflichtigen Schulkindern am Anfange des Schuljahres 1912/13, den 16. April 1912 = 7 Knaben und 2 Mädchen, sodaß die Schulkinderzahl 83, 44 Knaben und 39 Mädchen, betrug, sämtlich lutherisch.
Schulkinderzahl am 1. Mai 1912: 83, 44 Knaben und 39 Mädchen, lutherisch. Oberstufe: 27 Kinder (17 Knaben u. 10 Mädchen ) Mittelstufe: 32 Kinder (13 " "19 = ) Unterstufe: 24 Kinder (14 " "10 5 )
Schulkinderzahl am 1. November 1912: V. 1.5.1912!
Abgang am 18. März 1913: 16 Konfirmanden, 9 Jungen und 7 Mädchen. Davon sind am Sonntage nach Ostern den 30.3.1913, hier in der Kirche konfirmiert 9 Jungen [233] und 6 Mädchen. Die Konfirmandin Berta Petzing ist Ostern, den 23.3.1913, in der Neuapostolischen Gemeinde in Kassel konfirmiert.
Aufnahme schulpflichtiger Kinder am Anfange des Schuljahres 1913/14, den 1. April 1913: 5 Knaben u. 5 Mädchen, sodaß die Schulkinderzahl 77, 40 Knaben und 37 Mädchen betrug, sämtlich lutherisch.
Schulkinderzahl am 1. Mai 1913: 77, 40 Knaben und 37 Mädchen, lutherisch. Oberstufe:24 Kinder (9 K. u. 15 M.), Mittelstufe: 29 Kinder (16 Knaben und 13 Mädchen), Unterstufe: 24 Kinder (15K. u.9M.).
26. Mai 1913: Aufnahme der Schülerin Meta Kraft, die wegen eines kranken Auges am |. April 1913 nicht aufgenommen werden konnte.
Abgang am 27. März 1914: 8 Konfirmanden, 5 Knaben u. 3 Mädchen, konfirmiert Judica, den 28.3.1914, hier in der Kirche.
Schulkinderzahl 1. Nvbr. 1913: 78 Kinder, 40 Knaben, 38 Mädchen, lutherisch. Oberstufe 24 Kinder, Mittelstufe 29 Kinder, Unterstufe 25 Kinder.
Aufnahme schulpflichtiger Kinder am Anfange des Schuljahres 1914/15, 15. April 1914: 5 Knaben und 5 Mädchen, sodaß die Schulkinderzahl im ganzen 80, 40 Knaben und 40 Mäd- chen, betrug.
Schulkinderzahl am 1. Mai 1914: 80, 40 Knaben und 40 Mädchen, evangel.-luther. Oberstufe: 24 Kinder (II K. u. 13 M.), Mittelstufe: 30 Kinder (14 K. + 16 M.), Unterstufe: 26 Kinder (15K.+11M.).
4. Septbr. 1914: Aufnahme der Schülerin Anna Becker, geb. 18.7.1907, aus Cassel.
[234] Schulkinderzahl am 1. November 1914: 81, 40 Knaben und 41 Mädchen, sämtlich evangel.-lutherisch.
Oberstufe: 24 Kinder, 11 Knaben u. 13 Mädchen.
Mittelstufe: 30 " ,14 "16 £
Unterstufe: 277" ,15 2 "
Abgang: 20. März 1915: 10 Konfirmanden, 3 Knaben und 7 Mädchen, konfirmiert Judica, den 21. März 1915. In der Neuapostolischen Gemeinde in Kassel wurde am 1. Ostertage 1915, den 4. April, die Konfirmandin Anna Petzing konfirmiert.
72
Aufnahme schulpflichtiger Kinder am Anfange des Schuljahres 1915/16, den 15. April: 16 Kinder, 8 Knaben und 8 Mädchen, sodaß die Schulkinderzahl im ganzen 87, 45 Knaben und 42 Mädchen, betrug.
Schulkinderzahl am 1. Mai 1915: 87, 45 Knaben und 42 Mädchen, sämtlich evangel.- lutherisch.
Oberstufe: 27 Kinder, 12 Knaben und 15 Mädchen.
Mittelstufe: 30 " ,18 ” "12 7
Unterstufe: 15 " ,15 5 "30 "
Abgang: 20.10.1915 Anna Becker nach Cassel, mit ihrer Mutter verzogen. Schulkinderzahl am 1. Nvbr. 1915: 86 Schulkinder, 45 Knaben, 41 Mädchen.
Abgang: 8.4.1916 = 6 Knaben und 5 Mädchen, welche Judica, den 9.4.1916, in Benterode konfirmiert wurden.
Aufnahme schulpflichtiger Kinder am Anfange des Schuljahres 1916/17: 13 Kinder, 5 Kna- ben und 8 Mädchen, sodaß die Schulkinderzahl am 26.4.16 88 Kinder, 44 Knaben und 44 Mädchen, betrug.
[235] Schulkinderzahl am 1. Mai 1916: 88, 44 Knaben und 44 Mädchen. Oberstufe 15 Knaben, 16, Mädchen = 31 Kinder
Mittelstufe 14 " 10, " = 24 a Unterstufe > " 18, " u 33 Y 44 44 88
Abgang: 2.8.1916 Else Löwer zu ihrer Mutter in Frankfurt a. M. Schulkinderzahl am 1. Nvbr. 1916: 87, 44 Knaben, 43 Mädchen.
Abgang: 24.3.1917: 6 Konfirmanden, 2 Knaben und 4 Mädchen. Konfirmiert wurden in Ben- terode am Sonntage Judica, den 25.3.1917 = 1 Knabe und 4 Mädchen, in Cassel der Knabe Otto Petzing.
Aufnahme schulpflichtiger Kinder am Anfange des Schuljahres, den 17. April 1917: 10 Kin- der, 7 Knaben und 3 Mädchen, sodaß die Kinderzahl 91, 49 Knaben und 42 Mädchen betrug.
Oberstufe 17 Knaben, 15 Mädchen = 32 Kinder.
Mittelstufe 17 % 13 a =30 " Unterstufe 15 " 34 . =29 " 49 42 91
Sämtliche Kinder sind evangelisch-lutherisch.
[Die Seiten 236 - 245 sind im Original leer.]
73
[246]
C. Der Schulbesuch. 1. Schulpflicht.
Die regelmäßige Aufnahme in die Volksschule findet nur einmal im Jahre und zwar zu Ostern statt.
Außer den in die Schule neu aufzunehmenden Schulpflichtigen Kindern, d. h. denjenigen, welche bis zum Beginn des Schuljahres das sechste Lebensjahr vollenden, dürfen nur solche Kinder aufgenommen werden, die bis zum 31. Juli einschließlich sechs Jahre alt werden und nach ihrer körperlichen und geistigen Entwicklung als schulfähig zu erachten sind.
Der einzige allgemeine Schulentlassungstermin ist Ostern.
Kinder, welche im Laufe des Schuljahres das 14. Lebensjahr erreichen, sind verpflichtet, den Schulbesuch bis zu dem nächsten allgemeinen Schulentlassungstermine, d. h. Ostern, fortzu- setzen; jedoch kann die Schulaufsichtsbehörde in geeigneten Fällen die Entlassung an dem der Vollendung des 14. Lebensjahres vorhergehenden Entlassungstermine gestatten. Siehe Amtl. Schulblatt von 1904, Seite 26, u. 1915, Seite 110!
[Die Seite 247 ist im Original leer.]
74
[248] 2. Ferien und Feiertage.
Lage der Ferien.
Auf die drei kirchlichen Hauptfeste entfallen 28 Tage, auf die Sommer- und Herbstferien 42 Tage.
Die Osterferien dauern von Mittwoch vor Ostern bis zum Montag nach dem Sonntag Quasimodogeniti einschließlich = 13 Tage.
Die Pfingstferien dauern von Pfingstsonntag bis Donnerstag nach Pfingsten einschließlich = 5 Tage.
Die Weihnachtsferien dauern von 24. Dezember bis zum 2. Januar einschließlich = 10 Tage. Die Sommerferien, 21 Tage, werden gewöhnlich in die Zeit der Heidelbeer- (1. — 21. Juli), die Herbstferien, 21 Tage, in die Zeit der Kartoffelernte (24. September — 14. Oktober) gelegt.
Sommerhalbjahr 1909, Winterhalbjahr 190910.
Pfingstferien: 30. Mai — 3. Juni.
Sommerferien: 11. — 31. Juli.
Schulausflug nach Wilhelmshöhe bei Kassel. 10. August. 40 Schulkinder nahmen teil; Hin- und Rückweg wurden zu Fuß gemacht, Hinweg über das Zollhaus und Sandershausen, Rück- weg durch das Niestetal.
Sedanfest am 2. September: Schulfeier, Umzug der Schulkinder mit Schülerkapelle im Dorfe.
Herbstferien: 26. September — 16. Oktober.
Weihnachtsferien: 24. Dezember 1909 — 2. Januar 1910. [249]
Kaisers Geburtstag am 27. Januar 1910: Wie Sedanfest.
Osterferien: 23. März — 4. April 1910.
Schuljahr 1910/11.
Pfingstferien: 15. — 19. Mai 1910.
Sommerferien: 3. — 23. Juli 1910.
Am 25. Juli 1910 wurde die fünfhunderte Wiederkehr des Todestages der Königin Luise (19. Juli) durch Vortrag des Lehrers und Gesang der Kinder gefeiert.
Herbstferien: 25. September — 15. Oktober 1910.
2. September 1910: Sedanfest, wie im Vorjahre gefeiert.
Weihnachtsferien: 24. Dezember 1910 — 2. Januar 1911.
27. Januar 1910: Kaisers Geburtstagsfeier wie im Vorjahr.
Osterferien: 12. — 24. April 1911.
Schuljahr 1911/12.
Pfingstferien: 4. — 8. Juni 1911.
26. Juni 1911: Ausflug der Schule nach Münden, um das lenkbare Luftschiff "Parseval 5" zu besichtigen. Nachmittags sollte auf der Gimter Wiese an der Weser ein Aufstieg des Luft- schiffes stattfinden. Der Ballon mußte aber wegen starker Windstöße um 2 Uhr entleert wer- den. Dabei legte sich die Ballonhülle auf die Gondel und verbrannte unter furchtbarem Knall. 9. — 29. Juli: Sommerferien. [250]
2. Septbr. 1911: Sedanfeier wie im Vorjahre.
Herbstferien: Vom 24. Septbr. — 14. Oktober 1911.
Weihnachtsferien: 23. Dezbr. 1911-3. Januar 1912
27. Januar 1912: Kaisergeburtstagsfeier wie im Vorjahre.
Osterferien: 2.— 15. April 1912.
75
Schuljahr 1912/13.
Pfingstferien: 26.— 30. Mai 1912.
Heuferien: 24. — 29. Juni 1912.
16. Juli 1912: Ausflug mit 48 Schulkindern: Wagenfahrt nach Münden, Dampferfahrt nach Hemeln, Fußtour über die Bramburg, den Bramwald, das Steimketal, Spieß Mühle, Löwen- hagen, Imbsen nach Dransfeld, Bahnfahrt nach Münden, Wagenfahrt zurück nach Benterode. Ernteferien: 28. Juli — 10. August 1912.
2. Septbr. 1912: Sedanfest wie im Vorjahre.
Herbstferien: 23. September — 12. Oktober 1912.
Weihnachtsferien: 24. Dezember 1912 — 2. Januar 1913.
27. Januar 1913: Kaisergeburtstagsfeier wie im Vorjahre.
10. März 1913: Schulfeier und Schulausfall: Hundertjahrfeier der Stiftung des Eisernen Kreuzes.
Osterferien: 19. — 31. März 1913.
Schuljahr 1913/14.
11.- 15. Mai 1913: Pfingstferien.
16. Juni 1913: Schulfeier und Schulausfall: 25jähr. Regierungsjubiläum Sr. Majestät des Kai- sers Wilhelm IL
Sommerferien: 22. Juni — 12. Juli 1913.
6. August 1913: Ausflug mit 35 Schulkindern nach Kassel, Schloß Wilhelmshöhe und dem Herkules.
2. Septbr. 1913: Sedanfeier wie im Vorjahre.
[Die Seiten 251 - 252 fehlen im Original. Die Seiten 253 - 259 sind leer.]
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[260] 3. Schulversäumnisse.
Im Schuljahre 1909/10 haben 81 Kinder 608 mal mit Entschuldigung, größtenteils krank- heitshalber, die Schule versäumt. Ansteckende Krankheiten sind nicht vorgekommen.
Versäumnisse pro 1910/11: 83 Kinder 940 mal, durchweg krankheitshalber. Ansteckende Krankheiten sind nicht vorgekommen.
In der Zeit vom 25. April bis zum 25. Mai 1911 fehlen täglich durchschnittlich 22 am Schar- lach, an den Masern und Röteln erkrankte Schulkinder.
Im Schuljahre 1911/12 sind folgende Schulversäumnisse, größtenteils krankheitshalber, vor- gekommen: 84 Schulkinder fehlten 1392 mal, jedes Kind durchschnittlich 17 mal.
Im Schuljahre 1912/13 haben von 83 Schulkindern 80 die Schule versäumt, größtenteils krankheitshalber, und zwar 2038 mal, jedes Kind durchschnittlich 25 Tage.
Vom 3. Januar — 18. März 1913 fehlten täglich 22 an den Masern und am Scharlach erkrankte Schulkinder. Auf Anordnung des Kgl. Landrats wurde für die Zeit vom 3. — 15. Februar 1913 die Schule der Seuche wegen geschlossen.
Pro 1913/14 fehlten von den 78 Schulkindern 75 mit zusammen 698 Tagen, größtenteils we- gen Krankheit. Auf 1 Kind entfallen demnach durchschnittlich 9 Tage Schulversäumnis. [261]
Pro 1914/15 fehlten die 81 Schulkinder zusammen 404 Schultage, größtenteils krankheitshal- ber. Auf jedes Kind entfallen durchschnittlich 5 Tage Schulversäumnis.
Pro 1915/16 = 86 bezw. 87 Schulkinder fehlten zusammen 981 Tage. Auf 1 Kind entfallen durchschnittlich 11-12 Tage Schulversäumnis.
Pro 1916/17 = Von den 88 bezw. 87 Schulkindern fehlten 86 mit zusammen 1207 Tagen im Unterricht, größtenteils wegen Mumps. Durchschnitt für ein Kind = 14 Tage.
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[262] D. Prüfungen und Revisionen
14. Februar 1910: Schulprüfung durch Herrn Ortsschulinspektor Pastor Fahlbusch - Land- wehrhagen: Ober- und Mittelstufe von 8 1/2 — 12 Uhr, Unterstufe von 12 — 1 Uhr. I Schulvor- steher ist anwesend.
28. Februar 1910: Von 9 1/2 - 11 1/2 Uhr Revision der Schule (Ober- und Mittelstufe) durch Herrn Kreis-Schulinspektor Pastor Boesenberg - Gimte.
27 Oktober 1910: Von 1 1/2 — 3 Uhr Revision der Schule (Unterstufe) durch Herrn Pastor Boesenberg - Gimte.
7. März 1911: Schulprüfung durch Herrn Ortsschulinspektor Pastor Fahlbusch: Von 8 — 12 Uhr Ober- u. Mittelstufe, von 12 — 1 Uhr Unterstufe. Vom Schulvorstande war der Schulvor- steher Schmidt erschienen.
Am 23. August 1911 besuchte der Kreisarzt, Medizinalrat Dr. Meyer - Hann. Münden, die Schule.
26. Februar 1912: Von 8 — 9 1/2 Uhr Schulprüfung durch Herrn Pastor Fahlbusch = Land- wehrhagen, von 9 1/2 — 11 Uhr Revision der Ober- und Mittelstufe durch Herrn Kreis- schulinspektor Superintendenten Lic. Steinmetz = Münden.
23. Mai 1912, vorm. von 9 — 10 Uhr, hörte Herr Superintendent Lic. Steinmetz -» Münden als Superintendent der Inspektion Hedemünden dem Religionsunterrichte der Ober- und Mittel- stufe zu.
3. März 1913: Schulprüfung durch den Ortsschulinspektor Pastor Fahlbusch = Landwehrha- gen, von 8— 12 1/2 Uhr vormittags.
Am 28 August 1913, vormittags von 8 — 10 Uhr, [263] revidierte der Kgl. Kreis-Schulin- spektor, Herr Lic. Superintendent Steinmetz = Münden, die Schule, Ober- Mittel- und Unter- stufe.
16. Februar 1914: Schulprüfung durch Herrn Ortsschulinspektor Pastor Fahlbusch - Land- wehrhagen von 8 - 12 1/2 Uhr.
18. März 1915: Revision der Schule durch Herrn Kreis-Schulinspektor Lic. Superintendenten Steinmetz » Münden von 11 - 12 1/4 Uhr. Es waren Ober- Mittel- und Unterstufe anwesend.
6. April 1915: Schulprüfung durch Herrn Ortsschulinspektor Pastor Fahlbusch = Landwehrha- gen von 8 — 12 3/4 Uhr.
23. Nvbr. 1915: Besichtigung der Schule durch den Kreisschulinspektor Lic. Superintenden- ten Steinmetz » Münden von 1-2 1/2 U. nachmittags.
Desgleichen am 1. August 1916 von 8 1/2 — 10 Uhr vormittags.
[Die Seiten 264 - 283 sind im Original leer.]
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[284]
E. Die Schulkinder.
1. Sittliches Verhalten in und außer der Schule, Verwendung zu häuslichen,, gewerblichen und landwirtschaftlichen Arbeiten, Gesundheitszustand.
Gegenwärtiger Zustand: Michaelis 1909.
Die Kinder sind in der Schule bescheiden, aufmerksam und folgsam, aber nicht sehr wahr- heitsliebend. Der häusliche Fleiß läßt viel zu wünschen übrig. Da die Ober- und Mittelstufe nachmittags frei hat, treiben sich die Jungen oft stundenlang, manchmal bis in den Abend, auf der Straße umher, wobei es nicht selten zu Schimpfarien und Raufereien kommt. Die Eltern dulden das nicht nur, sondern geben häufig die Veranlassung dazu. Die elterliche Erziehung ist mangelhaft.
Zu häuslichen und landwirtschaftlichen Arbeiten werden die Kinder nur in geringem Maße, zu gewerblichen gar nicht herangezogen. Hauptsächlich sind es die leichteren Arbeiten der Heu- Grumt- und Kartoffelernte, welche sie zu verrichten haben. In den Sommerferien gehen sie Tag für Tag in den Wald, um Heidelbeeren zu sammeln. Gegen eine angemessene Ent- schädigung helfen die größeren Jungen dem Lehrer bei den Arbeiten in der Baumschule.
Die Schulkinder sehen im allgemeinen frisch und gesund aus, sind gut genährt und kräftig. Nicht vollsinnige, kurzsichtige, schwerhörige, stotternde und taubstumme Kinder kommen hier selten [285] vor.
Im April und Mai 1911 erkrankte die größte Anzahl der Schulkinder am Scharlach, an den Masern und Röteln, sodaß an manchen Tagen über 30 Kinder dem Unterricht fern blieben. Die Krankheiten traten nicht bösartig auf.
Über den Gesundheitszustand der Schulkinder 1912/13 v. Seite 260, Absatz 5! 3 Kinder im vorschulpflichtigen Alter starben am Scharlach.
Pro 1913/14 sind seuchenartige Krankheiten nicht vorgekommen. V. Seite 261! Pro 1915/16 sind verschiedene Diphtheritiserkrankungen vorgekommen.
Im Winter 1916/17 erkrankten fast sämtliche Schulkinder an Mumps. Manchmal fehlte ein Drittel der Kinder in der Schule.
[Die Seiten 286 - 290 sind im Original leer.]
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[291] 2. Kirchliche Verpflichtungen.
1909.
Die Konfirmanden besuchen im Winterhalbjahre vor der Konfirmation wöchentlich zweimal, am Mittwoch und Sonnabend, von 11 — 12 Uhr den Konfirmandenunterricht in der Pfarre zu Landwehrhagen 83,5 Kilometer von Benterode entfernt). Schulstunden fallen deshalb nicht aus, da die Oberstufe am Mittwoch und Sonnabend schon um 10 Uhr die Schule verläßt.
Über die Zulassung zur Konfirmation entscheidet der Superintendent. Sämtliche Konfirman- den haben sich daher einer Prüfung zu unterziehen, die gewöhnlich 3 — 4 Wochen vor Ostern in Münden stattfindet. Die minorennen Konfirmanden, d. h. diejenigen, welche erst in der Zeit vom 1. Mai — 31. Juli nach der Konfirmation das 14. Lebensjahr vollenden, werden zweimal geprüft, zum erstenmal vor Beginn des Konfirmandenunterrichts.
Die Kinder der Ober- und Mittelstufe müssen an dem Hauptgottesdienste und der kirchlichen Kinderlehre, welche vom Lehrer gehalten wird, regelmäßig teilnehmen.
1909/10.
19. Oktober 1909: Prüfung der minor. Konfirmanden: 1 Knabe und 1 Mädchen — durch Herrn Superintendenten Steinmetz =» Dransfeld in Münden.
7. März 1910: Prüfung der Konfirmanden: 9 Knaben u. 1 Mädchen — durch Herrn Superinten- denten Mirow = Hedemünden in Münden. [292]
1910/11.
18. Oktober 1910: Prüfung der minorennen Konfirmanden: 2 Knaben — durch Herrn Super- intendenten Mirow = Hedemünden in Münden.
13. März 1911: Konfirmandenprüfung durch Herrn Superintendenten Steinmetz = Dransfeld. Geprüft wurden 7 Knaben und 3 Mädchen, konfirmiert außerdem 2 schwachsinnige Kinder: Eduard Uhe u. Maria Witzel — am Sonntage Judica, den 2. April 1911.
13. März 1912: Desgleichen: 10 Konfirmanden, 8 Jungen und 2 Mädchen. Siehe Seite 232, Abs. 3!
27. Febr. 1913: Desgleichen: 16 Konfirmanden, 9 Knaben u. 7 Mädchen. V. Seite 232/233!
18. März 1914: Konfirmandenprüfung durch Herrn Superintendenten Lic Steinmetz =» Mün- den: 5 Knaben und 3 Mädchen. S. Seite 233!
9. März 1915: Konfirmandenprüfung in Münden durch Herrn Superintendenten Steinmetz = Münden: 3 Knaben und 7 Mädchen. S. Seite 234!
21. März 1916: Konfirmandenprüfung in Münden durch Herrn Pastor Bösenberg = Gimte (Herr Superintendent Lic. Steinmetz ist erkrankt): 6 Knaben und 5 Mädchen. Siehe S. 234!
16. März 1917: Konfirmandenprüfung in Uschlag durch Herrn Superintendenten Lic. Stein- metz: 2 Knaben und 4 Mädchen. Siehe Seite 235!
[Die Seite 293 ist im Original leer.]
80
[294] 3. Unterstützungen.
1909. Von den 3 1/4 %igen Zinsen eines der hiesigen Kirche vermachten Legates von 380,56 Mark (V. 1. Chronik, Seite 99 + 100!) und einem Teil der Klingebeutelgelder werden jährlich zu Weihnachten für arme Schulkinder Schulbücher angeschafft.
1909 sind 4 bedürftige Schulkinder mit 6,75 M für Schulbücher aus der Armenkasse unter- stützt.
1910 haben 12 Fortbildungsschüler eine Unterstützung von 20,60 M für Bücher und Hefte erhalten.
1911 empfingen bedürftige Schulkinder und Fortbildungsschüler aus der hiesigen kirchlichen Armenkasse für Bücher und Hefte zusammen 9,75 M Legatenzinsen.
1912 desgleichen.
Auch 1913 und 1914 wurden die Legatenzinsen von 9,75 M für Bücher bedürftiger Schulkin- der verteilt.
1914 desgleichen. 1915 desgleichen.
1916 wurden für die Legatenzinsen von 9,75 M Kriegsvolks- und Jugendschriften für die Volks- und Schülerbibliothek angeschafft und einige ärmere Schüler unterstützt.
[Die Seiten 295 - 296 sind im Original leer.]
sl
[297] 4. Berufswahl der aus der Schule entlassenen Knaben.
Die Ostern 1910 aus der Schule entlassenen Knaben wollen sich folgenden Lebensberuf er- wählen: 2 Zimmerer, 1 Gärtner, 3 Laufbursch, 3 Ziegelarbeiter.
Voraussichtlich ergreifen die Ostern 1911 aus der Schule entlassenen Knaben folgenden Be- ruf: 3 Ziegelarbeiter, 3 landwirtschaftliche Arbeiter, 1 Laufbursch.
Von den 10 am 2. April 1912 aus der Schule entlassenen Konfirmanden bleiben vorläufig bei ihren Eltern die beiden Mädchen und 3 Knaben. 4 Knaben wollen ein Handwerk erlernen und 4 sollen Arbeiter werden: 3 Schlosser, 1 Tischler, 2 landwirtschaftliche Arbeiter, 1 Ziegelei- arbeiter, 1 Laufbursch. S. S. 232, Abs. 3!
Konfirmanden 1913: 9 Knaben, 7 Mädchen. Voraussichtlicher Beruf der Knaben: 1 Schuh- macher, I Landwirt, 1 Schreiber, 2 Weißbinder, 1 Drechsler, 1 Hausbursch, 2 Ziegelarbeiter — der Mädchen: I Dienstmagd, 4 landwirtschaftliche Arbeiterinnen und 2 helfen ihren Eltern bei der Hausarbeit und in der Landwirtschaft. S. Seite 232 unten!
Konfirmanden 1914: 5 Knaben, 3 Mädchen. Von den Knaben sind 4 Arbeiter und 1 Sattler- lehrling. Die Mädchen bleiben vorläufig daheim.
Konfirmanden 1915: 3 Knaben, 7 Mädchen. Ein Knabe will das Schlosserhandwerk lernen. Die übrigen Konfirmanden wollen sich vorläufig mit häuslichen- bezw. landwirtschaftlichen Arbeiten daheim beschäftigen.
[Die Seiten 298 - 299 sind im Original leer.]
82
[300] F. Bemerkenswerte Ereignisse im Schulleben.
10. November 1909: Lehrer Boedecker hat auf Veranlassung des Herrn Landrats von Stock- hausen auf dem Amtstage des Kreises Münden einen Vortrag über „die ländliche Fort- bildungsschule“ zu halten. An dem Amtstage nehmen sämtliche Gemeindevorsteher, Schulin- spektoren und Lehrer des Kreises teil.
1.-6. November 1909: Gemeindeversammlung. Die hier seit 1902 bestehende ländliche Fort- bildungsschule mit freiwilligem Besuche (V. S. 47, Nr. 7!) wurde mit 37 von 38 abgegebenen Stimmen in eine solche mit Pflichtbesuch umgewandelt.
Das Ortsstatut fand am 20. Januar 1910 die Genehmigung des Kreisausschusses.
Auf Grund des Beschlusses der Gemeindeversammlung vom 23. März 1910 setzte der Ge- meindevorstand die Schulordnung für die ländliche Fortbildungsschule am 1. Oktober 1910 fest.
7. September 1910: Amtliche Lehrerkonferenz in Münden. Lehrer Borchers = Lutterberg hielt einen Vortrag über das neue „Hülfsbuch für den Katechismusunterricht“, Lehrer Köhler = Volkmarshausen eine Lektion im Turnen nach der neuen „Anleitung für den Turnunterricht“.
[301] Der vom Lehrer Boedecker ausgearbeitete Lehrplan für die ländliche Fortbildungsschu- le erhielt am 24. September 1910 die Genehmigung der Kgl. Regierung.
Im Winter 1910/11 waren in der ländlichen Fortbildungsschule 14 Schüler. Die Staatsbeihülfe betrug 112,66 M, die Vergütung für die Unterrichtsstunde 2 M.
Am 1. Mai 1911 übernahm Herr Lic. Superintendent Steinmetz = Münden die Kreis- Schulinspektion. Der bisherige Kreis-Schulinspektor, Herr Pastor Bösenberg = Gimte, hatte aus Gesundheitsrücksichten sein Amt niedergelegt. Die Lehrer ehrten ihren scheidenden Kreis-Schulinspektor durch Überreichung einer Photographie sämtlicher Lehrer der Inspekti- on Hedemünden. V. Seite 53!
24. November 1911: Amtliche Kreis-Lehrerkonferenz in Münden. Lehrer Köhne = Wiershau- sen hält einen Vortrag über „Jugendpflege“, Medizinalrat Dr. Meyer = Münden über „Tuber- kulose“.
24. November 1912: Amtliche Kreis-Lehrerkonferenz für den Stadt- und Landbezirk Münden. Vortrag des Lehrers Schulze = Münden: Was ist von der Forderung der Arbeitsschule in unse- rem Schulbezirk durchzuführen möglich? Korreferent: Lehrer Köhler - Volkmarshausen. Vortrag des Lehrers Bode - Lippoldshausen: Die Verteilung des Stoffes in dem erweiterten 1. Rechenhefte für Landschulen von Backhaus- Wiese auf die verschiedenen Jahresstufen. Lehrer Fredemann = Münden: Lektion mit den Kindern des 1. Schuljahres im Rechnen unter Anwendung der Leyschen Rechenmaschine. [302]
25. November 1913: Amtliche Lehrerkonferenz in Münden. Lehrer Borchers = Lutterberg hält einen Vortrag über den „freien Aufsatz“, Lehrer Ippensen = Münden über die „Mündener Rechenmaschine“.
Wegen Blinddarmerkrankung, bezw. Blinddarmentzündung, Eiterung der Bauchfälle und Blinddarmoperation (letztere am 11. August 1914 im Elisabeth-Krankenhause in Cassel) konnte Lehrer Boedecker den Unterricht nicht versehen. Vom 13.-21 März, 10.- 13. u. am 15., 18., 20., 22., 25. und 27. August 1914 fiel der Unterricht ganz aus. In der Zeit vom 23. — 30. März hielten die Herren Lehrer Schnelle = Landwehrhagen und Magatzki = Sichelnstein täglich von 12-3 Uhr nachmittags, vom 14. — 27. August 1914 am 14., 17., 19., 21., 24. und
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26. August Herr Lehrer Völker = Sichelnstein täglich 6 bezw. 4 Stunden Schule. Vom 31. März — 25. April 1914 wurde der erkrankte Lehrer durch Herrn Lehrer Schnelle = Gr. Laffer- de, vom 28. August — 31. Oktober 1914 durch Herrn Lehrer Witt =» Alt-Walmoden vertreten. Die Kosten der Vertretung einschließlich Winterentschädigung belaufen sich auf 341,76 M. Auf Antrag des Herrn Superintendenten Lic. Steinmetz =» Münden hat die Königliche Regie- rung 252,00 M Beihülfe zu den Kosten gewährt.
[Die Seiten 303 - 325 sind im Original leer.]
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[326]
G. Kirchliche, kommunale und andere Ereignisse im Orte und in der nächsten Umgebung.
Am 16. August 1909 beschloß die Gemeindeversammlung infolge eines Vortrages des Regie- rungs- und Geheimen Baurats Borchers = Hildesheim, der in der Versammlung anwesend war, mit 43 gegen 14 Stimmen den Bau einer Wasserleitung für die Gemeinde. Die Regierung soll gebeten werden, 1/3 der Kosten zu übernehmen.
Vom 5. August - 25. September 1909: Dauer der Roggen-, Weizen- und Haferernte. Die Ernte war gut; nur die Menge des Heues ließ zu wünschen übrig.
Am 17. und 18. November 1909 hatten wir starken Schneefall. Der Schnee lag am Bußtage, den 17. Nvbr., stellenweise einen Meter hoch, sodaß die Wege mit dem Schneepfluge gerei- nigt werden mußten, um sie passierbar zu machen. Auf den Schneefall folgte Frost, der viele junge Obststämme vernichtet hat. Der Schnee blieb bis zum 3. Dezember liegen.
Die Viehzählung am 1. Dezember 1901 hatte folgendes Resultat: 75 Gehöfte, 74 viehhaltende Haushaltungen, 71 Gehöfte mit Viehbestand, 16 Pferde, 144 Rinder, 7 Schafe und 310 Schweine.
Am 21. November 1909 wurde Herr Pastor Mirow =» Hannover durch Herrn General-Super- intendenten Hoppe = Hildesheim als Superintendent der Inspektion [327] Hedemünden in der Kirche zu Hedemünden eingeführt. Am 1. Mai 1909 war Herr Superintendent Schumann = Hedemünden in den Ruhestand getreten. V. Seite 43, Nr. 7 dieser Chronik und Seite 131 der ersten Chronik!
1909 sind in Benterode geboren 7 Kinder, 2 männliche und 5 weibliche, gestorben 7 Perso- nen, 6 Erwachsene und 1 Kind.
Am 5. Juni 1910 wird die neue, in der Fahnenfabrik von Tribian » Münden gestickte Turner- fahne eingeweiht.
Am 4. August 1910 war infolge anhaltenden Regens das ganze Unterdorf überschwemmt. Die Leute mußten das Vieh aus den Ställen bringen.
Die Ernte 1910 kann kaum als mittelmäßig bezeichnet werden. Der nassen Witterung wegen fuhren die Landwirte das Getreide häufig feucht in die Scheune.
Am 12. September 1910 nahm Lehrer Boedecker als Vertreter des Gesamtkirchenvorstandes der Parochie Landwehrhagen an der 22. Bezirkssynode der Inspektion Hedemünden teil.
In der Gemeindeversammlung am 18. September 1910 wurde das Stimmrecht für die Gemein- deversammlung neu geregelt. Jedes Reihehaus erhält eine Stimme. Außerdem wird das Stimmrecht [328] nach der Höhe der Kommunalabgaben bemessen:
1% -20 M Kommunalabgaben = 1 Stimme,
20,01 M -40M e = 2 Stimmen, 40,01 M - 60M e =3 Se über 60 M 5 =4 - Danach gestaltet sich pro 1910/11 das Stimmrecht folgendermaßen: 1)..77. Relhebauser „er tn Een 77Stimmen, 2) 80 Personen zahlen an Kommunalabg. v. 1% - 20M= 8 Den >25 " " " " " 20,01 M = 40 M er 50 " , 6 " " " " " 40,01 M BR 60 M _ 18 " f 11 i 2 " i " 60,01 M - u. mehr = 44 s
Sa. 269 St.
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Am 19. November 1910 genehmigte der Kreisausschuß das Stimmrecht.
Am 11. November 1910 beschloß die Gemeindeversammlung einstimmig, den unter dem Ti- tel „Schul- und Küsterstelle zu Benterode“ im Grundbuche von Benterode eingetragenen Grundbesitz auf den Namen „Schule zu Benterode“ umschreiben zu lassen, da die Schulstelle alleinige Eigentümerin der Gebäude und Grundstücke sei.
1 Dezember 1910: Volkszählung: 71 bewohnte Wohnhäuser, 6 unbewohnte Reihehäuser, 77 gewöhnliche Haushaltungen, 1 einzellebende Person, 218 männliche und 204 weibliche Per- sonen, zusammen 422 Einwohner, sämtlich evangelisch. Von den männlichen Personen war eine vorübergehend anwesend.
Viehzählung am 2. Dezember 1910: 77 Gehöfte, davon [329] 68 mit Viehbestand, 69 viehal- tende Haushaltungen, 18 Pferde, 154 Rinder, 309 Schweine.
[An dieser Stelle ist im Original ein Zeitungsausschnitt ohne Datum aus dem Mündenschen Nachrichten zum Ergebnis der Volkszählung eingefügt. Siehe nächste Seite. ]
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Das Ergebnis der Volkszählung im Kreise Münden.
1910 1905 1900 1895
Dransfeld 1273 1360 1373 1451 Hedemünden 893 883 879 878 Barlissen 220 217 223 242 Benterode 422 417 421 356 Blume 453 509 528 442 Bördel 84 93 98 101 Bonafort 501 456 414 370 Bühren 520 499 528 541 Dahlheim 143 129 131 132 Dankelshausen 229 236 227 259 Ellershausen 267 284 277 287 Escherode 359 353 313 329 Gimte 326 288 375 259 Hemeln m. Glash. 614 609 594 695 Imbsen 205 212 211 241 Jühnde 593 591 628 646 Landwehrhagen 824 827 813 729 Laubach 213 218 207 188 Lippoldshausen 551 551 556 518 Löwenhagen 210 220 207 218 Lutterberg 574 589 562 582 Meensen 389 373 371 369
Mielenhausen 332 307 298 326 Niederscheden 337 333 338 288
Nienhagen 306 323 299 366 Oberode 549 560 491 441 Oberscheden 620 558 585 617 Ossenfeld 139 157 141 155 Sichelnstein 220 218 195 218 Speele 522 634 472 325 Spiekershausen 154 149 142 128 Uschlag 877 842 789 675 Varlosen 349 336 337 407 Varmissen 117 112 116 137 Volkmarshausen 398 398 399 348 Wiershausen 585 616 625 595 Bramwald 7 6 4
Bursfelde 88 97 100 96 Cattenbühl 36 41 47 19 Ellerode 39 10 26 26 Escherode (Gut) 6 8 9
Hilwartshausen 73 88 132 106 Wellersen 25 32 23 26 Wißmannshof 28 36 27 28
15670 15775 15431 15160 Stadt Münden 10896 10754 9237 7054
26539 26529 24668 22214
[Zeitungsausschnitt aus den Mündenschen Nachrichten. ]
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Der am 8. April 1911 mit 103 von 121] abgegebenen Stimmen zum Gemeindevorsteher ge- wählte Schumacher und Musiker Karl Rippel, Hs.-Nr. 66, wurde heute, den 25. April, vom Königlichen Landrat vereidigt. Rippel tritt am 26. April sein Amt an. Der frühere Bauermeis- ter Adolf Löwer, Hs.-Nr. 20, welcher 16 Jahre Gemeindevorsteher gewesen ist, legte sein Amt wegen Überarbeitung freiwillig nieder; er hat stets das Wohl der Gemeinde und Schule gefördert.
Am Sonntag Jubilate, den 7. Mai 1911, wurde Herr Superintendent Lic Steinmetz, bisher Su- perintendent der Inspektion Dransfeld, als Superintendent der Inspektion Hedemünden durch Herrn General-Superintendenten D. Hoppe - Hildesheim in St. Agidii in Münden eingeführt.
Herr Superintendent Mirow, vom 1. November 1909 — 10 Superintendent in Hedemünden, hatte eine Superintendentur in Göttingen übernommen. Die Superintendentur in Hedemünden ist 51 Jahre mit [330] der Pfarre in Hedemünden vereinigt gewesen: 1859 — 1885 Herr Super- intendent Meißner, 1885 — 1909 Herr Superintendent Schuhmann.
24. Mai 1911. Die Gemeindeversammlung beschloß endgültig, eine zentrale Wasserleitung zu bauen. Laut Mitteilung des Königlichen Landratsamtes vom 16. Mai 1911 gibt die Regierung dazu eine Beihülfe von 6500 M aus dem sogen. Westfonds. 15.000 M will die Gemeinde (Be- schluß vom 19. August 1911) auf der Landeskreditanstalt in Hannover zu 5 1/4 vom Hundert Verzinsung und Tilgung anleihen. Der vom Königlichen Meliorations-Bauinspektor Busch = Hannover aufgestellte Kostenanschlag vom 15. Juli 1910 beläuft sich auf 26.000 M. Der Plan des Wasserleitungsbaues ist vom Regierungs- und Geheimen Baurat Borchers = Hildesheim, von der Firma Böttcher und Strotkampf =» Münden und dem Königlichen Meliorations-Bauin- spektor Busch -» Hannover ausgearbeitet bezw. abgeändert und revidiert. Am 31. Juli 1911 übertrug die Gemeinde der Firma Böttcher und Strotkampf =» Münden die Herstellung der Hauptleitung und Hausanschlüsse, sowie die Materiallieferung für 18.383 M, der Firma Arend und Waldmann = Lutterberg die Herstellung des Hochbehälters für 108 Kubikmeter Fassung für 3422 M.
Mit den Bauarbeiten wurde Mitte August angefangen. Im Januar 1912 war der Bau vollendet. Die Bau- und Nebenkosten belaufen sich auf 23.481,13 M. Um diese zu decken, hat die Ge- meinde außer den obigen 15.000 M noch weitere 2000 M auf der Landeskreditanstalt angelie- hen (Beschluß v. 14.3.1913).
Das Wasser kommt aus der Eichbornquelle, der Findorfschen Quelle vor dem Großen Stau- fenberge und [331] einer Quelle am Steinacker. Der amtlichen Wasseruntersuchung zufolge ist das Wasser chemisch und bakteriologisch einwandfrei. Die Wassermenge dürfte auch für die Zeit der Dürre ausreichend sein.
Der Sommer 1911 war sehr trocken und heiß. Roggen und Hafer wurden häufig morgens ge- mäht und bereits abends eingefahren, da sonst das Korn ausfiel und das Stroh zerbrach. Am 20. Juli fing die Roggenernte an, und am 13. August war die letzte Halmfrucht eingeerntet. Quellen, die nie trocken geworden sind, haben kein Wasser mehr. Vom 20. August an blühte die Herbstzeitlose, und die Buchenblätter hatten Herbstfärbung. Die Wiesen sahen aus wie verbrannt. Grumt stand nur auf nassen Wiesen.
Am 11. November 1911 ist das am 27. Oktober 1911 von der Forstgenossenschaft festgesetz- te Statut vom Bezirksausschusse in Hildesheim genehmigt. $ 20, Absatz 3 lautet: Die Schule vertritt der Lehrer bezw. erste Lehrer.
Viehzählung am 1. Dezember 1911: 78 Gehöfte, 70 Gehöfte mit Viehbestand, 73 Haushaltun- gen, 15 Pferde, 138 Stück Rindvieh, 280 Schweine.
Nach der Personenstandsaufnahme vom 20. Nvbr. 1911 waren in Benterode 143 männliche, 136 weibliche Personen, 171 Kinder unter 14 Jahren, zusammen 450 Personen.
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Reichstagswahl am 12. Januar 1912: 96 Wahlberechtigte, 84 abgegebene Stimmen. Es er- hielten: [332]
l. Henkel - Göttingen (Wirtschaftliche Vereinigung) .... 19 St., 2. Ickler = 5 (national-liberal) ......................... 20 ", 3. Mey » Braunschweig (Sozialdemokrät) .....................- 41. 25 4. Götz von Olenhusen (Welfe) ..............csssenen 2 5. 2 Stimmen waren ungültig... Pe
22. Januar 1912: Stichwahl. Ickler = 39 Stimmen, Mey = 45 Stimmen. Ickler wurde gewählt.
Im Januar 1912 erhielt die Kirche eine Heizungsanlage, die nach Beleg 30 der Kirchenrech- nung de 1912 662,28 M kostet. Am 21. Januar 1912 wurde die Kirche zum erstenmal geheizt.
Am 4. Februar und 3 März 1912 veranstaltete Lehrer Boedecker Familienabende auf dem Bi- schoffschen Saale. Der Staat gewährte der Gemeinde einen Zuschuß von 60 M, der Kreis 50 M zu den Kosten der Jugendpflege.
Am 17. April 1912, mittags von 12 1/4 — 2 1/2 Uhr war hier eine totale Sonnenfinsternis, die man durch ein farbiges Glas genau beobachten konnte. Bei Zunahme der Finsternis schien die rechte Seite, bei Abnahme derselben die linke Seite der Sonne verdunkelt. Das Thermometer fiel, der Wind wehte lebhafter. Die Vögel flogen unruhig in der Luft umher, die Hühner such- ten ihren Stall auf. Es wurde dunkel wie in der Abenddämmerung. 95 % der Sonnenfläche waren verdunkelt.
Am 12. Mai 1912, Rogate: Kirchenvisitation durch Herrn Superintendenten Lic. Steinmetz und Herrn Landrat [333] von Stockhausen.
2. Dezember 1912: Viehzählung: 76 Gehöfte, 72 mit Viehbestand, 79 Haushaltungen mit Vieh, 16 Pferde, 157 Stück Rindvieh, 1 Schaf, 267 Schweine, 75 Ziegen, 924 Stück Feder- vieh, 28 Bienenstöcke.
15. Dezember 1912 wurde Lehrer Boedecker zum 1. Vorsitzenden des Deutschen Turnvereins gewählt. Der Deutsche Turnverein hat mit den sozialdemokratischen Freien Turnern wegen Herausgabe der Turngeräte einen langwierigen Prozeß geführt, der sowohl beim Amts- als auch beim Landgericht zu Gunsten der Deutschen Turner entschieden ist. Fahne und Geräte bleiben Eigentum der Deutschen Turner. Das letzte Urteil wurde am 18. November 1913 ge- fällt. Die gesamte Turnerschaft des Kreises hat diesen Prozeß mit Spannung verfolgt.
Der nordöstlich vom Dorfe in der Nähe des Weges nach Sichelnstein liegende, 1869 von der Kirchengemeinde Benterode-Sichelnstein für 360 M erworbene Begräbnisplatz, Kartenblatt 3, Parzelle 20, 17,07 Ar groß, bedurfte der Erweiterung. Die Kirchengemeinde kaufte daher von der Realgemeinde Benterode (Beschluß der Gemeinde vom 6.12.1912) eine zwischen dem Wege nach Sichelnstein und dem obigen Begräbnisplatz belegene Wiese, Kartenbl. 3, Parz. 17, 12,74 Ar groß, für 350 M an, um sie dem alten Begräbnisplatze anzugliedern. Die Auflas- sung wurde am 12. Februar 1913 gemacht. Mit dem Kaufgelde betragen die Kosten für Pla- nieren, Ausroden der alten Tannenhecke, Einfriedung etc. 772,01 M.
Am 24. Februar 1913 wurde Lehrer Boedecker einstimmig zum Vorsitzenden des Schulvor- standes [334] der ländlichen Fortbildungsschule von der Gemeindeversammlung gewählt, zum Stellvertreter Heinrich Kulle II, Haus-Nr. 20.
Am 26. April 1913 beschließt die Gemeindeversammlung mit 53 gegen 41 Stimmen, ein elektrisches Ortsnetz auszubauen und dies an die Überlandzentrale der Edertalsperre anzu- schließen, am 8. August, die Kosten des Baues bei dem Ritterschaftlichen Kreditverein in Hannover zu 4 1/8 % anzuleihen.
2. Juni 1913: Schweinezählung: 76 Gehöfte, 71 Haushaltungen mit Schweinen, 118 Schwei- ne unter 1/2 Jahr, 58 Schw. im Alter von 1/2 -1 Jahr, 12 Schw. über 1 Jahr, 3 Zuchteber von
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1/2 —1 Jahr, 1 Zuchteber über 1 Jahr, 14 Zuchtsäue von 1/2-1 Jahr, 49 Zuchtsäue über 1 Jahr, im ganzen 255 Schweine.
Am 6. November 1913 beschließt der Kirchenvorstand bei Anwesenheit des Herrn Super- intendenten Lic. Steinmetz =» Münden: Fällt Ostern in den April, findet die Konfirmation 14 Tage vor Ostern, fällt Ostern in den März, findet sie 8 Tage nach Ostern statt. Vorher war die Konfirmation nur 8 Tage nach Ostern.
1. Dezember 1913: Vieh- und Obstbaumzählung: 77 Gehöfte, 72 mit Viehbestand, 81 vieh- haltende Haushaltungen, 17 Pferde, 174 Stück Rindvieh, 305 Schweine, 91 Ziegen, 2588 Obstbäume.
14. Dezember 1913: Zu Kirchenvorstehern wurden gewählt bezw. wiedergewählt: Gemein- devorsteher Stöbener = Sichelnstein und Lehrer Boedecker = [335] Benterode. Kirchenvorste- her Kulle schied aus dem Kirchenvorstande aus, blieb aber Kirchenrechnungsführer. Er trat am 8. März 1914 für den am 27. Februar 1914 verstorbenen Kirchenvorsteher Gerwig wieder in den Kirchenvorstand ein.
Am Sonntagnachmittag 5 Uhr, den 24. Mai 1914, schlug der Blitz hier in Kirchturm und Kir- che. Teile des Turmdaches wurden abgedeckt, 2 Säulen im Turme und eine Treppe in der Kir- che zersplittert. In der Südmauer von Turm und Kirche befanden sich lange und tiefe Zick- zackrisse. Architekt Hoffmann schätzte den Schaden, welche die Aachen-Münchener Feuerversicherung ersetzt hat, auf 400 Mark. Vom Dachdeckermeister Georg Lasch = Cassel ist der Turm über der Kuppel neu gedeckt. Sämtliche Reparaturkosten, die infolge des Blitz- schlages nötig wurden, belaufen sich auf 509,21 M. Das Kgl. Konsistorium gewährte eine Beihülfe von 200 Mark.
2. Juni 1914: Schweinezählung: 72 Haushaltungen mit Schweinen, 123 Schw. unter 1/2 Jahr, 19 Zuchtsäue von 1/2-1 Jahr, 51 Zuchtsäue über 1 Jahr, 16 Schw. über 1 Jahr, im ganzen 286 Schweine, 2 Zuchteber über 1 Jahr, 74 Schweine von 1/2 - 1 Jahr.
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[337]
Der Weltkrieg.
Kaiser Wilhelm II. war während seiner ganzen Regierungszeit eifrig bemüht, seinem Volke und der Welt den Frieden zu erhalten. Dennoch brach 1914 der größte Krieg aus, den die Weltgeschichte kennt. Die unmittelbare Veranlassung zu diesem Kriege war die Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers, Erzherzog Franz Ferdinand, und seiner Gemah- lin durch Mitglieder einer serbischen Verschwörerbande in Sarajewo am 28. Juni 1914. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, daß die Mörder auf serbischem Boden mit Hülfe serbi- scher Beamten und Offiziere zur Ausführung des Verbrechens angeleitet und bewaffnet wor- den waren und daß serbische Verschwörer danach trachteten, Bosnien und die Herzegowina von Österreich loszureißen und mit Serbien zu vereinigen. Deshalb verlangte Österreich mit Recht von der serbischen Regierung, sie möge die Missetäter bestrafen und die Erklärung ab- geben, daß sie serbische Verschwörungen gegen Österreich fortan nicht unterstützen wolle. Serbien weigerte sich jedoch, diese Forderungen zu erfüllen. Als Österreich bis zu einem fest- gesetzten Termin keine Antwort erhielt, erklärte es am 28. Juli an Serbien den Krieg, gab aber den anderen Mächten gegenüber die Versicherung, daß es den Länderbesitz Serbiens nicht antasten wolle.
Deutschland stellte sich von vornherein auf den Standpunkt, daß der nun folgende Kampf zwischen den beiden beteiligten Völkern allein ausgefochten werden müßte, und suchte noch vor Österreichs Kriegserklärung auf die anderen Mächte in diesem Sinne einzuwirken. Ruß- land erklärte jedoch, daß es sich in einen Kampf Österreichs gegen Serbien einzumischen ge- denke; denn es betrachtete sich schon lange als Beschützer Serbiens, wünschte die Bildung eines gegen Österreich gerichteten Balkanbundes unter russischer Oberhoheit und erstrebte die weiteste Ausbreitung der slawischen Herrschaft. Obgleich Österreich zunächst nur [338] soviel Truppen mobil machte, als ihm zum Kampfe gegen Serbien nötig erschien, setze Ruß- land einen weit größeren Teil seines gewaltigen Heeres in Kriegsbereitschaft und bedrohte damit nicht nur die österreichische, sondern auch die deutsche Grenze. Deutschland wies nun darauf hin, daß es wegen der Bedrohung seiner Grenzen Gegenmaßregeln ergreifen müsse, und ließ keinen Zweifel darüber, daß es sich beim Eingreifen einer 3. Macht auf die Seite Ös- terreichs stellen würde. Rußland machte Ausflüchte, und der Zar Nikolaus bat in einem Tele- gramm unseren Kaiser, er möge zu verhüten suchen, daß Österreich zu weit gehe. Kaiser Wil- helm übernahm die Vermittlung; aber während er noch mit Österreich verhandelte, trat die Nachricht von einer allgemeinen Mobilmachung Rußlands gegen Österreich am 31. Juli 1914 ein. Zu diesem Schritte war Rußland durch die Nachricht ermutigt worden, daß es im Kriegs- falle unbedingt auf die Hülfe Frankreichs rechen dürfe, das den Verlust von Elsaß-Lothringen noch nicht verschmerzt hatte und schon lange auf eine Gelegenheit wartete, an Deutschland Rache zu nehmen. Frankreich hatte seine Zusage an Rußland aber nicht eher gemacht, bis ihm Hülfe von England zugesichert war.
Durch die allgemeine Mobilmachung in Rußland wurde Deutschland zum Eingreifen genö- tigt, nicht nur aus Bundestreue gegen Österreich, sondern auch um seiner selbst willen; denn ein geschwächtes oder gar zerstückeltes Österreich wäre für Deutschland als Bundesgenosse wertlos. Rußland will alle Slawen unter seinem Zepter vereinigen. Damit würde seine Herr- schaft auch auf einen Teil von Österreich und auf die meisten Balkanstaaten ausgedehnt; vor allem aber erstrebt es den Zugang zum Mittelmeere und den Besitz Konstantinopels. Die deutsche Regierung forderte [339] Rußland auf, seine Mobilmachung binnen 12 Stunden rückgängig zu machen, und fragte zugleich bei Frankreich an, wie es sich in einem etwaigen Kriege Deutschland gegen Rußland verhalten würde. Rußland gab keine Antwort und eröffne- te in der Nacht vom 1. zum 2. August ohne Kriegserklärung an der deutschen Grenze den Kampf. Frankreich erklärte ausweichend, es werde tun, was seine Interessen erfordern. Kaiser
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Wilhelm hatte nach Ablauf der 12stündigen Frist am Abend des 1. August die Mobilmachung aller deutschen Streitkräfte zu Wasser und zu Lande angeordnet. Um den Franzosen, die im Einvernehmen mit der belgischen Regierung über Belgien in Deutschland einfallen wollten, zuvorzukommen, ersuchte die deutsche Regierung den König von Belgien um die Genehmi- gung zum Durchzug der deutschen Truppen durch Belgien und versprach zugleich Ersatz für allen Schaden, der dabei verursacht werden würde. Als die belgische Regierung dies Ersuchen ablehnte, erfolgte am 4. August der Einmarsch der Deutschen in Belgien und am Tage darauf die Kriegserklärung Belgiens an Deutschland. Damit war für England ein willkommener An- laß für die Einmischung in den Krieg gegeben. Zwar lag der wahre Grund in dem Neide über das Aufblühen des deutschen Handels und der deutschen Kolonien, in der Furcht vor dem Anwachsen der deutschen Kriegsflotte und in dem Wunsche, Deutschland zu vernichten; aber nun trat es dem Auslande gegenüber als der Beschützer der belgischen Neutralität auf und er- klärte am 4. August an Deutschland den Krieg. Damit standen beim Beginn des Weltkrieges einander gegenüber: auf der einen Seite Deutschland und Österreich, auf der anderen Ruß- land, Frankreich, England, Belgien, Serbien, Montenegro, das sich Serbien angeschlossen hat- te. Im weiteren Verlaufe des Krieges kamen hinzu: auf unserer Seite die Türkei, auf der Seite unserer Gegner war Japan und unser verräterischer Bundesgenosse Italien.
[Die Seiten 340 - 415 sind im Original leer.]
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[416]
Inhaltsverzeichnis der Schulchronik von 1909 an.
I. Der Schulort und der Schulverband. A,» Der Schulört u.a Seite 81-105. 1. Ältere Geschichte des Ortes 2. Benterode und seine nächste Umgebung
3. Die bürgerlichen, kirchlichen und gewerblichen Verhältnisse der Bewohner von Benterode.
Bi Der Schulyarbanl.....2 u 252er Seite 106 - 128. 1. Umfang des Einzelschulverbandes. 2. Gastschulverhältnisse. 3. Das Schulvermögen.
a. Gemeinschaftliches Vermögen des Schulverbandes und der Kirchengemeinde.
b. Alleiniges Vermögen des Schulverbandes. c. Vermögensrechtliche Veränderungen. 4. Aufbringung der Schullasten. a. Leistungen des Schulverbandes. b. v " Staates. 5. Der Schulvorstand. 6. Lehrerberufung. 7. Schulaufsicht. [417]
II. Die äußere Einrichtung der Schule.
A. Ältere Geschichte der Schule ............eneenen Seite 129 - 141. 1. Entstehung und Entwicklung der Schule. 2. Frühere Lehrer und Lehrerinnen.
B;. Die Schulsebälde ..suuseusnukamke Seite 142-155. l. Die vorhandenen Gebäude. 2. Das Klassenzimmer. 3. Abörter. 4. Dienstwohnung.
C. Die Schülsrundstücke a, 5er Seite 156 - 165. 1. Der Hausgarten. 2. Sonstige Grundstücke. 3. Schulplatz, Turnplatz.
II.
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. Das Diensteinkommen der Lehrer und Lehrerinnen. ............... Seite 166 - 177.
1. Nach dem Lehrerbeförderungsgesetze vom 3. März 1897.
2. Veränderung in der Lehrerbesoldung. 3. Gehalt der nicht vollbeschäftigten Lehrkräfte. 4. Entschädigung für Stellvertretungen.
. Verbindung der Schulstelle mit kirchlichen Ämtern ............. Seite 178 - 187.
1. Küsterdienst. 2. Organistendienst.
3. Veränderungen in diesen Obliegenheiten [418]
Die innere Einrichtung der Schule.
A. Der Schulunterricht „su: REN Seite 199 - 229. 1. Art der Schule, Zahl der Klassen, Stufen, Stunden- und Lehrplan, Pausenordnung ................. Seite 199 - 207. 2. Lehr- und Lernmittel, Schulzeugnisse, Schulzucht, Schülerbibliothek.................. Seite 208-229. . Schülerstatistik nach Konfessionen und Stufen... Seite 230 - 245. + Der Schulbesuch rss Seite 246 - 261. 1..Schülpfücht see ae erebniiaenne: Seite 246 - 247. 2... Berien ond.Feietlape .nseiiessnnerikrstiis Seite 248-259. 32 SCHUlyerSaummisse Barnes Seite 260 - 261. Prüfüngen und Revisionen u.a ee Seite 262 - 283. Die: Schulkinder „usa Seite 284 - 299. 1. Sittliches Verhalten in und außer der Schule, Verwendung zu häuslichen, gewerblichen u. landwirtschaftlichen Arbeiten, Gesundheitszustand ............ Seite 284-289. 2. Kirchliche Verpflichtungen .................uossnssesneseenennn Seite 291 - 293. 3. Ünlerstüzunsen nenne Seite 294 — 296. 4. Berufswahl der aus der Schule entlassenen Knaben ........... Seite 297-299. Bemerkenswerte Ereignisse im Schulleben ............................ Seite 300-325.
F.
G. Bemerkenswerte Ereignisse im Ort und in der Umgebung ...... Seite 326 etc.
Der Chronist
Heinrich August Gustav Boedecker, geboren am 14. Juli 1863 in Sehnde bei Hannover, besuchte die Volksschule seines Heimatdorfes. Von seinem Onkel, dem Lehrer August Boedecker in Hannover, wurde er von April 1878 bis September 1880 durch Privat- unterricht für das Lehrerseminar vorbereitet und absolvierte anschließend das Königliche Lehrerseminar in Hannover. Die Abschlussprüfung bestand er am 10. März 1883.
Als provisorisch bestellter Lehrer kam Gustav Boedecker am 15. April 1883 im Alter von 20 Jahren nach Benterode und übernahm auch die kirchlichen Aufgaben als Küster und Kantor.
Im Mai 1883 wurde er durch den Kreisschulinspektor und Superintendenten Meißner aus Hedemünden vereidigt und durch ‘den Lokalschulinspektor, Pastor Grußendorf aus Landwehrhagen, in seine kirchlichen Ämter eingeführt.
Nachdem er die zweite Lehrerprüfung im Juni 1885 bestan- den hatte, wurde er am 19. September 1885 definitiv als Lehrer an der Schule zu Benterode angestellt.
Er engagierte sich in der Kommunalpolitik und gründete 1902 die Ländliche Fortbildungs- schule in Benterode. Die Regulierung des Wellebachs, der Bau einer Wasserleitung, das Anlegen eines Turnplatzes und die Anbindung an das Telefonnetz gehen u. a. auf seine Initiative zurück.
Am 1. Oktober 1928 trat Gustav Boedecker in den Ruhestand. Er war 45 Jahre lang Lehrer, Küster und Kantor in Benterode. Am 22. September 1935 starb er nach schwerer Krankheit im Alter von 72 Jahren.
Das Foto von Gustav Boedecker ist eine Aufnahme aus dem Jahre 1906.
Die Chronik
Mit der Niederschrift dieser zweiten Chronik der Schule zu Benterode begann Gustav Boedecker ab 1895. Für die Kinder aus Sichelnstein, die zuvor in Benterode zur Schule gingen, wurde 1894 eine eigene Schule erbaut und der bisherige Schulverband Benterode- Sichelnstein löste sich auf.
Es werden die Ereignisse und Gegebenheiten in den Schuljahren 1895/96 bis 1916/17 detailliert wiedergegeben. Berichtet wird u. a. über:
- Zahl der Schulkinder - Zu- und Abgänge - Konfirmationen * Schulfeste, Ferien und Ausflüge * Schulversäumnisse - Stunden- und Lehrpläne - Berufswahl der männlichen -Schüler - Bauliche Veränderungen am Schulhaus + Erweiterung des Schulinventars - Schulbesuche durch Schulräte und Inspektoren - Diensteinkommen und Personalien des Lehrers und der Handarbeitslehrerin - Ländliche Fortbildungsschule + Schülerkapelle - Außerdienstliche Aktivitäten des Lehrers - Ereignisse in Benterode und der näheren Umgebung - Unterstützung aus der Armenkasse + Kommunalpolitische und kirchliche Ereignisse + Wahlergebnisse * Straßen- und Wegebau * Regulierung des Wellebachs - Stromversorgung und Anbindung an das Telefonnetz - Verkoppelung der Gemarkung Benterode + Obstbaumpflanzungen + Einwohnerzahlen, Volks- und Viehzählungen - Überschwemmungen und Brände - Naturereignisse - Der Weltkrieg -